23.06.2017, 15:07 Uhr

Sicher mit kleinen Kindern durch die Badesaison

Der Schwimmkurs in der dritten Volksschulklasse ist österreichweit verpflichtend im Lehrplan. (Foto: KFV)

So kommen Sie unfallfrei durch den Sommer mit Kindern, die nicht schwimmen können.

WIEN. Dem Stadtschulrat liegen unerfreuliche Zahlen vor: Jedes zweite Volksschulkind, das in der dritten Klasse am verpflichtenden Schwimmkurs teilnimmt, kann nicht schwimmen. Lag die Nichtschwimmerquote vor rund zwanzig Jahren noch bei 25 Prozent, wurden 2017 satte fünfzig Prozent bei Beginn des Schwimmunterrichts als Nichtschwimmer eingestuft. Beachtet man die Tatsache, dass Ertrinken in Österreich die zweithäufigste Todesursache bei Kindern ist - sie schreien nicht oder können sich strampelnd über Wasser halten, sondern gehen stumm unter - sind die aktuellen Zahlen alarmierend.

Löblich vom Stadtschulrat, dass man um die Notwendigkeit des Schwimmens weiß und der Schwimmunterricht in der dritten Volksschulklasse bundesweit im Lehrplan steht, doch gehandelt wird aufgrund dieser Entwicklung nicht. "Nein, der Schwimmunterricht wird nicht ausgedehnt", heißt es aus dem Büro der zuständigen Koordinatorin Elisabeth Kellner. Auch die Eltern jener Kinder, die den Unterricht als Nichtschwimmer abschließen, werden nicht von der Schule informiert. Als Hauptproblem für die Unkenntnis des Schwimmens wird Angst vor dem Wasser genannt. "Entweder können die Eltern selber nicht schwimmen und haben den Kindern immer gesagt, sie sollen sich vom gefährlichen Wasser fernhalten oder schwimmen ist einfach kein Thema daheim", so der Sprecher von Kellner. "Es werden eher eindrucksvollere Freizeitaktivitäten gewählt." Kurz: Schwimmen ist vielen Eltern nicht cool genug.

Tipps vom Roten Kreuz

Um sicher mit Kindern durch den heißen Sommer zu kommen, hat Harald Hertz, der Chefarzt des Roten Kreuzes, das in Kooperation mit dem Stadtschulrat Schulschwimmen anbietet, die wichtigsten Tipps für die bz-Leser parat:

Kleinkinder dürfen in der Nähe von Wasser nie unbeaufsichtigt sein, auch nicht für einen kurzen Moment. Das gilt auch für sehr seichtes Wasser.

Jeder sollte sich abkühlen, bevor er ins Wasser geht, weil der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Körper den Organismus belastet.

Wer einen Pool oder Teich im eigenen Garten besitzt, sollte diese Gewässer unbedingt umzäunen.

Zu empfeheln sind Kurse für die Österreichischen Schwimmerabzeichnen und das Rettungsschwimmerabzeichen, da man dort auch lernt, sich selbst und andere aus dem Wasser zu retten und im Notfall eine Wiederbelebung durchzuführen.

Zur Sache

Ertrinken ist in Österreich die zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern. Eltern sollten sich nicht nur auf den verpflichtenden Schwimmunterricht in der dritten Klasse Volksschule verlassen, sondern den Kindern bereits im letzten Kindergartenjahr das Schwimmen beibringen. Das Gehirn ist bereits bei Fünfjährigen in der Lage, den komplexen Bewegungsablauf des Brustschwimmens umzusetzen. Grundsätzlich gilt: Kann ein Kind ohne Stützräder Fahrrad fahren, ist es auch in der Lage zu schwimmen.

Hier finden Sie eine Auflistung der Stadt Wien der Bäder, in denen Schwimmkurse für Babys, Kleinkinder und Kinder abgehalten werden.
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