20. Jahrestag
23. Februar 1999: Das Lawinenunglück von Galtür

Die Hilfsmannschaften suchten nach Verschütteten.
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  • Die Hilfsmannschaften suchten nach Verschütteten.
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GALTÜR (otko). Vor 20 Jahren forderte die Lawinenkatastrophe in Galtür 31 Todesopfer. Im benachbarten Valzur kamen sieben Personen ums Leben. In den letzten 20 Jahren wurden Millionen in Schutzmaßnahmen investiert.

Jahrhundertlawine 1999

Als schwarze Tage gingen die Lawinenkatastrophen von Galtür und Valzur in die Geschichte ein. Nach tagelangen Schneefällen ging am 23. Februar 1999 gegen 16.00 Uhr vom nördlich gelegenen Sonnberg bzw. Grieskogel eine große Lawine ("Weiß Riefi" und "Wasserlatara") ins Ortszentrum von Galtür ab, die zahlreiche Häuser zerstörte und Personen verschüttete.
Aufgrund der schlechten Wetterlage waren die Einsatzkräfte vor Ort auf sich allein gestellt. Auch die Straßenverbindung ins Paznaun war seit Tagen gesperrt. Erst am nächsten Tag konnte eine Luftbrücke eingerichtet werden und zusätzliche Einsatzkräfte einflogen werden. In Galtür konnten 31 Personen nur mehr tot geborgen werden. Zwei Verschüttete wurden schwer verletzt und 20 leicht verletzt aus den Schneemassen geborgen. Beim Lawinenabgang im fünf Kilometer entfernten Valzur (Ortsteil der Gemeinde Ischgl) kamen am 24. Februar 1999 sieben Personen ums Leben. Drei Verschüttete konnten verletzt geborgen werden.
Mit der größten bisher durchgeführten Luftbrücke in Österreich wurden mit ausländischer Hilfe vom Bundesheer tausende Urlauber ausgeflogen. Auch eine "Medienlawine" bisher unbekannten Ausmaßes und ein Katastrophentourismus ergoss sich über Galtür. Der Tourismusort hatte jahrelang mit den negativen Auswirkungen zu kämpfen.

Millionen flossen in die Sicherheit

Der unmittelbare Sachschaden, den die Lawine in Galtür verursachte, wurde laut dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus mit 10 bis 11 Mio. Euro eingeschätzt. Als Folgekosten durch den Rückgang der Nächtigungszahlen etc. wurden weitere 10 bis 12 Mio. Euro erhoben.Unmittelbar nach den Aufräumarbeiten wurde von der Wildbach- und Lawinenverbauung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Galtür und dem Land Tirol ein Schutzprojekt erarbeitet. In die Verbauung der Anbruchgebiete der Äußeren Wasserleiter- und Weißen Riefe-Lawine sowie in die 345 Meter lange und 19 Meter hohe Schutzmauer "Winkl", in die das Alpinarium integriert ist, wurden 6,689 Mio. Euro investiert. Weitere Millionen flossen in Galtür seither in zusätzliche Lawinenverbauungen und Schutzmauern. Auch im restlichen Paznaun wurde nach 1999 in Verbauungen, Galerien und Tunnel investiert.

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