150 Jahre Erstbesteigung des Piz Buin groß gefeiert

Historische Seilschaften ließen erahnen, unter welchen Umständen die Erstbesteiger 1865 den Gipfel des Piz Buin (3.312 m) erklommen haben.
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  • Historische Seilschaften ließen erahnen, unter welchen Umständen die Erstbesteiger 1865 den Gipfel des Piz Buin (3.312 m) erklommen haben.
  • Foto: TVB Paznaun-Ischgl
  • hochgeladen von Othmar Kolp

GALTÜR. Der Piz Buin (3.312 m) ist nicht nur der höchste Berg Vorarlbergs, er ist der dritt-höchste Gipfel der Silvretta und liegt außerdem direkt an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz. Weiteres außergewöhnliches Detail am Rande: die Tiroler Gemeinde Galtür ist Grundeigentümer des Piz Buin auf österreichischer Seite. Am 14. Juli feierten die beteiligten Regionen, das vorarlbergische Montafon, Galtür im Tiroler Paznaun ebenso wie das Prättigau und das Unterengadin den 150. Jahrestag der Erstbesteigung. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten stand aber nicht nur der Berg selbst, sondern auch das Gedenken an die Erstbesteiger im Mittelpunkt.

Politische Prominenz

Historische Seilschaften machten die Besteigung und Umstände von damals erlebbar und die Bläsergruppe Galtür Syndikat bereitete den Gipfelstürmern einen ganz besonderen Empfang beim Gipfelkreuz auf 3.312 Metern. Die abwechslungsreiche Tour über einen der bekanntesten Aufstiege der Ostalpen, vorbei am Vermunt- und Ochsentalgletscher, ließen sich auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner und Tirols Landeshauptmann-Stv. Josef Geisler nicht entgehen. Mehr als 100 Teilnehmer wurden schließlich mit einem Panoramablick über zahlreiche Gletscher belohnt und konnten die Begeisterung von Erstbesteiger Jakob Weilenmann, die er am 14. Juli 1865 niederschrieb, auch 150 Jahre später selbst nachempfinden: „Das Auge schwelgt im Anblick der rings am Himmelssaum funkelnden Firne, das Herz fühlt sich ergriffen von der feierlichen Stimmung, die durch den unermesslichen Raum weht.“

Auch in Galtür gab es zur Einstimmung auf das Jubiläum ein abwechslungsreiches Programm mit einer Lesung aus den Tagebüchern der Erstbesteiger durch Bürgermeister und Landtagsvizepräsident Toni Mattle, einem Konzert der Musikkapelle Galtür und geführten Wanderungen durch die Silvretta.

Die Faszination Piz Buin selbst erleben

Noch bis Mitte September haben Urlauber im Rahmen des Sommerprogramms in Galtür die Möglichkeit, eine kostenlose geführte Wanderung anlässlich des 150 Jahr Jubiläums mitzumachen: die Piz Buin Blick Wanderung.
Vom Berggasthof Piz Buin geht es in etwa fünf Stunden über 600 Höhenmeter von der Bielerhöhe bis auf den Radsattel (2.265 Meter) mit Einkehr in die Wiesbadener Hütte. Während der Wanderung zeigt der Piz Buin seine unterschiedlichen Facetten, die auch schon Erstbesteiger Weilenmann bewundert hat: „Während die anderen Höhen noch im Morgengrau liegen, glüht seine Stirn schon im Frührot; abends leuchtet er am längsten über dem dämmernden Tal.“ Weitere Informationen unter www.galtuer.com.

Fact-Box zur Erstbesteigung des Piz Buin:

Der Piz Buin ist mit 3.312 Metern Höhe der höchste Berg Vorarlbergs sowie der dritthöchste Gipfel der Silvretta und markiert die Grenze zwischen Österreich und dem Schweizer Kanton Graubünden. Sein rätoromanischer Name bedeutet „Ochsenspitz“. Am 14. Juli 1865 brach Kaufmann Johann Jakob Weilenmann aus St. Gallen gemeinsam mit seinem Kollegen Joseph Anton Specht aus Wien sowie zwei Bergführern – dem Paznauner Gamsjäger Franz Pröll und dem Viehhändler Jakob Pfitscher aus dem Passeiertal – um zwei Uhr morgens von der Alpe Großvermunt auf der Silvretta-Bielerhöhe auf. Über Vermuntgletscher, Ochsentalgletscher und Buinlücke schafften es die vier Bergsteiger in achteinhalb Stunden bis zum Piz Buin Gipfel und zurück. Beim „Steinmannli“ hinterließ Weilenmann in einer Flasche folgende Nachricht für nachfolgende Besteiger: „Das Auge schwelgt im Anblick der rings am Himmelssaum funkelnden Firne, das Herz fühlt sich ergriffen von der feierlichen Stimmung, die durch den unermesslichen Raum weht.“ Vom Gipfel des Piz Buin eröffnet sich ein Panoramablick über hunderte Gletscher, vom Dom im Wallis über die Berner Alpen im Westen bis zu den Ötztaler Gipfeln im Osten.

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