19.12.2017, 10:53 Uhr

Johann Gudenus fordert Asylheime am Stadtrand

Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) wechselt demnächst als Klubobmann ins Parlament. (Foto: FPÖ Wien)

Geht es nach Noch-Vizebürgermeister Johann Gudenus, so sollten Flüchtlinge in Gegenden untergebracht werden, wo weniger Menschen wohnen.

WIEN. In "Gebieten am Stadtrand" und nicht in Kleingruppen sollten Asylwerber untergebracht werden. Das fordert Noch-Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) am Montag in der ORF-Sendung "Wien heute". Gudenus wird demnächst als Klubobmann ins Parlament wechseln. Von dort soll auch eine Neuerung im Asylwesen kommen: Das Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sehe nämlich vor, dass Flüchtlinge zukünftig nicht mehr in privaten Unterkünften leben sollen, sondern in Großquartieren. 

Eine dezentrale Unterbringung in kleinen Gruppe würde laut dem Vizebürgermeister eine "Einladung zu illegaler Massenmigration" bedeuten. Man wolle hingegen zeigen, dass Österreich doch nicht so ein gemütliches Land sei. Auf Facebook macht Gudenus deutlich, dass es vorwiegend um Übergangslösungen geht: "Die sogenannten „Massenquartiere“ sind eine Übergangslösung, bis alle anstehenden Verfahren zügig erledigt wurden und bei negativer Erledigung Rückführungen stattfinden." 

Quartiere in Gegenden, wo weniger Menschen wohnen

Wo dann letztlich der beste Platz für derartige Quartiere sein könnte, lässt der Vizebürgermeister offen. „Wenn man die Quartiere in Gegenden unterbringt, wo weniger Menschen wohnen in der Stadt, wäre das eine Möglichkeit. Es gibt in Wien genügend Gebiete am Rand wo weniger Menschen wohnen", so Gudenus. Das müsse man sich überlegen und sich zwischen dem Bund und der Stadt ausmachen. Bürgermeister Michael Häupl sei eingeladen, sich kooperativ einzubringen. 

Privatunterkünfte effizienter laut Experten

Dem Ansatz der Unterbringung in Großquartieren widersprechen allerdings Expertenmeinungen. "Es gibt Rechnungshofberichte die belegen, dass die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in privaten Unterkünften wesentlich effizienter ist", heißt es etwas vom "Fonds Soziales Wien". Dabei gehe es einerseits darum, dass Privatunterkünfte für den Staat kostengünstiger seien und andererseits darum, dass es für die Integration förderlicher sei. In Wien sind derzeit 13.000 Flüchtlinge Großteils in Privatquartieren untergebracht. Laut Rechnungshof wäre das wesentlich kostengünstiger, als in anderen Bundesländern, wo diese Quoten kleiner seien, so FSW-Chef Peter Hacker in "Wien Heute". 
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M. Kuni aus Liesing | 20.12.2017 | 13:24   Melden
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Alois Fischer aus Liesing | 27.12.2017 | 22:25   Melden
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