Hundehaltung und Zusammenleben
Helmut Ladner: „Schnell gemerkt, dass es ein größeres Thema wird“

Helmut Lander ist seit 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.
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  • Helmut Lander ist seit 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.
  • Foto: Verein Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck/Lisi Zangerl
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BEZIRK LANDECK. Der Kappler Bürgermeister Helmut Ladner ist seit dem Tod von Engelbert Stenico im Jahr 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.

Sein Credo: Das über den Verein sichergestellte, professionelle Umweltmanagement soll auch weiterhin eine große Unterstützung bei abfallwirtschaftlichen Agenden in den einzelnen Gemeinden sein. Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt ist das Projekt "Hundehaltung und Zusammenleben" – darüber informiert der Obmann ebenso wie über allgemeine „Herausforderungen der Zukunft“.

Helmut Lander ist seit 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.
  • Helmut Lander ist seit 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.
  • Foto: Verein Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck/Lisi Zangerl
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Das Projekt „Hundehaltung und Zusammenleben“ wurde über den Verein Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck initiiert – wann, warum und mit welchen Partnern geschah dies?
HELMUT LADNER: "Ins Leben gerufen wurde das Projekt vor drei Jahren, ursprünglich habe ich im Rahmen einer Arbeitssitzung lediglich das Thema Hundekot als banales „Restmüllthema“ angesprochen. Sehr schnell merkten wir, dass es ein größeres Thema ist, dem es sich zu widmen gilt und für das es eine breitere Basis braucht. Im Projekt arbeiten nun Vertreter der Umweltwerkstatt, Gemeinden, Tourismusverbände, der Landwirtschaftskammer, eine Tierärztin als auch eine Hundepsychologin mit."

Unterstützend wurden bei diesem Projekt wie erwähnt eine Reihe Experten mit ins Boot geholt – warum und wer konkret?
"Schnell wurde erkannt, dass dieses Thema ein vielfältiges ist. Wir wollten die Hundebesitzer auch mit einbinden, es geht schließlich nicht darum, diese an den Pranger zu stellen, sondern darum, Gespräche zu suchen bzw. zu informieren. Die Botschaft soll sein, dass niemand etwas gegen Hundehaltung hat, sondern es einfach darum geht, dass es Regeln gibt, die es einzuhalten gilt. Im Rahmen einer Vollversammlung wurde das Projekt den Bürgermeistern präsentiert, welche von der Notwendigkeit des Projektes überzeugt waren – so wurde von Seiten der Gemeinden gleich eine Finanzierungszusage für das Projekt erteilt und in weiterer Folge konnte auch das Land Tirol zur Unterstützung dieses Projektes gewonnen werden."

Im Bezirk Landeck gibt es fast 2.000 Hundebesitzer. Besonderes zwischen den verschiedenen Interessensvertretungen gibt es immer wieder Konflikte? Was sind die zentralsten „Probleme“?

"Zum einen das Thema 'Hundekot', hier war die Entsorgung ein zentrales Thema, auch kommt es hier immer wieder zu Konflikten mit Landwirten und Touristikern (verschmutzte Felder, Hundekot entlang von Langlaufloipen und Wanderwegen,…). Das zweite große Thema ist die Unsicherheit bei Begegnungen zwischen Mensch und Hund in diversen Situationen. Gemeinden können auf Basis der gesetzlichen Vorgaben an bestimmten Orten (Spazierwege, …) eine Leinenpflicht verordnen."

Wie ist der aktuelle Status quo? Und, über welchen Zeitraum erstreckt sich dieses Projekt?

"Dieses Projekt ist auf drei Jahre – bis 2021 - vorgesehen. Corona-bedingt verschiebt es sich nun ein Jahr nach hinten – die für den Herbst 2020 geplanten Informationsveranstaltungen werden geplanter Weise im Frühjahr 2021 nachgeholt. Nach drei Jahren ist dann eine Evaluierung vorgesehen die zeigen soll, inwieweit sich die Ausgangssituation verändert hat und die auch aufzeigen soll, in welchen Bereichen es noch weitere Sensibilisierungen braucht."

