PSG Landeck-Zams
Käufer für ehem. Billa-Areal in Bruggen gefunden

PSG verkauft ehem. Billa-Areal: Auf dem 5.427 Quadratmeter großen Grundstück im Landeck Stadtteil Bruggen soll ein Projekt entwickelt werden.
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ZAMS, LANDECK (otko). Der Zammer Gemeinderat beschloss einstimmig den Kaufvertrag für das ehem. Billa-Areal in Landeck. Die "sw bau 7.1 GmbH & Co KG" aus Imst soll dort ein Projekt entwickeln. Mandatare sparten aber nicht mit Kritik an der Projekt- und Strukturentwicklungsgesellschaft Landek-Zams.


Strategische Fläche erworben


In der Standort- und Wirtschaftsentwicklung im Talkessel gehen die Gemeinden Landeck und Zams sowie die Raiffeisenbank Oberland (RBO) seit längeren gemeinsame Wege. Im Jahr 2013 wurde nach einem längeren Diskussionsprozess die Projekt- und Strukturentwicklungsgesellschaft (PSG) Landeck-Zams eGen. als strategisch-operatives Instrument für die Umsetzung der standortwirtschaftlichen Ziele und Maßnahmen präsentiert. Die PSG ist eine unternehmerische Genossenschaft, die nicht gewinnorientiert agiert. Die Gemeinden Landeck und Zams sind mit jeweils 35 Prozent und die RBO mit 30 Prozent beteiligt.
Als strategische Fläche wurde von der PSG im Jahr 2015 das ehem. Billa-Areal im Stadtteil Bruggen für 1,777.610,32 Euro erworben. Kritik am "überhöhten Kaufpreis von 327 Euro pro Quadratmeter" gab es damals von der Landecker SPÖ. Die Gemeinden mussten für die Stemmung des Kaufpreises einiges an Geld, auch mittels Darlehen, in die Hand nehmen – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten. Pläne für einen Uni-Campus auf dem Grundstück wurden gewälzt, die aber schlussendlich nicht umgesetzt. Lange wurde über eine sinnvolle Nachnutzung diskutiert. Nun wurde aber ein Käufer gefunden, der auf dem 5.427 Quadratmeter großen Areal etwas entwickeln möchte.

Zammer Bgm. Siegmund Geiger: "Das ehem. Billa-Areal wird von der sw bau 7.1 GmbH & Co KG aus Imst käuflich erworben."
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Arbeitsplätze werden geschaffen

In der Gemeinderatssitzung am 14. Juni in Zams wurde über die Annahme eines Kaufvertrages der PSG beraten.

"Das ehem. Billa-Areal wird von der 'sw bau 7.1 GmbH & Co KG' aus Imst käuflich erworben. Dafür wurde von der PSG ein umfangreicher Kaufvertrag aufgesetzt, der bereits unterschrieben ist und nun von den Gemeinderäten bzw. vom RBO-Aufsichtsrat beschlossen werden muss. Unter anderem soll dort aber es keine Wohnnutzung geben, sondern ein Projekt umgesetzt werden mit der Möglichkeit bis zu 100 Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist der Grundgedanke und der Sinn der PSG. Die Gemeinde Zams ist bei diesem Projekt auf dem ehem. Billa-Areal dann mit 50 Prozent an der Kommunalsteuer mit dabei",

erläuterte Bgm. Siegmund Geiger.

PSG verkauft ehem. Billa-Areal: Auf dem 5.427 Quadratmeter großen Grundstück im Landeck Stadtteil Bruggen soll ein Projekt entwickelt werden.
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Unter anderem hatte es zwei Interessenten geben, wobei ein Baukonzern wieder zurückgezogen habe. "Die Firma von Walter Stoll hat ein Projekt gezeigt, wobei es sich um ein Hotel oder Boardinghouse mit Kurzeitappartements für Arbeiter handelt", so Geiger. Mit dem kolportierten Kaufpreis von zwei Millionen Euro – dieser wurde in der Sitzung aber nicht genannt – sollen laut dem Dorfchef sämtliche Kosten, was die Gemeinde Zams bisher die PSG einbezahlt hat, wieder zurückfließen. Der Kaufvertrag wurde von den Gemeindemandataren nach einer heftigen Diskussion schließlich einstimmig beschlossen.

