Sommersitzung des Kammervorstandes
Entnahme von Wolf soll ermöglicht werden

Zu Sommersitzung traf sich der Kammervorstand der Landwirtschaftskammer Landeck heuer auf der Alpe Falkauns, wo diverse Themen diskutiert wurden.
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BEZIRK LANDECK/KAUNERBERG (sica). Die Sommersitzung des Kammervorstandes der Landwirtschaftskammer Landeck fand heuer auf der Alpe Falkauns oberhalb von Kaltenbrunn statt. Wichtige Inhalte waren unter anderem Wolf und Bär mit einer umfassenden Information zur Änderung des Jagd- und Almschutzgesetzes. 

Diverse Themen diskutiert

Passend zum Jahresthema "Direktvermarktung" der Landwirtschaftskammer, fand die Sommersitzung des Kammervorstandes der Landwirtschaftskammer Landeck heuer auf der Alpe Falkauns oberhalb von Kaltenbrunn statt, welche allein im vergangenen Jahr 4.200 Kilogramm Käse und 800 Kilogramm Butter erzeugte und rund die Hälfte direkt verkaufte.
Im Rahmen der Sitzung wurden diverse Themen diskutiert, darunter neben der Direktvermarktung auch die anstehende Weichenstellung bei der gemeinsamen Agrarpolitik, Herausforderungen in extremen Lagen, Landwirtschaft im Nebenerwerb und die Wichtigkeit der Almwirtschaft.

Zu Sommersitzung traf sich der Kammervorstand der Landwirtschaftskammer Landeck heuer auf der Alpe Falkauns, wo diverse Themen diskutiert wurden.
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Dauerthema Wolf und Bär

Auch das Thema, das Bauern mittlerweile rund um die Uhr beschäftigt, stand im Fokus der Sitzung: Die großen Beutegreifer Wolf und Bär sowie die Maßnahmen gegen weitere Risse wurden diskutiert. "Im Bezirk wurden heuer drei Herdenschutzprojekte gestartet", blickt Bezirksbauernobmann Elmar Monz zum Frühjahr zurück. "Bevor alle Bauern und Züchter wegen Rissen aufhören haben wir gesagt, wir versuchen es. Man muss einfach etwas probieren, um mitreden zu können", so Monz. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd:

"Mittlerweile wissen wir, welche Schwierigkeiten entstehen. Auf dem Papier schaut das ganze einfach aus, im Gelände wird das Konzept aber wieder umgeworfen, weil es vor Ort nicht umsetzbar ist. Die Geschehnisse in der vergangenen Zeit haben uns einfach gezeigt, dass Herdenschutz auf Almen in extremen Landschaften nicht viel bringt."

Bezirksbauernobmann Elmar Monz: "Die Geschehnisse in der vergangenen Zeit haben uns einfach gezeigt, dass Herdenschutz auf Almen in extremen Landschaften nicht viel bringt."
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Rechtliche Situation

Der Abschuss vom Wolf wird immer wieder gefordert - Dass das "einfach schießen", wie es manche Bauern fordern, nicht so leicht funktioniert und dass damit ein Berg an rechtlichen Grundlagen und Vorbereitungen einhergehen, zeigte Daniel Schleich vom Büro von LH-Stellvertreter Josef Geisler auf.

"Der Wolf ist laut FFH-Richtlinie eine geschützte Art, ein Abschuss ist durch eine Ausnahmeregelung möglich, wenn ein guter Erhaltungszustand vorhanden ist, es sich um ein Problemtier handelt und gelindere Mittel, sprich Herdenschutz, nicht möglich sind",

informiert Schleich. Um dem Abschuss aber eine rechtliche Basis zu geben und zu ermöglichen, wurde ein Abänderungsantrag betreffend "Management von Wolf, Bär und Luchs in Tirol" bei welchem das Tiroler Almschutzgesetz und das Tiroler Jagdgesetz geändert werden sollen, eingebracht.

Daniel Schleich vom Büro von LH-Stellvertreter Josef Geisler informierte den Kammervorstand über die Vorbereitung der rechtlichen Grundlagen zur Entnahme von großen Beutegreifern.
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Zwischenzeitlich wurde bereits ein anonymes Fachkuratorium eingerichtet, welches alle Risse in Tirol festhält und beurteilt und in weiterer Folge feststellen soll, ob es sich um ein sogenanntes "Problemtier" handelt. Wenn das Kuratorium zu diesem Schluss komme, folge der Bescheid zur Entnahme, so Schleich zur geplanten Vorgangsweise. Davor müssen aber diverse Punkte abgeklärt werden, wie beispielsweise, dass gelindere Mittel (Herdenschutz) in der betroffenen Region nicht möglich sind. Der Wolfs-Schütze soll zum eigenen Schutz anonym bleiben – Der Bescheid werde so ausgestellt, dass im betroffenen Hegebezirk und unmittelbar angrenzenden Hegebezirken die Schonzeit des Wolfes temporär aufgehoben werde und Personen mit ganzjähriger Jagdberechtigung und Jagdaufsichtsorgane abschussberechtigt seien. Aufgrund von festgelegtem örtlichem und zeitlichem Zusammenhang soll auf die vorherige genetische Identifizierung vom Wolf verzichtet werden. Bei Abschuss soll innerhalb von 48 Stunden die zuständige Stelle kontaktiert werden, die Trophäe würde an den Jägerverband zu Schulungszwecken gehen. "So wäre die Vorgangsweise", erklärt Schleich.

LK-Bezirksstellenleiter Peter Frank
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Eine Hürde dabei sei die Aarhus-Konvention, die ein Beschwerderecht für NGO's festhält, mit Gegenwind nach dem Bescheid wird gerechnet. "Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde werden wir aberkennen, der Bescheid wird unmittelbar rechtskräftig", so Schleich. In weiterer Folge müsse das Landesverwaltungsgericht entscheiden, ob der Bescheid zum Abschuss begründet sei.

Bezirksobmann der JB/LJ Bezirk Landeck, Mathias Neuner, LK-Bezirksstellenleiter Peter Frank, Bezirksbäuerin Gertrud Denoth und Bezirksbauernobmann Elmar Monz (v.li.)
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Geregelte Wolfs-Abschüsse gefordert

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