Fließ erhält Baukultur-Auszeichnung

LandLuft-Baukulturgemeinde: Der Fließer Bgm. Hans-Peter Bock (1. Reihe 2. v. l.) nahm die Auszeichnung in Wien entgegen.
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  • LandLuft-Baukulturgemeinde: Der Fließer Bgm. Hans-Peter Bock (1. Reihe 2. v. l.) nahm die Auszeichnung in Wien entgegen.
  • Foto: Christian Fürthner
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FLIEß. Im Rahmen eines „Fests der Baukultur“ im Wiener Palais Eschenbach präsentierten LandLuft, der Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen und der Österreichische Gemeindebund am 28. Jänner die Gewinner des LandLuft Baukulturgemeinde-Preises 2016. In einem mehrstufigen Verfahren hatte die ExpertInnen-Jury zehn österreichische Gemeinden sowie eine Region für den Preis nominiert. Der ging schließlich an Krumbach und Lustenau in Vorarlberg sowie an Ybbsitz in Niederösterreich. Ernsthofen (NÖ), Fließ (T), Moosburg und Velden am Wörthersee (K) sowie die Region Südsteiermark dürfen sich über Auszeichnungen freuen. Eine umfangreiche Buchpublikation sowie eine Wanderausstellung zeichnen die baukulturellen Prozesse der prämierten Gemeinden nach und sollen andere zum Abenteuer Baukultur ermutigen.
Aus den 23 Einreichungen hatte die Jury insgesamt zehn Gemeinden und die Region Südsteiermark für die letzte Runde des Wettbewerbs nominiert. Neben den oben erwähnten Preisträger- und ausgezeichneten Gemeinden waren dies noch Thalgau (Salzburg) sowie Mils und St. Johann i. T. (Tirol). Im Rahmen der abendlichen Preisverleihung würdigten Roland Gruber (Obmann LandLuft), Heidi Leitner (Geschäftsführerin LandLuft), Roland Gnaiger (Jury-Vorsitzender) Helmut Mödlhammer (Präsident Österreichischer Gemeindebund) und Gudrun Schreiber (BKA:Kunst, i. V. BM Josef Ostermayer) das Engagement der Kommunen und aller Beteiligten.

Fließ: Eine steile Entwicklung

Die Jury schreibt in der Begründung: Fließ ist ein Haufendorf im Tiroler Oberland und liegt auf einem Plateau etwa 200 Meter über dem Inn. Einzigartige keltische, römische, rätische und spätere Funde belegen die Rolle von Fließ als wichtige Station im europäischen Altstraßennetz. Wie viele ländliche Gemeinden hatte es vor einigen Jahren stark mit Abwanderung zu kämpfen. Neben fehlender Infrastruktur im Zentrum war auch die eingeschränkte Mobilität für die Menschen in den verstreuten Ortsteilen dafür ausschlaggebend. Ein Nachdenkprozess und das Ideenpotenzial im Ort haben seit 1999 zu einer Fülle von baukulturellen Aktivitäten geführt, die schließlich den Umschwung gebracht haben und dem Ort mittlerweile eine steigende Einwohnerzahl bescheren.
Die kluge Baulandpolitik der Gemeinde zielt auf Betriebsansiedlungen und Belebung des Ortszentrums ab. Dort schafft eine aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene, städtebaulich bemerkenswerte Baulösung Raum für Nahversorgung, Gemeindeverwaltung, Gemeindearzt, betreubares Wohnen, Startwohnungen für junge BürgerInnen sowie eine Tiefgarage mit freigelegten Ausgrabungen. Zudem erwarb die Gemeinde ein altes, zentral gelegenes rätoromanisches Mittelflurhaus, investierte in seine Sanierung und schaffte Raum für kommunale Nutzung.

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