Alpenverein Landeck
Geballtes Lawinen-Wissen für Wintersportler in St. Anton am Arlberg

Lawinenexperte Michael Larcher, Leiter der Bergsport-Abteilung des Alpenvereins, gab zahlreiche Tipps für Wintersportler.
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ST. ANTON (otko). Der Alpenverein Landeck lud zum "Lawinen Update" mit dem Vortragenden Michael Larcher.

"Lawinen-Update" des Alpenvereins

Welche Ausrüstung gehört in den Tourenrucksack, wie bewegt man sich sicher im Gelände und wie minimiert man das Risiko, von einer Lawine erfasst zu werden? Um Wintersportlern einen sicheren Einstieg in die Tourensaison zu ermöglichen, setzte der Alpenverein die erfolgreiche, interaktive Vortragsreihe "Lawinen Update" mit Michael Larcher, Leiter der Bergsport-Abteilung, auch heuer fort. Der Besucherandrang im Arlbergsaal in St. Anton am Arlberg am 13. Jänner zeigte das große Interesse. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Alpenverein Landeck, Gruppe arl.rock/St. Anton. Obmann Stv. Gabriel Winkler und Michael Ess (Kletterteam arl.rock) dankten für die freiwilligen Spenden, die dem Kletternachwuchs zu gute kommen.

Der Lawinentod ist männlich

"Wie bin ich sicher im Gelände unterwegs und wie lassen sich Unfälle vermeiden? Das Lawinen Update ist für aktive Wintersportler die Gelegenheit, sich zum Start in die Tourensaison zu informieren, ihr Wissen aufzufrischen und sich in einem kurzweiligen Abend das Rüstzeug für eine sichere Wintersaison zu holen", sagte Michael Larcher beim "Lawinen Update". Er gibt außerdem zu bedenken: "Ein Vortrag kann aber niemals die praktische Ausbildung im Gelände ersetzen, er kann aber motivieren, die Kursangebote des Alpenvereins und der Alpinschulen zu nutzen."
In zwei spannenden Stunden beleuchtete der Lawinenexperte ausgewählte Lawinenereignisse aus dem letzten Winter und half dem Publikum dabei, den Blick für die Gefahrenmuster im Schnee zu schärfen und grundlegende Sicherheitsvorkehrungen zu verinnerlichen. In Österreich gab es im vergangene Winter 148 Lawinenunfälle mit 31 Verletzten und 20 Lawinentoten, um vier mehr als 2018. "Obwohl die Zahl der Aktiven steigt, die draußen sind, geht im langjährigen Schnitt die Tendenz bei den Todesfällen nach unten. Lawinen töten und verletzen nicht. Zudem ist der Lawinentod männlich", verwies der Experte.

Konkrete Empfehlungen vom Lawinenexperten

Das schwierige an Lawinen sei aber, dass der selbe Steilhang so stabil ist, dass man ihn nicht sprengen kann und nach vier Tagen genügt eine 60-Kilogramm-Person zur Auslösung. "Das häufigste Lawinenproblem ist die Triebschneeproblematik. Hier ist der Schnee durch den Wind, den Baumeister der Lawinen, verfrachtet und hat  zum darunterliegenden Altschnee eine schlechte Verbindung. Dies ist eine Voraussetzung für ein Schneebrett", erläuterte Larcher. Daher gelte es besonders auf den Lawinenbericht zu achten. Gerade bei Stufe 3 würden die meisten Unfälle passieren. Bei Stufe vier sollten Steilhänge ab 30 Grad gemieden werden. "Besonders an Experten gilt hier die Warnung, auch sie sind nicht vor Lawinen gefeit. Gerade bei Touren sollte man immer einen Plan B und eine Ausweichroute haben. Bei den Stufen 2 und 3 sollten so genannte Modetouren gemacht und Modevarianten befahren werden. Da diese den ganzen Winter befahren werden, haben diese Hänge von Haus aus bereits eine höhere Stabilität. Mit dieser Strategie lebt man sicherer", verwies Larcher.
Der zweite Teil des Vortrags bietet jede Menge Praxiswissen für Tourengeher: Wie funktioniert die Notfallausrüstung, wie läuft der LVS-Check ab, wie sucht man effizient nach Verschütteten und wo findet man die richtigen Kurse, um den Ernstfall Lawine zu üben?
Im Anschluss an den Vortrag wurde von den Veranstaltern des Arlberg Safety – Lawinencamps ein Spendenscheck über 1.000 Euro an die Bergrettung St. Anton am Arlberg überreicht.

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