100 Jahre Republik
Katastrophentage im Bezirk Landeck

Die verheerende Lawinenkatastrophe in Galtür vom 23. Februar 1999 forderte 31 Todesopfer.
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  • Die verheerende Lawinenkatastrophe in Galtür vom 23. Februar 1999 forderte 31 Todesopfer.
  • Foto: Bundesheer
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BEZIRK LANDECK (otko). Auch den Bezirk Landeck haben in den letzten 100 Jahren oftmals Lawinen, Überschwemmungen, Muren und Brände heimgesucht. In diesem Rahmen werden aber nur die letzten 30 Jahre beleuchtet (kein Anspruch auf Vollständigkeit!).
Auch das Jahr 2018 wird vielen Leuten in Erinnerung bleiben. In Schnann und Pettneu am Arlberg gab es Verwüstungen und Millionenschäden durch Murenabgänge – besonders das Gewerbegebiet war stark betroffen. Im Winter bzw. Frühjahr kam es zu zahlreichen Hangrutschungen und Felsstürzen. Wichtige Straßenverbindungen wie die L76 zwischen Landeck und Fließ mussten gesperrt werden. Ganze Ortschaften waren für Tage abschnitten bzw. nur erschwert über Not- bzw. Ausweichwege erreichbar. Neben Fließ war vor allem das Sonnenplateau mit den Tourismusorten Serfaus, Fiss und Ladis davon am stärksten betroffen. Gerade die Versorgung und Abwicklung der An- und Abreise der Touristen war zu Beginn eine große Herausforderung. Schließlich wurde in kürzester Zeit ein Notweg aus dem Boden gestampft.

Jahrhundert-Hochwasser

Große Murenabgänge gab es auch 2016 in Grins-Graf, wo das Gewerbegebiet verwüstet wurde, sowie in Pians (Lattenbach) und Strengen (Dawinbach). Die Nacht vom 7. auf den 8. Juni 2015 wird den Menschen in den Seer Ortsteilen Gries und Elis sowie im Kappler Weiler Schaller noch länger mit Schrecken in Erinnerung bleiben. Über 100.000 Kubikmeter Geröll wurden vom Schallerbach ins Tal befördert wobei rund die Hälfte im Ortsgebiet abgelagert wurde und für schwere Verwüstungen und Millionenschäden sorgte. Rund 70 Häuser wurden beschädigt. Davon betroffen waren 268 BewohnerInnen. Es mussten 65 Personen evakuiert werden.
Auch die Gemeinde Kappl war im Juni 2010 von einem großen Murenereignis am Diasbach betroffen. Dort mussten 50 Häuser evakuiert werden. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Auch hier gingen die Schäden in die Millionen.
Von einem Jahrhunderthochwasser wurde der Bezirk Landeck am 23. August 2005 heimgesucht. Nach tagelangen sintflutartigen Niederschlägen verwandelten sich die Bäche in reißende Flüsse. Im Paznaun und im Stanzertal kam es zu massiven Überflutungen und in Pfunds zu einem großen Murenabgang am Stubnerbach. Häuser wurden zerstört, Gewerbegebiete überflutet und Straßen und Bahnanlagen weggespült. Auch das Stromnetz brach großflächig zusammen. Ein Großeinsatz samt Luftbrücke war nötig, um die immensen Schäden zu beseitigen. Bei all diesen Katastrophen gab es aber wie durch ein Wunder keine Toten und Verletzten. Auch eine Welle der Hilfsbereitschaft rollte durch das Land.

Lawinenkatastrophen

Seit jeher sind das Paznaun, das Stanzer- und das Kaunertal von Lawinenereignissen betroffen. Als schwarze Tage gingen die Lawinenkatastrophen von Galtür (23. Februar 1999) und Valzur (24. Februar 1999) in die Annalen ein. Nach tagelangen Schneefällen ging gegen 16.00 Uhr vom nördlich gelegenen Sonnberg eine große Lawine ins Ortszentrum von Galtür ab, die zahlreiche Häuser zerstörte und Personen verschüttete. Aufgrund der schlechten Wetterlage waren die Einsatzkräfte vor Ort auf sich allein gestellt. Auch die Straßenverbindung ins Paznaun war seit Tagen gesperrt. Erst am nächsten Tag konnte eine Luftbrücke eingerichtet werden und zusätzliche Einsatzkräfte einflogen werden. In Galtür konnten 31 Personen nur mehr tot geborgen werden. Zudem gab es auch zahlreiche Verletzte. Beim Lawinenabgang in Valzur kamen sieben Personen ums Leben. Mit der größten bisher durchgeführten Luftbrücke in Österreich wurden mit ausländischer Hilfe vom Bundesheer tausende Urlauber ausgeflogen. Auch eine "Medienlawine" bisher unbekannten Ausmaßes und ein Katastrophentourismus ergoss sich über Galtür. Der Tourismusort hatte jahrelang mit den negativen Auswirkungen zu kämpfen.
Es war der 13. März 1988 – gegen 6.50 Uhr – als eine riesige Staublawine aus den Einzugsgebieten Wolfsgruben und Stockibach abging und im Ortsteil Nasserein der Gemeinde St. Anton am Arlberg großen Schaden anrichtete. Sieben Personen wurden getötet, 23 verletzt und mehrere Gebäude zerstört.

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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