Erweiterung der Betriebsräumlichkeiten für die "Tiroler Edle"
Das Café Haag in Landeck schließt seine Pforten

Die Café-Konditorei Haag in Landeck schließt nach 50 Jahren am 25. Oktober ihre Pforten.
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LANDECK (otko). Das Gerücht verbreitete sich vergangene Woche in der Stadt wie ein Lauffeuer. Das Café Haag schließt am 25. Oktober seine Pforten und damit geht wieder ein Stück Kulturgeschichte in Landeck verloren. "Für uns war es kein einfacher Schritt und es war hart das Kaffeehaus nach 50 Jahren zuzusperren. Schließlich bin ich damit aufgewachsen", betont Konditormeister Hansjörg Haag. Gegründet haben den Betrieb vor einem halben Jahrhundert seine Eltern Hans und Sieglinde Haag.
Sehr zum Bedauern der Familie Haag habe sich das Arbeits- und Freizeitverhalten der Menschen von heute aber grundlegend geändert. "Man benötigt immer weniger Begegnungsorte wie eine Café-Konditorei. Die Umsätze gehen seit Jahren zurück und man bekommt mittlerweile überall einen Kaffee. Zudem sind viele Stammgäste weggestorben und die viele Pensionisten sind heute viel aktiver als früher", erklärt Haag den Wandel der Zeit. Gerade für manche Stammgäste sei das Café aber eine Art Wohnzimmer gewesen. Leider müssen mit der Schließung auch vier Mitarbeiter entlassen werden.
"Wir bedanken uns für 50 Jahre und hatten viele nette Erlebnisse mit unseren Gästen. Natürlich freut es uns, wenn bis zum 25. Oktober möglichst viele noch einmal im Café vorbeischauen", so Petra und Hansjörg Haag.

Erfolgsprodukt "Tiroler Edle"

Anders als das Kaffeehaus hat sich aber das zweite Standbein der Familie Haag zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. Vor 20 Jahren begann Hansjörg Haag mit der Produktion von handgemachten Pralinen und auf Initiative von Therese Fiegl Ende 2001 mit der Herstellung von Schokoladen. In mittlerweile 16 Jahren hat sich die handgemachte Schokolade "Tiroler Edle" aus Milch und Rahm des Tiroler Grauviehs zu einem überregional gefragten Produkt entwickelt. Was mit 700 Tafeln für Weihnachten 2001 begann, steht heute bei einer Produktion von über 200.000 Tafeln pro Jahr. Verkauft wird mittlerweile in ganz Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol und über einen Online-Webshop in die ganze Welt. "Mit diesem Produkt bedienen wir im Gegensatz zur Konditorei einen überregionalen Markt. Mittlerweile gehören wird zu den Top-Schokoladeproduzenten in Österreich. Wir konzentrieren uns in Zukunft nur mehr auf eine Sache und widmen unsere personellen und räumlichen Ressourcen ganz der Schokolade und den Pralinen", betonen Petra und Hansjörg Haag. Auch Sohn Christoph, der Koch gelernt hat, interessiere sich nur für die Schokolade.
Für das Wachstum wird auch mehr Raum benötigt. Der Platz im Haus in der Maisengasse 16 ist durch eine extreme Hanglage beschränkt. Künftig wird auch die bisherige Bachstube für die Produktion der "Tiroler Edle" herangezogen. Der 2015 gegenüber gegründete "Schoko-Laden" bleibt aber bestehen. Die Räumlichkeiten des bisherigen Cafés werden für Schokoladen-Verkostungen genutzt. "Wir blicken positiv in die Zukunft und nun heißt es volle Kraft voraus", so Chocolatier Haag.

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