AG Sopie Scholl legt Engagement zurück
In der Burschlkirche ist der Wurm drin

Die Burschlkirche kämpft mit starkem Holzwurmbefall und benötigt dringend Renovierungsarbeiten.
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LANDECK (sica). Nach 40 Jahren Engagement für die Burschlkirche legte die Aktionsgemeinschaft Sophie Scholl bei einem Pressegespräch am 12. Dezember die mit Auftrag und Unterschrift übernommene Verantwortung zurück. Grund dafür sei die schwierige Zusammenarbeit mit der Pfarre Bruggen im Zuge der nötigen Restaurierung und der Bekämpfung des Holzwurmbefalls.

Verzögerungen bei nötiger Renovierung

Als Nachfolgeverein der Pfadfinder, welche die große Restaurierung von 1980-1991 trugen, übernahm die Aktionsgemeinschaft Burschlkirche/Aktionsgemeinschaft-Sophie-Scholl in einer Art Vertrag mit der Pfarrkirche Bruggen die Verpflichtung, weiter Sorge um den Erhalt zu tragen. Darin wurde auch vereinbart, dass Beobachtungen und Mängel zu melden seien und die Zuständigkeit und Letztverantwortung beim Kirchenrat der Pfarre Bruggen verbleibt. 
Im Jahr 2016 stellte die Aktionsgemeinschaft im Zuge der Roratenvorbereitung den argen Holzwurmbefall am Lechleitneraltar fest und alamierte das Denkmalamt. Gemeinsam mit Dr. Rampold vom Bundesdenkmalamt erfolgte eine ausführliche Begehung mit Präsentation der Mängelliste (Baumaßnahmen Sakristei, Trockenlegung, Glaserarbeiten etc.), die schon seit Ende der letzten Renovierung bestand, dabei wurden noch weitere Mängel wie Schäden am Dachstuhl. Der Pfarrkirchenrat wurde laut AG-Sophie-Scholl über die Begehung informiert und dazu eingeladen, doch es sei niemand erschienen.  Die detaillierte Stellungnahme nach dem Lokalaugenschein wurde auch an den Pfarrer Martin Komarek und den Pfarrkirchenrat der Pfarre Bruggen weitergeleitet, es folgte jedoch kein Anstoß für den Beginn der Restaurierungen. 
Im Sommer 2019 erstellte Obmann der Aktionsgemeinschaft Andreas Pfenniger eine über hundertseitige Bestandsaufnahme über den Zustand und die Mängel der Burschlkirche, lud Firmen zu Begehungen ein und holte Kostenvoranschläge für die nötigen Maßnahmen ein. Dabei wären gesamt Kosten in Höhe von rund 154.000 Euro zu erwarten. Das Ergebnis wurde von Richard Triendl an den zuständigen Pfarrer Martin Komarek weitergegeben "Unsere Bitte um ein persönliches Gespräch wurde vorerst abgewiesen, er müsse erst mit dem Pfarrkirchenrat sprechen. Der Gesprächstermin folgte nicht", so Triendl.

Bestehende Vereinbarung wurde aufgekündigt

Schriftlich per E-Mail wurde der Aktionsgemeinschaft-Sophie-Scholl mitgeteilt, dass Architekt Fritz Falch als Experte für Restaurierungen kirchlicher Bauwerke mit dem Projekt betraut wird und die nötigen Vorarbeiten in Angriff nimmt. Dies hatte die Irritation der Aktionsgemeinschaft zur Folge, denn es wurde bereits ein Katalog als Vorarbeit vorgelegt. Im Zuge dessen wurde das Angebot, einen Vertreter bzw. eine Vertreterin im Renovierungskomitee unter Architekt Falch zu stellen abgelehnt, da aus der Sicht der AG auf Augenhöhe gearbeitet werden wollte. Mit einem Brief an Pfarrer Martin Komarek wurde die Vereinbarung von 2015 aufgekündigt und die Aktionsgemeinschaft zieht sich vollkommen aus der Burschlkirche zurück.
Auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER versicherte Martin Komarek, dass er ein künftiges persönliches Gespräch suchen wollte, doch der Brief sei ihm zuvorgekommen und er war nicht über das Pressegespräch informiert. Er bestätigte, dass die Aktionsgemeinschaft beim Holzwurmbefall um Hilfe gebeten wurde, doch die Ausarbeitung eines Projektes dieser Dimension war nicht die Absicht. "2016 war gerade die Renovierung der Stadtpfarrkirche im Gange und zwei Projekte parallel durchzuführen ist nicht möglich.", begründete er die fehlende Initiative. "Das stattgefundene, persönliche Gespräch wurde durch die vorherige Rücksprache mit dem Pfarrkirchenrat leider versäumt. Ich bedaure den Rückzug sehr, akzeptiere aber die Entscheidung und bin dankbar für die langjährige Zusammenarbeit."

Bausteinaktion als Abschluss

Da die Burschlkirche der Aktionsgemeinschaft-Sophie-Scholl am Herzen liegt, möchten sie mit einer Bausteinaktion einen Teil zur Restauration beitragen, auch wenn sie nicht mehr dabei sind. Es wurde ein Heft über die Burschlkirche erstellt, welche die Entwicklung und die Geschichte festhält. Zu erwerben gibt es die Exemplare bei der letzten Roratemesse in der Burschlkirche, bei den Mitgliedern der AG oder zum Beispiel im Jöchler. Die 25 Euro pro Heft kommen zu hundert Prozent der Burschlkirche zugute, da der Druck bereits von Sponsoren finanziert wurde.

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