Gemeinschaftskraftwerk Inn
GKI-Baustelle trotz Corona und Mehrkosten auf Kurs – mit VIDEO

Sei April laufen die Arbeiten auf der GKI-Baustelle in Ovella unter Corona-Auflagen wieder auf Hochtouren.
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PRUTZ/NAUDERS/OVELLA (otko). Die Corona-Krise beeinträchtige auch Österreichs größte Kraftwerkswerksbaustelle. Die Arbeiten standen über einen Monat still, was Mehrkosten von 1,5 Millionen verursacht. Trotzdem soll der Kostenplan und die Fertigstellung Ende 2022 halten.

Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro

Die Corona-Pandemie hat auch den Zeitplan des Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) beeinträchtigt. Auf der grenzüberschreitenden Kraftwerksbaustelle mussten im März die Arbeiten eingestellt werden. "Wir haben rund einen Monat Verzug bei den Bauarbeiten. Seit Mitte April wird auf der Baustelle unter höchsten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen wieder gearbeitet", betonte GKI-Geschäftsführer und Tiwag-Vorstand Johann Herdina am 30. Juni bei einem Lokalaugenschein in Ovella. Bis zu 150 Beschäftigte arbeiten derzeit im Schichtbetrieb unter Hochdruck auf der größten Kraftwerksbaustelle Österreichs. Gerade in Ovella gab es eine zusätzliche Herausforderung, da die Baustelle nur über Schweizer Gebiet zu erreichen ist. "Die Grenze war lange komplett gesperrt. Nach der Öffnung gab es noch eine Sperre in der Nacht und es brauchte Passierscheine. All dies war ein zusätzlicher Aufwand", so Herdina. Von Vorteil auf der Baustelle in Ovella sei auch der am 15. März erfolgte Auftragnehmerwechsel für die Spezialtiefarbeiten von einer italienischen Firma hin zu einem österreichischen Unternehmen gewesen.
Den entstandenen Schaden durch die Unterbrechung beziffert Herdina mit ca. 1,5 Millionen Euro: „Diese Mehrkosten sind aber in unserer Risikovorsorge abgebildet. Die Baustelle bleibt trotzdem auf Kurs, wobei wir hoffen, dass wir im Winter durcharbeiten können und und uns keine zweite Corona-Welle tangiert. Wir sind zuversichtlich, den geplanten Fertigstellungstermin Ende 2022 weiterhin halten zu können.“

Startschuss für Dotierkraftwerk

Während bei den Anlagen in Prutz und Ried nur noch kleinere Restarbeiten anstehen, erfolgt in Ovella demnächst der Startschuss für den Bau des 2,1 Megawatt (MW) leistungsstarken Dotierkraftwerks. Die dafür notwendige Baugrubenumschließung mit 221 Bohrpfählen soll bis Anfang August abgeschlossen sein. Anschließend kann mit dem Aushub sowie den Vorarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung der Betonarbeiten ist für das Frühjahr 2022 geplant.
Die umfangreichen Felssicherungsarbeiten sind mittlerweile ebenfalls abgeschlossen. Bis zum Herbst werden weitere Schutzvorkehrungen gegen Gleitschneelawinen montiert. „Die gesamten, zusätzlichen Maßnahmen im Umfang von über zwei Millionen Euro sind nicht nur für die Sicherheit der Arbeiter vor Ort, sondern auch für einen späteren, reibungslosen Kraftwerksbetrieb gut investiert“, betont der GKI-Geschäftsführer.

GKI-Geschäftsführer Johann Herdina beim Lokalaugenschein auf der Baustelle in Ovella.
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Innenausbau des Triebwasserstollens läuft

In Maria Stein zwischen Tösens und Pfunds läuft unterdessen der Innenausbau des komplett unterirdisch verlaufenen Triebwasserstollens weiter. Die Demontage der Tunnelvortriebsmaschine Süd wurde im Dezember 2019 abgeschlossen. Derzeit werden Injektionsarbeiten ausgeführt – diese sollen bis Oktober abgeschlossen werden. Anschließend ist noch der Innenausbau der Montagekaverne sowie des Fensterstollens (inkl. Portalbauwerk) durchzuführen. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 ist dann der ca. 23,2 Kilometer lange Stollen ebenso wie das Krafthaus in Prutz betriebsbereit.

Vollbetrieb ab 2023 geplant

Das erste Vollbetriebsjahr des neuen Laufkraftwerks ist für 2023 vorgesehen. Mit einer installierten Leistung von 89 Megawatt können jährlich rund 440 Gigawattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 90.000 Haushalten. "Wir erzeugen dann mit dem neuen Kraftwerk rund acht Prozent des Stromverbrauchs in Tirol, was die Wichtigkeit unterstreicht. Zudem verlieren wir durch die Wasserrahmerichtlinie der EU, die eine höhere Restwassermenge vorgeschreibt, bei den TIWAG-Bestandsanlagen rund 150 Gigawattstunden", erläuterte Herdina.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Bauarbeiten für einen Monat eingestellt werden.
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Kostenplan soll halten

An der GKI GmbH ist der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag mit 86 Prozent und die Engadiner Kraftwerke mit 14 Prozent beteiligt. Die Kosten liegen derzeit bei 604,9 Mio. Euro und sollen laut dem GKI-Geschäftsführer Herdina auch halten. Entgegen dem ursprünglichen Plan bedeutet dies Mehrkosten von 30 Prozent. Die Mehrkosten stammen einerseits aus der längeren Bauzeit – statt geplanter zwei Jahre dauert der Stollenvortrieb vier Jahre – und andererseits aus der teureren Wehrbaustelle. Ursprünglich wäre bereits im Jahr 2019 das erste Vollbetriebsjahr geplant gewesen.

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