Klimawandel - Gefahr für den Wald
Der Klimawandel bringt den Wald in Lebensgefahr

Bild 01: Mitte März ein Böschungsbrand auf der Sonnenseite unterhalb von Grins.
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  • Bild 01: Mitte März ein Böschungsbrand auf der Sonnenseite unterhalb von Grins.
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Schnee- und Windbruch bedroht den Wald im Winter und danach folgt die Trockenheit und in der Folge bedrohen die Schädlinge (am bekanntesten ist der Borkenkäfer) den noch stehenden aber geschwächten Wald. Wenn der Wald das alles noch überstanden haben sollte, so wird durch unsere Unachtsamkeit und in der Folge durch die Trockenheit infolge des Klimawandels große Waldflächen durch einen Brand auf einen Schlag endgültig vernichtet!

Wenn der Wald weg ist, gibt es eine zusätzliche exponentielle Entwicklung der Klimakrise, denn 1 Tonne CO2 als Teil der Treibhausgase wird in rund 1 Tonne Holz gebunden! Eine Daumenregel besagt, dass 1 Laubbaum mit ca. 550 Kilogramm Trockenbiomasse mit seinen Blättern, Ästen und seinem Stamm, plus geschätzte 10% für die Wurzelmasse ergibt ca. 600 kg Trockenbiomasse eines Laubbaumes (z.B. Buche), welche ca. 1 Tonne CO2 binden kann.

Aber die Buche ist nicht der Hauptbestandteil unserer Wälder, welche im Schnitt auch um 40% mehr CO2 aufnehmen kann als eine ausgewachsene Fichte! Somit ergibt sich daraus wieder eine einfache Faustregel, dass ca. 2 ausgewachsene Fichten in etwa 1 Tonne CO2 aufnehmen können. Für die Eindämmung des Klimawandels wird somit die immense Bedeutung unserer Wälder klar! Darüber hinaus gilt es auch zu bedenken, dass ein gesunder und alter Baum an einem Tag rund 10 Menschen mit Sauerstoff versorgen kann!

Jüngere Erkenntnisse besagen, dass artenreiche Wälder mehr Kohlenstoff speichern können als Wälder, die nur aus Nadel- oder Laubbäumen (Monokulturen) bestehen. Mischwälder sind widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen, wie Stürme und dem Befall von Schädlingen! Diese Erkenntnisse sind dem Grunde nach schon mehr als 2 Jahrzehnte bekannt, aber der Mischwald ist nicht so schnell ertragsreich wie die Fichtenmonokultur! Ein kleiner Gemeinschaftswald von Privaten in der Perfuchsberger Au fiel vor mehr als 2 Jahrzehnte einem Sturm zum Opfer. Mit Hilfe des Forstamtes und dessen Beratung pflanzten wir in einer Arbeitsgemeinschaft den Wald als Mischwald nach.

Der Fichte gab man bis vor wenige Jahre aus wirtschaftlichen Gründen (schnell wachsendes Nutzholz und früherer Ertrag) den Vorzug und so kam es wie es kommen musste zu den heute bestehenden Monokulturen!

Mehr und auch leicht verständliche Informationen zum Thema Wald findet man unter nachfolgenden Blog: „Welche Bäume speichern am meisten CO2?“

Am Ende dieses Blogs kann man dort lesen: „Zusätzliche Maßnahmen, wie der Abbau der Emissionen durch beispielsweise den Verzicht auf fossile Brennstoffe, sind unumgänglich!“

Nachdem mehr und mehr Schadholz auf den Markt drängt, reduzieren sich auch die Erträge für die Waldbesitzer. Ursache ist das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Der Verfall des Holzpreises ermöglicht kaum mehr eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Also muss man sich überlegen, warum man Windräder in Wälder und in Bergen nicht als Zusatzeinnahmen ermöglichen soll, denn immerhin würde man zusätzliche Einnahmen lukrieren können, um den Wald klimagerecht nachrüsten zu können. Meist sind die „Kahlflächen“ über der Baumgrenze auch noch im Besitz von Agrargemeinschaften oder der Bundesforste und dort gibt es besonders ertragreichen Wind, welcher in Windenergieanlagen zu Strom umgewandelt werden kann.

Abschließend kann für Nordtirol festgehalten werden, mehr oder weniger beschränkt sich die Gewinnung von erneuerbarer Energie ausschließlich auf die Wasserkraft. Was darüber hinaus an Klimadaten für 2020 festgestellt wird bedeutet am Ende nicht nur eine sehr hohe Brandgefahr, sondern stellt eine klimabedingte generelle Gefahr für den Wald dar:
Niederschlag im März: - 42% (von statistischen  Durchschnittswert seit 1981 = 100%)  

Die Auswertung der ZAMG für 2020 zeigt:
Bisheriger meteorologischer Frühling unter den wärmsten und trockensten der Messgeschichte.

Entsprechend der graphischen Niederschlagsdarstellung ist der Niederschlag im Talkessel Landeck – Zams gleich gering wie in Innsbruck. Der Frühling 2020 brachte bisher 27 Millimeter Niederschlag (72 Prozent weniger als im Durchschnitt). Wenn es so weiter geht, dann wird der April wohl gleich trocken wie der März. Für gestern war der erste Niederschlag bis zu 0,3 lit/m² (leichter Schauer) angesagt. Für sehr kurze Zeit stimmte diese Vorhersage, danach klarte der Himmel wieder auf. Bis Morgen Mittwoch sollte es mäßigen Niederschlag mit bis zu ca. 17 lit/m² geben. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Vorhersage auch zutrifft, denn der heutige Niederschlag zeichnete sich bisher als ein leichter Nieselregen aus. Am Himmel sieht es derzeit nicht danach aus, dass heute noch etwas Niederschlag zu erwarten ist. 

Bis jetzt ist in jeden Fall alles viel zu trocken und nebst Ernteausfälle ist auch die Waldbrandgefahr ist enorm.

Weitere Quellenhinweise:
Bezirksblatt März
Bezirksblatt April
wetter.com


Vor fast 7 Jahren hatte ich schon meine Gedanken zu diesem Thema hier veröffentlicht!

Siehe:
WELTKLIMAVERÄNDERUNG – TEIL 4: FORTSETZUNG GLOBAL DENKEN und LOKAL HANDELN – EU- und WELTPOLITISCHER HANDLUNGSBEDARF IST MIT VERSCHMUTZUNGSZERTIFIKATE DRINGEND GEGEBEN!

WELTKLIMAVERÄNDERUNG – TEIL 3: GLOBAL DENKEN und LOKAL HANDELN

WELTKLIMAVERÄNDERUNG – TEIL 2: TEILMASSNAHMEN FÜR EINEN KLIMAVERÄNDERUNGSSTOPP

WELTKLIMAVERÄNDERUNG – TEIL 1: FOLGEN DES KLIMAWANDELS

Die damaligen Kommentare gingen jedoch offensichtlich mit dem Relaunche (2018) der Website leider verloren.

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