Bernhard Weiskopf (Umweltwerkstatt), Magnus Siehs (Bauern-Gebietsobmann Sannatal), Ulrike Kerber (Verhaltensberaterin und Hundepsychologin), Helmut Ladner (Obmann Verein Umweltwerkstatt) und Markus Regensburger (Umweltwerkstatt) (v.li.) informierten zum Projekt.
  • Bernhard Weiskopf (Umweltwerkstatt), Magnus Siehs (Bauern-Gebietsobmann Sannatal), Ulrike Kerber (Verhaltensberaterin und Hundepsychologin), Helmut Ladner (Obmann Verein Umweltwerkstatt) und Markus Regensburger (Umweltwerkstatt) (v.li.) informierten zum Projekt.
  • Foto: Siegele
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Können Sie uns erklären, was bisher schon umgesetzt wurde im Rahmen dieses Projektes „Hundehaltung und Zusammenleben“?

"Anfangs haben wir gemeinsam mit den Beteiligten dieses Thema beraten und aufgearbeitet, in Summe sind Informationsveranstaltungen in der Hälfte aller Gemeinden geplant, teilweise fanden diese schon im Jahr 2019 statt. Auch wurde ein Folder in den Sprachen Deutsch und Englisch für die TVB`s bzw. unsere Gäste herausgegeben, zudem gab es weitere mediale und bewusstseinsbildende Maßnahme in Form von Einschaltungen in diversen Medien."

Per 1. Oktober 2020 wurde gesetzlich geregelt, dass alle Neu-Hundebesitzer einen Sachkundenachweis vorweisen müssen – wie stehen Sie zu dieser Bestimmung?
"Das ist auf jeden Fall wichtig. Im Rahmen dieses Sachkundenachweises wird u.a. informiert, welcher Hund zum jeweiligen Besitzer passt, auch wird vor Augen geführt, was es heißt, Hundebesitzer zu sein und welche Regeln es einzuhalten gilt. Wichtig ist, dass man sich vorab die Frage stellt, ob der Hund in die jeweilige Lebenssituation passt, zB. sollte jemand, der ganztags berufstätig ist, keine Hunderasse wählen, die mehrere Stunden Auslauf benötigt. All diese Themen und noch viele mehr kommen im Rahmen des Sachkundenachweis zur Sprache."

Was passiert, wenn sich ein Bürger einen Hund anschafft und noch keinen Sachkundenachweis vorlegen kann? Weisen die Gemeinden bei der Anmeldung eindringlich darauf hin?

"Die Gemeinde nimmt die Anmeldung des Hundes auf und fordert mit einer angemessenen Fristsetzung den Besitzer dann auf, diesen Sachkundenachweis nachzureichen. Gemacht werden kann der Sachkundenachweis unter anderem über das Wifi im Bezirk."

Eine abschließende Frage: Was glauben Sie als Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck: Wo liegen die Herausforderungen für die Zukunft in Anbetracht an die Klima- und Umweltpolitik? Und, wo liegen künftig die Arbeitsschwerpunkte für den Verein Umweltwerkstatt?
"Die Umweltpolitik ist eine eigene Thematik – ich denke jeder kann im kleinen dazu beitragen, zum Beispiel durch eine Änderung des Kaufverhaltens (weniger plastikverpackte Lebensmitteln, regionaleres Einkaufen,….).
Als Arbeitsschwerpunkt des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck sehe ich nicht nur eine Müllentsorgung, vielleicht gelingt es, bewusster zu machen, dass eine Müllvermeidung in gewissen Bereichen zielführender wäre. Auch das Thema Digitalisierung wird uns mehr und mehr beschäftigen und fordern."

Zweite Runde für Infoabende zum Thema Hund


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Helmut Lander ist seit 2012 der Obmann des Vereins Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck.
Bernhard Weiskopf (Umweltwerkstatt), Magnus Siehs (Bauern-Gebietsobmann Sannatal), Ulrike Kerber (Verhaltensberaterin und Hundepsychologin), Helmut Ladner (Obmann Verein Umweltwerkstatt) und Markus Regensburger (Umweltwerkstatt) (v.li.) informierten zum Projekt.
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