2. Juli Mariae Heimsuchung
Bischof Glettler feierte Sommerpatrozinium in Ischgl

Vor dem Einzug in die Pfarrkirche von Ischgl: Vikar Michael Stieber, Diakon Karl Gatt, Bischof Glettler und Pfarrer P. Bernhard Speringer mit den Ministrantinnen und Ministranten.
  • Vor dem Einzug in die Pfarrkirche von Ischgl: Vikar Michael Stieber, Diakon Karl Gatt, Bischof Glettler und Pfarrer P. Bernhard Speringer mit den Ministrantinnen und Ministranten.
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ISCHGL. Zum Fest Mariae Heimsuchung feierte Bischof Hermann Glettler am 2. Juli in der Pfarrkirche zum Hl. St. Nikolaus in Ischgl einen Festgottesdienst.

Bischof Hermann Glettler feierte am 2. Juli in Ischgl das Fest Mariae Heimsuchung, Pfarrer P. Bernhard Speringer und Vikar Michael Stieber konzelebrierten. In seiner Predigt unterstrich Bischof Glettler die Bedeutung einer respektvollen und freudigen Begegnung für alle menschlichen Beziehungen. „Begegnung und Beziehung machen unser Leben aus“, so Hermann Glettler. „In dem Vielen, was unser Leben ausmacht und herausfordert – in, durch, vielleicht schon ein wenig nach und trotz der Krise – ist der Schatz von Begegnung. Und immer wieder ist es Gottes nicht-lärmende, zärtliche Gegenwart, die uns überrascht und im Tiefsten beschenkt.“, so Bischof Hermann.

Ein Neustart – mit Geduld, Glaube und nicht mit Gewalt!

Bischof Glettler weiter: „Nach der Akutphase der Krise steht jetzt vieles auf dem Spiel. Wir können uns – ganz allgemein gesprochen – in eine Hektik stürzen und auf Teufel komm raus das überhöhte Tempo der Vor-Corona-Zeit wiederaufnehmen. Ein übertriebener Aktivismus kann ein Zeichen von Unsicherheit sein. Wir können aber auch resignierend, der Verzweiflung nahe alles hinschmeißen – gekränkt und enttäuscht auf der medial angefeuerten Suche nach Schuldigen. Mit der Kraft unseres Glaubens gibt es eine Alternative. Glaube beginnt mit der Ruhe, die von den letzten Zeilen des heutigen Evangeliums ausgeht. Maria blieb als Verwandte und Freundin von Elisabeth im Haus. Nichts wurde überstürzt. Vermutlich hatten sie viel Zeit zum Nachdenken. Glaube befreit vom Zwang, alles sofort machen, klären und lösen zu müssen. Glaube macht unser Herz weit für einen neuen Geist. Ja, wir werden einen langen Atem brauchen, weil die Post-Corona-Phase uns alle, besonders jene, die wirtschaftlich und sozial hart getroffen sind, vor große Herausforderungen stellt. Wir werden einander stützen und ermutigen müssen.“
„Wir leben von den vielfältigen Begegnungen unter uns. In allem Menschlichen lässt sich Gott finden – auch im Versagen und in der Krise. Seine Gegenwart gibt die Kraft zum Aufstehen, zur Begegnung mit allen, die unsere Nächsten sind, zum nachdenklichen Verweilen und neuerlichem Weitergehen. Der Segen Gottes möge uns alle begleiten“, schloss der Bischof seine Predigt.

Vor dem Einzug in die Pfarrkirche von Ischgl: Vikar Michael Stieber, Diakon Karl Gatt, Bischof Glettler und Pfarrer P. Bernhard Speringer mit den Ministrantinnen und Ministranten.
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Implusvortrag zum Hirtenwort der österreichischen Bischöfe

Im Anschluss an die Messfeier sprach Bischof Glettler in der Pfarrkirche über das Hirtenwort der österreichischen Bischöfe, das zu Pfingsten veröffentlicht wurde. „Wir brauchen gerade in den schwierigen Phasen die Gewissheit, dass wir als Landsleute, als Gläubige und als Menschen zusammengehören. Die menschliche Verbundenheit sei für ihn einer der größten Werte, auch wenn er durch Misstrauen und Parteiungen immer wieder in Frage gestellt sei. „Wir müssen auf das Gute im Menschen schauen und nicht auf das Schlechte, auf das Gelingende und nicht auf die Skandale“, so Glettler.

Zurück zur Dankbarkeit

Das Bischofswort spreche von einer Spiritualität der Dankbarkeit, so Glettler. „Die Krise zerschlägt gewohnte Sicherheiten, holt uns runter vom hohen Ross der eingebildeten Souveränität, um uns – wenn wir sie als Chance und Einladung wahrnehmen – in eine neue Dankbarkeit zu führen.“ Wer danke, werde menschlicher und verlere die Angst, zu kurz zu kommen. Glettler: „Dankbarkeit ist das beste Medikament gegen Neid und Eifersucht.“

Vom Wert der Ruhezonen

So wie Gäste sich nach Oasen zum Entspannen sehnen, brauche jeder Zeiten und Orte der Ruhe. „Ich möchte uns allen Mut machen, diese Orte und Zeiten der Unterbrechung wahrzunehmen. Unterbrechung ist lebensnotwendig und heilsam“, so Glettler.

Beziehungen haben Vorrang

Wenn die Beziehung der Menschen untereinander in Ordnung sei, ließen sich viele Probleme und Fragen klären, so Glettler. Wenn hingegen „die Beziehung im Keller ist, wird alles nur mühsam.“ „Wir leben am besten in verlässlichen, belastbaren Beziehungen. Je konkreter und verlässlicher die Netzwerke sind, umso eher wird es uns gelingen, dass niemand durchs Netz fällt.“

Gefahr der Endlos-Optimierung
Im Blick auf viele Überforderungstendenzen in der Gesellschaft mahnte der Bischof davor, zu „Getriebenen des Erfolgs“ zu werden. „Wir dürfen uns nicht in die Illusion eines perfekten Lebens treiben lassen. Dabei kommen Mensch und Natur unter die Räder“, so Glettler. „Ein gutes Maß ist in allen Dingen notwendig. Menschsein gibt es nur innerhalb von Grenzen. Wenn wir diese auf Dauer nicht akzeptieren, treiben wir uns selbst und die Natur in eine finale Erschöpfung.“

Versöhnung als oberster Wert

Zum Abschluss seiner Rede erinnerte Bischof Glettler an die entlastende Erfahrung der Versöhnung: „Menschen, die nachtragend sind, haben viel zu tragen. Sie belasten sich mit dem vielen, das sie nicht loslassen, sondern als Altlasten von Kränkungen, Enttäuschungen und inneren Verletzungen mit sich tragen.“ Wirkliche Versöhnung habe die Qualität einer tiefen und von Herzen kommenden Umarmung. „Mutig sollten wir uns fragen, worin unser Lebensziel besteht. Für eine Neuausrichtung ist es nie zu spät. Versöhnte Menschen haben eine höhere Lebensqualität und sind ein Segen für Alle!

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