Nächtigungen im Bezirk Landeck
Herausfordernde Wintersaison für die Touristiker

Zogen Bilanz über die Wintersaison 2018/19: Andreas Fahrner, Mario Gerber, Alexander von der Thannen und Otmar Ladner (v.l.).
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BEZIRK LANDECK (otko). Bei den Nächtigungen steuert der Bezirk Landeck auf ein leichtes Minus zu. Negative Medienberichte zur Schneesituation hätten dazu beigetragen.

Später Ostertermin

Am Ende einer langen und schneereichen Wintersaison wurde vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs in der Wirtschaftskammer Landeck Bilanz gezogen. "Wir sind im Endspurt und bis Ostermontag haben noch acht Skigebiete offen. Obwohl Ostern gut gebucht ist, gibt es trotzdem noch viele freie Betten. Wir haben überall ein bisschen was, aber nicht viel. Gut gebucht ist auch das Saisonfinale mit Lenny Kravitz in Ischgl. Natürlich haben wir heuer aber nicht so einen extremen Andrang wie bei Helene Fischer", informiert Alexander von der Thannen, Tourismussprecher für den Bezirk Landeck in der Wirtschaftskammer Landeck.

Verhaltene Stimmung

Nach der Jubelstimmung und den Rekordzahlen im im vergangenen Winter herrscht heuer aber eher eine verhaltene Stimmung. "Die Zahlen der heurigen Saison sind nach einen harten und strengen Winter nicht berauschend. Wir stellen uns auf ein Minus ein", bilanzierte von der Thannen.
Zwischen November 2018 und Februar 2019 verzeichnete der Bezirk Landeck 4,02 Millionen Nächtigungen. Mit einem Minus von 1,65 Prozent liegt der Bezirk damit im Tirolschnitt. Obwohl die offiziellen März-Zahlen der Landesstatistik noch nicht vorliegen, wurde von der Wirtschaftskammer Landeck bereits die Zwischenbilanz der Hotspots inklusive März präsentiert. Ischgl verzeichnet bis Ende März 1,2 Mio. Nächtigungen, was einem Minus von 1,6 Prozent (20.000 Nächtigungen weniger) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das gesamte Paznaun liegt bei 2,0 Mio. Nächtigungen (-2,6 Prozent, 50.000 Nächtigungen weniger). Ähnlich sieht es im benachbarten Stanzertal aus. St. Anton am Arlberg verzeichnet bis Ende März 930.000 Nächtigungen (-3,19 Prozent, 30.000 Nächtigungen weniger). Für die gesamte Region Stanzertal liegen die Zahlen bei 1,13 Mio. Nächtigungen (-3,68 Prozent, 43.000 Nächtigungen weniger).

Negative Berichterstattung

Im Winter 2017/2018 verzeichnete der Bezirk Landeck mit 6,2 Mio. Nächtigungen eine Rekordsaison. "Heuer werden es wohl nicht mehr als 6 Millionen werden und wir machen im gesamten ein leichtes Minus. Auch der späte Ostertermin wird die Rückgänge nicht mehr auffangen", so von der
Thannen.
IAls Gründe führt der Ischgler Hotelier vor allem die Schneeprobleme am Anfang der Saison samt starker Kritik an der Beschneiung an. Nach einem guten Weihnachts- und Silvestergeschäft habe dann die Schneesituation im Jänner einen großen Strich durch Rechnung gemacht. "Das Minus beläuft sich auf fast 10 Prozent, da wir viele Schließtage bei Seilbahnen und Straßen hatten. Gerade die negative mediale Berichterstattung über den Neuschnee hat uns einen großen Dämpfer beschert. Wir waren anfangs von der Dynamik überrascht und wenn der negative Pressezug ins fahren gekommen ist, ist er kaum noch zu stoppen", betonte von der Thannen. Gerade in Galtür habe man auch den 20. Jahrestag der Lawinenkatastrophe und die damit einhergehende mediale Berichterstattung gespürt. "Wir hatten dort ein sattes Minus bei den Nächtigungen", so der Kammerfunktionär.

Fachkräftemangel und Saisoniers

Andres Fahrner, Ausbildungsreferent der Sparte Tourismus, konnte über positive Zahlen bei der Lehrlingsausbilder berichten: "Landesweit haben wir 1.200 Lehrlinge, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 10,2 Prozent bedeutet. Die ganze Tourismusausbildung ist derzeit im Umbruch und wir evaluiert. Künftig sollen auch zwei neue Lehrberufe angeboten werden."
Für Mario Gerber, Obamnn der Hotellerie und VP-Tourismussprecher im Tiroler Landtag, war die heurige Wintersaison herausfordernd. "Nach den großen Neuschneemengen und der negativen Berichterstattung haben wir mit dem Land Tirol gleich ein Medienpaket gestartet. Wir schlagen nächstes Jahr mit positiven Bildern und Video zurück", so Gerber. Nach der Rekordsaison 2017/18 sei der Rückgang aber schmerzlich. "Trotzdem herrscht landab und landauf eine gute Stimmung."
Erfreut zeigt sich der Hottelerie-Obmann über die Änderung des Drittstaatenkontingents für Saisoniers. Künftig gibt es ein Jahreskontingent, was mehr Flexibilität erlaube. "Bei 5.692 Beschäftigten in Tourismus im Bezirk Landeck sind aber 54 Leute aus Drittstaaten trotzdem wenig", ergänzte WK-Bezirksstellenleiter Otmar Ladner.

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