Einbruchsdiebstahl mit Happy End

Können wieder lachen: die Familie Hafele mit ihrem wiedererlangten Fahrzeug in Quero.
  • Können wieder lachen: die Familie Hafele mit ihrem wiedererlangten Fahrzeug in Quero.
  • Foto: Firma Hafele
  • hochgeladen von Daniel Schwarz
Wo: Ried, 6531 Ried im Oberinntal auf Karte anzeigen

RIED (das). Der Schreck war groß als die Chefleute der Firma Getränkehandel Hafele am Morgen des 11. Novembers, von ihrem Nachbarn auf den Einbruch auf dem Firmengelände aufmerksam gemacht wurden. Bemerkt wurde die Straftat dadurch, dass mehrere Bewegungsmelder an den verschiedenen Wirtschaftsgebäuden im Umkreis zerstört wurden.

Dreiste Diebe
Die Bande war mithilfe einer Leiter auf das Firmengelände geklettert, sind über einen Lichtschacht in das Gebäude gelangt und haben dort die neu eröffnete Vinothek ausgeräumt. "Bemerkenswert ist, dass sie gezielt Spirituosen und sonst nichts gestohlen haben, die Weine haben sie gar nicht interessiert!" erklärte Hafele Brigitte, die Cefin der Firma. Im Anschluss wurde auch noch das Getränkelager leer geräumt.
Da das eigene Auto zu klein für den Abtransport von den ca. 520 Flaschen war, wurde kurzerhand ein Firmenfahrzeug in Betrieb genommen und Diesel aus den Lastwägen abgezapft, bevor es Richtung Italien ging.
Das Fahrzeug wurde auf mehreren Verkehrskameras gesichtet, auch einem Lieferanten aus dem Nachbarort fiel das gestohlene Fahrzeug in Südtirol auf. Den entscheidenden Tipp gab aber ein einheimischer Jäger ab, der das unversperrte Fahrzeug in Quero, Italien in einem Wald entdeckte. Das Fahrzeug wurde mit einem Rest an Spirituosen dort zurückgelassen.
"Das Auto wiederzubeschaffen war eine heiße Geschichte, da dort niemand ein Wort Deutsch spricht. Ohne Dolmetscher wären wir aufgeschmissen gewesen", merkte Chef Wolfgang Hafele mit einem Schmunzeln an.
Am 23. November konnte Wolfgang Hafele, zusammen mit seinem Sohn Daniel, das Auto von den Carabinierei abholen und unbeschadet nach Hause bringen.

Detektiv "facebook"
Möglich gemacht hat diesen Erfolg unter anderem das soziale Netzwerk "facebook". Der abgesetzte Hilferuf dort wurde nämlich über 37.000 mal gesehen und über 400 mal geteilt. "Ich bin sehr überrascht, welches Ausmasse der Aufruf angenommen hat, mit dem hätte ich nie gerechnet, sogar ein Südtiroler Radiosender ist darauf aufmerksam geworden und wollte ein Interview mit mir" erklärte die Chefin.
Das Schadensausmaß ist noch nicht ganz abgeklärt, aber allein die gestohlenen Flaschen haben einen Einkaufswert von 13.000 Euro.

Sicherheitskonzept gefordert
Aufgrund der Tatsache, dass in der Firma Hafele schon insgesamt vier mal, drei mal innerhalb der letzten sechs Jahre, eingebrochen wurde, wurde nun einen Petition an die Gemeinde Ried überreicht. Darin wird ein Sicherheitskonzept von allen Anrainern für das Gebiet gefordert. "Eine einfache Beleuchtung der Straße oder ein Schranken würde wahrscheinlich schon einiges bewirken, man hat in der Nacht schon oft ein ungutes Gefühl", erklärte Brigitte Hafele.
Dennoch möchte man sich nicht nur auf, die hoffentlich kommenden, Maßnahmen verlassen, die Firmen haben selbst die In­i­ti­a­ti­ve in Form von Alarmanlagen ergriffen um in Zukunft solche negativen Überraschungen zu vermeiden.

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