BFI Landeck
Klimawandel hat Auswirkungen auf die Landecker Wälder

Künftig Tannen- und Laudmischwälder: Die Fichte und auch die Kiefer sind wegen des Klimawandels bis in Höhenlagen von 1.200 m und an exponierten Bereichen bis 1.400 m Seehöhe in ihrer Existenz gefährdet.
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  • Künftig Tannen- und Laudmischwälder: Die Fichte und auch die Kiefer sind wegen des Klimawandels bis in Höhenlagen von 1.200 m und an exponierten Bereichen bis 1.400 m Seehöhe in ihrer Existenz gefährdet.
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LANDECK. Was bedeutet der Klimawandel für den Bezirk Landeck? Sowohl die Fichte als auch die Kiefer sind bis in Höhenlagen von 1.200 Meter und an exponierten Bereichen bis 1.400 Meter Seehöhe in ihrer Existenz gefährdet.

Fichte durch Klimawandel gefährdet

Der Bezirk Landeck ist gekennzeichnet durch ein sehr trockenes warmes Klima. Der Jahresniederschlag beträgt z.B. in St. Anton am Arlberg ca. 1.300 Millimeter und in Prutz ca. 600 Millimeter. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen in einigen Gemeinden über acht Grad. Die Fichte benötigt, damit sie gut wachsen kann, in der Vegetationszeit mindestens 350 Milimeter Jahresniederschlag und eine Jahresdurchschnittstemperatur, die deutlich unter 8 Grad liegt. "Das bedeutet für die Hauptbaumart Fichte, dass sie mit diesen Werten an der Grenze des Erträglichen ist. Laut Prognose des Bundesamtes für Wald ist daher die Fichte im Talkessel Landeck bis nach See und im Oberen Gericht bis Pfunds von der Klimaerwärmung massiv betroffen", berichten die beiden Leiter Bezirksforstinspektion (BFI) Landeck, Peter Hauser und Michael Knabl von der.
Dazu kommt noch die klassische Föhnlage im Bezirk Landeck, die diese Parameter noch verschärft. Es ist daher damit zu rechnen, dass sowohl die Fichte als auch die Kiefer bis in Höhenlagen von 1.200 m und an exponierten Bereichen bis 1.400 m Seehöhe in ihrer Existenz gefährdet ist.

Peter Hauser, Leiter der BFI Landeck, der mit 1. August in den wohlverdienten Ruhestand tritt.
  • Peter Hauser, Leiter der BFI Landeck, der mit 1. August in den wohlverdienten Ruhestand tritt.
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Ersatz durch Tanne und Laubhölzer

Vorrangiges Ziel ist daher der Ersatz der Fichte durch Tanne und Laubhölzer. Die Kiefer, die auf sehr trockenen, seichtgründigen, extremen Standorten wächst, kann nur durch wärmeliebende Laubhölzer ersetzt werden.
"Die Baumart Tanne sowie die Laubhölzer (Bergahorn, Vogelkirschen, Linden und Eichen ...) sind für die zukünftigen Klimabedingungen bestens geeignet und absolut alternativlos. Allerdings sind diese Baumarten ein besonderer Leckerbissen für unser heimisches Wild. Ohne Lösung der Wildfrage wird der Ersatz von Fichte und Kiefer durch Tanne und Laubholz nicht flächendeckend gelingen", so Hauer und Knabl. Das heißt aber auch, dass die so wichtigen Sozialfunktionen des Waldes (Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion) nicht in ausreichendem Maße aufrechterhalten werden können.
Als Sofortmaßnahme werden heuer und nächstes Jahr im gesamten Bezirk ca. 90 Zäune (Ausmaß ca. 600 Quadratmetern) errichtet, um Tanne und Laubholz vor Wildverbiss zu schützen. Diese aufwändigen und sehr teuren Zäune gewährleisten das Aufwachsen der Mischbaumarten unter geeigneten Rahmenbedingungen. Bis zur Lösung der Wildfrage ist dies die einzige Alternative.
Zweiter Ansatzpunkt im Klimawandel ist die Stärkung der vorhandenen Waldbestände durch entsprechende frühzeitige und ausreichende Waldpflegemaßnahmen. Das sind Jungwuchs- und Dickungspflege und nachfolgend die Durchforstung der mittelalten Waldbestände.

Michael Knabl, der neue Leiter der BFI Landeck.
  • Michael Knabl, der neue Leiter der BFI Landeck.
  • Foto: Othmar Kolp
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Wie sieht die Situation in den Nachbarländern aus?

In Deutschland, Italien und Tschechien sind in den letzten beiden Jahren 200 Mio. Festmeter Fichtenschadholz angefallen. Für 2020 kann keine Schadholzprognose abgegeben werden. Aber man weiß, dass allein in Deutschland 800 Mio. Festmeter und in Tschechien 400 Mio. Festmeter Fichtenholz potentiell durch die Klimabedingungen bzw. in der Folge durch Borkenkäfer gefährdet sind (Holzkurier Heft Nr. 09 2/20 S.3). Diese Prognosen bauen auf einer Temperaturerwärmung von lediglich 2 Grad auf, man rechnet jedoch mittlerweile mit bis zu 4 Grad Erwärmung bis zum Jahr 2100. Diese Situation ist durchaus als dramatisch zu bezeichnen und hat für unsere Waldbesitzer fatale Folgen. Der Preis für Fichtensägeholz ist zusammengebrochen und wird sich bei diesen Prognosen für die nächsten Jahre sicher nicht erholen.
"Die einzige Lösung ist daher, dass die gefährdete Fichte möglichst schnell durch die erwähnten Mischbaumarten, Tanne und Laubhölzer, ersetzt wird", verweisen Hauser und Knabl.

Michael Knabl neuer Leiter der Bezirksforstinspektion Landeck

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