Der Zammer Gemeinderat beschloss einstimmig den Kaufvertrag.
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Sinnvolle Verwertung

SPÖ-GV Herbert Frank sieht die Sache prinzipiell positiv. "Wir diskutieren darüber schon eine gefühlte Ewigkeit. Man kann in einen solchen Vertrag aber viel hineinschreiben mit Arbeitsplätzen und es bleibt eine Wunschgeschichte. Wichtig ist aber nun, dass das brachliegende Gelände einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird. Als Gemeinde haben wir bisher nur bezahlt und jetzt gibt es einen Rückfluss seitens der PSG."
Für Vizebgm. Josef Reheis (ÖVP), der die Sache ebenfalls positiv sah, liegt es nun an der Stadt mit einer entsprechenden Widmung dafür zu sorgen, dass vermehrt Arbeitsplätze entstehen. "Wir haben die Option auf die Kommunalsteuer."

Zuvor gab es im Gemeinderat eine heftige Diskussion über Sinn und Zweck der PSG.
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"Die PSG ist für die Katz"

Ersatz-GR Rainer Kappacher (ÖVP) plädierte hingegen dafür dem "Spuck ein Ende zu machen":

"Die PSG ist für die Katz. Wir können als Gemeinde selber Grund kaufen und verkaufen, dafür brauche ich keine PSG wofür wir jährlich 25.000 Euro bezahlen. Wir sollten dies nun zum Anlass nehmen, die Gesellschaft aufzulösen, da diese noch keinen Arbeitsplatz geschaffen hat. Nur die Preissteigerung für das Grundstück in Landeck hat dazu beigetragen, das wird die Kosten überhaupt refundiert bekommen. Zudem stellt sich mir die Frage, ob es in Landeck überhaupt ein solches Boardinghouse mit drei Mitarbeitern auf dem Grundstück braucht."

Auch GR Christoph Köck (Freiheitliche) konnte der Thematik wenig Positives abgewinnen. "Die bisherigen Kosten sind gedeckt. In Sachen Immobilienspekulation ist das Geschäft aber voll daneben gegangen. In fünf Jahren hätte solch ein Areal einen gescheiten Gewinn bringen müssen, anstatt nur die Kosten zu decken. Es war eine Nullnummer. Sollten in acht Jahren nur zwei Arbeitsplätze entstehen, dann zahlen wir mehr Lohn für den Geschäftsführer als wir 50 Prozent der Kommunalsteuer bekommen." Ähnlich sah es auch Listenkollege GV Mathias Venier: "Außer Spesen nichts gewesen. Wir sind bei der Sache mit einem blauen Auge davon gekommen und haben diese Gesellschaft mit einem Batzen Geld finanziert."
GRin Theresia Schönherr(ÖVP) warf in die Diskussion ein, dass im Talkessel nichts zur Verfügung stehe. Die PSG habe nur Sachen gekauft, die sonst niemand wollte. "Wir stecken hier mit viel Geld drin, dass wir anderswo gut gebrauchen könnten."

Der Landecker Gemeinderat entscheidet am 24. Juli über den Kaufvertrag.
  • Der Landecker Gemeinderat entscheidet am 24. Juli über den Kaufvertrag.
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Landecker Gemeinderat entscheidet

Eher wortkarg zum Kaufvertrag und zur Entwicklung des Areals gibt sich auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER hingegen der Landecker Stadtchef Herbert Mayer:

"Die Gemeinden und die RBO müssen dem zustimmen. Der Kaufvertrag wird bei der Gemeinderatssitzung am 24. Juni in Stadtsaal diskutiert."

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