04.01.2018, 13:23 Uhr

Blumen statt Hass für das Wiener Neujahrsbaby

Baby Asel kam am 1.1.2018 um 0.47 Uhr in der Rudolfstiftung zur Welt. Widerliche Kommentare folgten auf Facebook. (Foto: KAV/Votava)

Nachdem das Wiener Neujahrsbaby in den sozialen Medien mit Hasskommentaren überschüttet wurde, gibt es jetzt eine Gegeninitiative von Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner. Bisher zählt man rund 18.000 Glückwünsche und viel Liebe aus dem Netz.

WIEN. Menschen können oft grausam sein: Ein Bericht über das Wiener Neujahrsbaby in der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Heute" löste einen widerlichen Shitstorm aus. Der Grund: Baby Asel – das Kind kam um 0.47 Uhr in der Rudolfstiftung zur Welt – und ihre Eltern sehen nicht unbedingt ur-wienerisch aus. Die stolze Mama trägt ein Kopftuch. Das Social Media-Team von "Heute" musste seine User dazu auffordern, sich "gefälligst zusammenzureißen". Die NGO Netpeace hat einige der beleidigenden und rassistischen Kommentare dokumentiert: 



Dem Shitstorm folgten eine Welle der Empörung in den sozialen Medien und zahlreiche Medienberichte. Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner griff die skandalöse Causa auf Facebook auf. Positive Kommentare und Glückwünschen sollen es sein, die er als Buch für die kleine Asel binden lassen will.  "Ich will das so nicht hinnehmen und sammle hier in den Kommentaren jetzt Glückwünsche, nette Worte und Willkommensnachrichten für das entzückende Baby und seine Eltern. Diese Nachrichten möchte ich dann ausdrucken, binden lassen und der Familie übergeben. Ich wünsche mir einen regelrechten #flowerrain für das Neugeborene namens Asel. Wer ist dabei?", schreibt Schwertner. 



Kaum 24 Stunden später hat sein Posting knapp 20.000 positive Reaktionen erhalten und wurde 9.300 Mal geteilt. Darunter finden sich rund 18.000 Kommentare von Menschen, die dem Wiener Neujahrsbaby Glückwünsche aussprechen und es willkommen heißen. "So viel Hass und Gewalt hat in unserem Land keinen Platz. Ich bin so begeistert, dass ich mit meinen kleinen Tochter nach dem Frühstück einen Freudentanz getanzt habe. Danke, Danke, Danke!", ließ Schwertner am Donnerstag via Facebook wissen. 

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Gerhard Männl aus Penzing | 06.01.2018 | 15:42   Melden
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