10.09.2018, 10:32 Uhr

Gesundheitsbuddys: Ein Duo für die Fitness

Die Übungen mit dem Theraband sind besonders anstrengend, gibt Waltraut zu.

Fit in den eigenen vier Wänden: Bei den Gesundheitspartnern kommt der Trainer nach Hause.

WIEN. Eigentlich sollte jede Übung zwölfmal wiederholt werden. Doch weil Waltrauts Glückszahl die 13 ist, macht sie immer einen Durchgang mehr als Maximilian. Die beiden sind Gesundheitspartner und haben sich über das Projekt "Gesund fürs Leben" des Wiener Hilfswerks kennengelernt. Dabei trainieren Personen über 50 Jahren ehrenamtlich mit älteren Menschen 60 plus in deren eigenen vier Wänden. Seit dem Projektstart haben sich bereits 126 Gesundheitsbuddys in Wien gefunden.

Vor einem Jahr hatte Waltraut einen Unfall, bei dem sie sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Einfache Dinge wie sich zu bücken oder sich die Strümpfe anzuziehen wurden durch die verkümmerte Muskulatur zur Qual. Dazu kam die ständige Angst vor einem erneuten Sturz. Doch seitdem sie mit Maximilian trainiert, hat sich vieles verändert.


Erfolge und Eigenständigkeit

Bei einer Infoveranstaltung im Nachbarschaftszentrum hörte der fitte 66-Jährige von dem Projekt und meldete sich sofort als Buddy. An vier Kursabenden erlernte er alles, was er für das spätere Training mit Waltraut benötigte: Aufwärmübungen, Training mit dem Thera-Band und Tipps zur gesunden Ernährung.

Seit Februar sind die beiden ein Team – und der Erfolg kann sich sehen lassen. "Kennengelernt hat mich Maximilian mit Stock", erinnert sich Waltraut. Vor zwei Monaten vergaß sie die Gehhilfe zu Hause und bemerkte das erst, als sie schon wieder auf dem Rückweg war. "Maximilian hat dann zu mir gesagt: ‚Wenn du den Stock vergisst, dann brauchst du ihn auch nicht mehr'", freut sich die Seniorin, die angibt, 70 plus zu sein.

Ein- bis zweimal in der Woche trainieren die beiden miteinander. Besonders anstrengend ist das Training mit dem Thera-Band. Aber auch dabei zeigen sich bei der Rentnerin enorme Fortschritte. "Es gibt einige Übungen mit dem Thera-Band, die würde ich mit anderen nicht machen", erzählt Maximilian. "Ich traue mich jetzt mit Vorsicht wieder, die Öffis zu benutzen", freut sich Waltraut. Neben der körperlichen Fitness gibt der zusätzliche soziale Kontakt Waltraut ein positives Gefühl: "Der Unfall hat mich verändert. Aber man darf nicht jammern, sondern muss etwas tun. Man braucht nicht einsam zu sein."

Buddys gesucht!

Wer sich nun selbst als Buddy melden möchte oder gerne einen Trainingspartner hätte, kann sich online unter www.hilfswerk.at oder direkt bei Astrid Böhm unter 01/ 512 36 61 470 informieren.
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