Einzigartiges Konzept
Grinner "Dorfladen" wird digital

Seit 28. Jänner 2017 gibt es in Grins keinen Nahversorger mehr im Ort. Ein neues Konzept soll den Nahversorger- Engpass in Grins beenden.
  • Seit 28. Jänner 2017 gibt es in Grins keinen Nahversorger mehr im Ort. Ein neues Konzept soll den Nahversorger- Engpass in Grins beenden.
  • Foto: Olischer
  • hochgeladen von Daniel Schwarz

Ein neues Konzept soll den Nahversorger- Engpass in Grins beenden. Dieses beinhaltet ein Online- Lieferservice, welches genossenschaftlich organisiert wird.

GRINS (das). Keine Poststelle, keine Bank, keinen Bankomaten und seit Jahren kein Lebensmittelgeschäft, nur ein "Mitfahrbankli": Das sind Fakten zum Bergdorf Grins mit rund 1.400 Einwohnern.
Mit dieser Situation wollen sich die Einwohner allerdings nicht zufrieden geben. "Es war ein ständiges auf und ab, seit der letzte Lebensmittelhändler Grins verlassen hat", weiß Franz Auderer, Obmann der Dorfgenossenschaft und Vermieter des bisherigen Ladens.
Unzählige Gespräche bei mehreren Stellen blieben erfolglos, Hoffnungen wurden zerschlagen und somit mussten die Grinnerinnen und Grinner wohl oder übel ins Auto steigen um Lebensmittel in Landeck einzukaufen. Dies stellt insbesondere eine Problem für Ältere dar.

Lösung scheint gefunden

Eine Lösung musste her und diese scheint nun gefunden. Mit einem einzigartigem Projekt will die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe nun diesen Zustand beenden und zwar mit einer Idee die nicht ganz neu ist, allerdings in Tirol ein Novum darstellt. Diese Arbeitsgruppe hatte sich im Zuge des  Dorfentwicklungsprozess gemeinsam mit der GemNova, gebildet. Der Vater der Idee und Mitglied der Arbeitsgruppe, Manfred Siegele, zeigte sich überrascht, dass seine Idee so eingeschlagen hat: "Bisher waren die Personalkosten ihm Geschäft das große Manko, das neue Modell kommt fast ohne Personal aus!"
So soll in Zukunft statt einem klassichen Ladens ein einzigartiger Lieferservice eingerichtet werden, bei dem man mit einem großen Handelsunternehmer und einem Bäcker zusammen arbeiten will.

Einfaches Konzept für Grins

Die Grundidee ist einfach: Die Grinner bestellen in den Onlineshops der Partnerunternehmen und bekommen die Produkte in ehemalige Geschäft geliefert. Dieses soll in eine Art Packstation umgebaut werden. "Jeder Haushalt kann dort eine Abholbox mieten und online, von zu Hause oder sonst wo, seine Bestellung abgegeben und auch online bezahlen. Die Box wird dann vom Lieferanten befüllt", erklärte Siegle. Für weniger internataffine Einheimische sollen die Kinder beim Bestellen helfen, für Alleinstehende übernimmt das in Zukunft der Pflegeverein. Jeder Mieter erhält einen Chip als Zugang zu seiner Box. Erklärtes Ziel sei es dabei, eine tägliche Lieferung nach Grins zu etablieren.
Außerdem sollen in den Räumen zusätzlich noch vier Warenautomaten aufgestellt werden, die mit den notwendigsten Lebensmitteln bestückt werden, dies sollten vorwiegend regionale Produkte sein.
Aber auch als Treffpunkt soll der neue "Dorfladen" in Zukunft dienen, dafür werden Getränke- und Kaffeeautomaten, sowie Sitzgelegenheiten und eine Verkaufstheke für regionale Produkte in den Räumlichkeiten angedacht.
"Theoretisch könnte der Laden 24 Stunden am Tag geöffnet haben", betonte Siegle. Dies traue man sich in Hinblick auf mögliche Vandalenakte aber noch nicht, dennoch sind die geplanten Öffnungszeiten um einiges länger als bei "normalen" Geschäften üblich. Die Verhandlungen mit den Lieferpartnern laufen derzeit auf Hochtouren.

Umsetzung hängt von Grinner ab

Ob die Idee nun Realität wird, hängt aber schlußendlich von den Grinnern selbst ab. "Wenn dies funktionieren soll, dann müssen wir alle an einem Strick ziehen!" so Bürgermeister Thomas Lutz. Betreiber des neuen "Dorfladens" soll nämlich eine Genossenschaft werden, die dafür eigens gegründet wird.
Hierfür benötigt es mindestens 100 Mitglieder, bevor man in die Umsetzung geht. Jeder müsste eine Stammeinlage von 300 Euro einbringen und verbindlich auf drei Jahre eine Abholbox (fünf Euro pro Monat) anmieten, wie Peter Schmid bei der Präsentation aufzeigt. "Auch ein "Worst Case"- und ein "Best Case" Szenario wurde dabei durchgerechnet, es sollte sich aber haarscharf auf eine schwarze Null ausgehen", erklärte Schmid.
Wenn das Modell funktioniert, ist angedacht, den Mitgliedern die Stammeinlage in einigen Jahren wieder auzuzahlen. Die Kosten für die Errichtung will man mit 75 Prozent an Förderungen abdecken. Diese liegen zwischen 150.000 Euro und 180.000 Euro.
Bis zum 24. Mai haben die Grinner nun die Möglichkeit, eine Willensbekundung abzugeben und Teil der Genossenschaft zu werde. Erste Bekundungen hat es bereits während der Präsentation gegeben.

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