Grinner Heilwasser wirkt als Medizin

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GRINS. Über 90 Testpersonen wurde nicht auf den Zahn, sondern auf die Wirbelsäule gefühlt: Das Krankenhaus Zams und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg haben in einer gemeinsamen, kontrollierten, klinischen Studie nachgewiesen, dass das Heil- und Thermalwasser von Grins in Kombination mit einem Bewegungsplan zu signifikanten Verbesserungen des Gesundheitszustandes bei Schmerzen an der unteren Wirbelsäule führt.
"Über zwei Millionen Menschen in Österreich leiden an chronischen Kreuzschmerzen und es ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch", betont Studienautor Univ.-Doz. Arnulf Hartl, der zu den führenden Wissenschaftlern in der Gesundheitsforschung in Sachen Wasser zählt. Über drei Jahre wurde an der klinischen Studie gearbeitet.
Die 90 Probanden, die eine Woche in Grins urlaubten, wurden auf drei Gruppen aufgeteilt, wobei eine Gruppe jeden Tag wanderte und badete, eine nur badete und schließlich die dritte nichts von beidem tat. Die Probanden, die badeten fühlten sich laut Hartl bereits nach einer Woche deutlich besser und die Schmerzen gingen zurück. "Auch nach vier Monaten war bei den Testpersonen immer noch eine Verbesserung der orthopädischen Parameter, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, des psychischen Wohlbefindens und insbesondere eine Verringerung der Kreuzschmerzen feststellbar. Damit ist ein nachhaltiger Langzeiteffekt dieser Anwendung nachgewiesen", verweist Hartl.

Chance für die Region

Finanziert wurde die klinische Studie in der Höhe von 200.000 Euro vom Land Tirol. Erfreut von den Ergebnissen zeigte sich auch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg: "Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind sehr bedeutsam und das Grinner Heilwasser hat eine ähnliche Qualität wie ein Medikament", erläuterte Tilg. Für die Gesundheit- und Tourismusentwicklung sei es geradezu eine Aufforderung die "Produktentwicklung voranzutreiben".
Der ärztliche Direktor des Krankenhauses Zams, Primar Ewald Wöll, verwies auf die hohe Qualität der Grinner Heilquelle: "Wir haben unsere Orthopädie in diese Studie eingebunden, um Erfahrungen für die Praxis zu gewinnen. Bis wann die Therapie aber von der Krankenkasse verschrieben wird, ist offen.“
Wasserpionier Seppl Haueis auch Zams meinte in Bezug auf das Grinner Heilwasser, dass sich schon Landesfürstin Margarete Maultasch nach der Kur in Grins wohl gefühlt habe.

Kein Betontempel

Das hochwertige Grinner Heil- und Thermalwasser mit seinem hohen Magnesium- und Schwefelgehalt wurde in den vergangenen Jahren sehr behutsam erschlossen. Projektbegleiter Ernst Fleischhacker kündigte an: „Bis zum Herbst 2016 soll nach einem Probebetrieb mit vier bis fünf Betrieben im Sommer das Gesundheitsprodukt ‚Baden und Wandern in Grins‘ auf breiter Basis vermarktbar sein.“ Für Grins wird dies aber eine touristische Herausforderung, das es momentan nur Privatzimmervermieter und ein Gasthaus gibt.
Ein Freudentag war es auch für den Grinner Bgm. Thomas Lutz: "Wir werden aber einen Stein nach dem anderen legen. Bisher gibt es noch keine Nachfrage von Investoren und die Errichtung eines Betontempel für Wellness ist nicht gewünscht." Die Gemeinde wolle es in der eigenen Hand behalten. Allerdings gäbe es neben dem Albenbad bereits die Vision eines größeren Bades am Eichibühel, das bereits von einer Architekturstudentin ausgearbeitet wurde.

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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