31.10.2016, 11:06 Uhr

World Cat Show: 1.300 Katzen in der Marxhalle

Schöner Kater: Hiamovi Duninhdi Kagali, präsentiert von Züchter Michel Herweijer. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die beiden aus den Niederlanden.

Was machen 1.300 Katzen, wenn sie sich in einer Messehalle treffen? Richtig, sie ignorieren einander.

LANDSTRASSE. Hiamovi Duninhdi Kagali, Dihnu für Freunde und nähere Bekannte, ist schön. Das können alle, die ihn anschauen, bestätigen. Um die außerordentliche Schönheit des 14 Monate alten Maine Coon-Katers aber in ihrer ganzen Tragweite zu begreifen, dazu braucht es einen Fachmann. Hiamovi Duninhdi Kagali verfügt nämlich über rassetypische Augen: nicht zu groß, nicht zu rund, aber auch nicht zu mandelförmig. Sein Profil steigt von der Nase in einer leichten Rundung an (nicht gerade, wie man es in einer Bengalkatze gerne sehen würde), und er kann ziemlich böse schauen. "Je böser, desto besser, heißt es bei den Maine Coons", sagt sein Züchter Michel Herweijer. Das sind nur einige der vielen, vielen Merkmale von Maine Coons, die bei ihm besonders schön hervortreten. Sein im Moment größtes Problem - dass seine Ohren am Ansatz nicht genau so breit sind wie der Abstand zwischen den Ohren, sondern schmaler - tritt da in den Hintergrund. Deshalb hat Hiamovi Duninhdi Kagali in seiner Kategorie und seiner Rasse auch bei der Internationalen Katzenausstellung in der Marxhalle gewonnen.

Hiamovi Duninhdi Kagali ist nur eine von 1.300 Katzen, die am Wochenende die Marxhalle bevölkert haben. In quadratischen Käfigen - 70x70x70 Zentimeter - haben sie Samstag und Sonntag an der Seite ihrer Besitzer verbracht, die mit ihnen unter anderem aus Brasilien, Russland und Norwegen angereist sind. Immerhin handelt es sich bei der "World Cat Show" um die größte ihrer Art. Sie wird einmal jährlich an unterschiedlichen Orten ausgetragen. Betritt man die Halle, ist zunächst einmal auffallend: Die Anwesenheit von 1.300 Katzen würde man mit geschlossenen Augen nicht vermuten. Kein Gemaunze, Gejaule, Gefauche, Gejammere. Die Katzen liegen ruhig in ihren Käfigen, die überwiegende Mehrheit schläft.

Das hat mehrere Gründe, und Beruhigungsgmittel sind keiner davon: "Wir dürfen den Katzen gar nichts geben, sonst werden sie disqualifiziert", erklärt Linda, die mit ihrer Ocicat namens Angel of Harlem aus Norwegen angereist ist. Vielmehr müssen sich Katzen auch während der Präsentation, vor dem Richter, ruhig verhalten. Das heißt, dass nur die ruhigeren Naturen überhaupt auf die Messen mitgenommen werden. Und: Katzen verschlafen ohnehin einen Großteil des Tages. "Und die Umgebung hier ist schon stressig für sie", sagt Linda, "da schlafen sie noch mehr, weil sie dann nicht so viel mitbekommen."

Eingeschworene Gemeinschaft der Katzenfans

Beim Rundgang entlang der vielen Käfige wird klar: So eine Katzenausstellung ist ein sehr soziales Event - natürlich nicht für Katzen, die notorischen Einzelgänger. Vielmehr sind die Rassekatzenfans, -besitzer und -züchter eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich über das Internet austauscht und sich auf Shows in der ganzen Welt trifft. Zwei Tage sitzen sie dann im Campingsessel, trinken Tee - oder im Fall der Russen nicht nur Tee - und haben die Gelegenheit, nach Herzenslust über Katzen zu plaudern. Die eigentlichen Messebesucher sind da nur Kulisse. Das bestätigt auch Linda, die mit Angel of Harlem und zwei anderen Katzen 20 Stunden Anreise in Kauf genommen hat. "Wir nehmen gar nicht an einem Wettbewerb teil, es geht um den Austausch und das Treffen von Freunden." Eng war es im Auto für alle, wobei Linda betont, dass die Katzen noch mehr Platz hatten als sie selbt.

Auf der Bühne werden währenddessen die "Best in Show"-Katzen prämiert. Sie haben in ihrer entsprechenden Rasse und Kategorie (Männchen, Weibchen, kastriert oder nicht) gewonnen und treten jetzt rasseübergreifend gegeneinander an. Sie werden den Richterinnen und Richtern wie Opfergaben präsentiert, der Körper auf ausgestreckten Armen in die Länge gezogen. Geduldig lassen die Katzen Schwanzmessungen, Ohrenuntersuchungen, Schnurrhaarkontrollen über sich ergehen. Die aufgeregten Besitzer sehen vor der Bühne zu, jeder Sieg wird ausgiebig gefeiert. Wenig beeindruckt sind hingegen die Katzen, die sich nach dem Ausflug auf den Catwalk wieder in ihre Käfige bringen lassen, um noch ein Nickerchen zu machen.

Info: Organisiert wurde die Ausstellung von der österreichschen Niederlassung der Fédération International Féline.
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Maria-Theresia Klenner aus Hietzing | 31.10.2016 | 14:08   Melden
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