Krankenhaus St. Vinzenz Zams setzt einen neuen Meilenstein

Gedenksteinenthüllung: Bgm. Mag. Siegmund Geiger, Generaloberin Sr. Dr. Maria Gerlinde Kätzler und LR DI Dr.  Bernhard Tilg.
  • Gedenksteinenthüllung: Bgm. Mag. Siegmund Geiger, Generaloberin Sr. Dr. Maria Gerlinde Kätzler und LR DI Dr. Bernhard Tilg.
  • Foto: St. Vinzenz Krankenhaus Zams
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ZAMS. Seit mehr als zwei Jahrhunderten ist das a.ö. Krankenhaus St. Vinzenz die medizinische Institution in der Region. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Weichen gestellt: Der Zammer Dekan Nikolaus Tolentin Schuler ließ aus eigenen Mitteln das erste Krankenhaus errichten, das Platz für fünfzig Kranke bot. Seither ist viel geschehen. Das Haus wurde mehrfach erweitert und den jeweiligen Erfordernissen der Zeit angepasst. Nun steht das Haus wieder am Beginn eines Umbruchs. „Der aktuelle Neubau schafft die baulichen Voraussetzungen, die das Krankenhaus St. zum modernsten allgemein öffentlichen Krankenhaus im Tiroler Oberland machen. Dies ist eine große Verantwortung, die wir mit Sorgfalt und Freude annehmen“, so der Geschäftsführer Bernhard Guggenbichler.

Drei Häuser und zwei Bauabschnitte

In zwei Bauabschnitten werden Haus IV / Haus V und anschließend Haus III neu errichtet. Damit entstehen neue Bettenstationen, Ambulanz- und OP-Trakt, eine Tiefgarage, ein Speisesaal und eine Werkstatt, die die bauliche Grundlage für die medizinischen Entwicklungen bieten. Mit der baulichen Initiative wird die Infrastruktur ausgebaut und die Grundlage für eine moderne und sichere medizinische Versorgung der Bevölkerung vor Ort geschaffen. Der Bau wird aus Mitteln von Land, Gemeinden und dem Orden der Barmherzigen Schwestern in Zams errichtet. Bernhard Guggenbichler: „Wir möchten uns bei allen Gemeinden bedanken, dass sie geschlossen hinter dem Bau stehen. Ein Projekt dieser Größenordnung kann nur dann umgesetzt werden, wenn alle an einem Strang ziehen“.

Medizinische Innovation braucht Infrastruktur

Bei dem Bauvorhaben geht es in erster Linie darum, die Infrastruktur für eine medizinische Weiterentwicklung und den Ausbau weiterer Leistungen zu schaffen. LR Bernhard Tilg ist sich der großen Verantwortung, die ein Krankenhaus inne hat, bewusst: „Die Gesundheit der Bevölkerung ist ein wichtiges Gut. Hier wird nicht nur das Krankenhaus St. Vinzenz ausgebaut, sondern mit den neuen Abteilungen Neurologie, Psychiatrie, Akutgeriatrie und Palliativ auch die medizinische Versorgung. Damit setzen wir auf wohnortnahe Versorgung in der Region“.

Erweiterung des medizinischen Leistungsspektrums

Durch die neuen Abteilungen und die im bestehenden Gebäude geplanten Ergänzungen wird das medizinische Leistungsspektrum an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst. Der ärztliche Leiter Univ.-Prof. Prim. Dr. Ewald Wöll freut sich über diesen wichtigen Schritt: „Mit diesem Umbau erweitern wir unser Angebot und schaffen eine noch umfassendere Gesundheitsversorgung für die Region, die sich nach den neuesten Herausforderungen richtet. Ich freue mich, dass wir diesen Schritt gewagt haben und blicke mit großer Zuversicht in die Zukunft“.

Die Meilensteine und Bauphasen des Krankenhaus St. Vinzenz

Das a.ö. Krankenhaus St. Vinzenz ist eine Einrichtung des Ordens der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul. Es steht mitten in einer großen Um- und Zubauphase, die durch hohe Förderungen der öffentlichen Hand, aber auch durch einen nicht unbeträchtlichen Beitrag des Ordens errichtet werden. Die Generaloberin Sr. Dr. Maria Gerlinde Kätzler hat die Aufstellung des Gedenksteins initiiert: „Damit wollen wir die historische Dimension, die verschiedenen Entwicklungen des Krankenhauses St. Vinzenz seit den Anfängen und die Verbundenheit mit dem Mutterhaus ins Bewusstsein rücken“. Seit über zweihundert Jahren ist das a.ö. Krankenhaus St. Vinzenz um die Gesundheit der Menschen in der Region bemüht. Sr. Dr. Maria Gerlinde Kätzler: „Im Mittelpunkt steht die Sorge um den Einzelnen, das Ernstnehmen jedes Menschen und die Achtung seiner Persönlichkeit“.

1811: Erstes Krankenhaus St. Vinzenz
Nikolaus Tolentin Schuler wurde 1805 Pfarrer und Dekan in Zams. Er erkannte die dramatische Lage der Armen und Kranken und fasste den Entschluss, ein neues Krankenhaus zu bauen, das wieder echte Hilfe für die vielen Bedürftigen des Dorfes und der Umgebung bieten könnte. Die Gemeinde Zams war aber in der damaligen Lage weder imstande noch willens, diesen weitsichtigen Plan zu unterstützen. So ließ er aus eigenen Mitteln ein zweistöckiges Gebäude mit 15 Zimmern für ca. fünfzig Kranke errichten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 18. März 1811 am Stollangerle, wo das Krankenhaus heute noch steht.
1871: Wiederaufbau nach Brand
1870 fiel das Haus samt Hab und Gut einer Brandstiftung zum Opfer. Sr. Borgias Aloys, die damalige Generaloberin, ließ am Talboden ein Mutterhaus und auf dem früheren Standplatz ein neues Krankenhaus errichten. Im Jahre 1881 konnte es als „Allgemeines öffentliches Krankenhaus St. Vinzenz von Paul“ eröffnet werden.
1931: Haus 1
Unter der Leitung des Architekten und Baurates Willibald Braun entstanden von 1930 bis 1934 ein Isoliergebäude und mehrere Erweiterungsbauten, so dass bereits 1931 mit nur einem Arzt über 2200 Patientinnen und Patienten behandelt werden konnten.
1991: Haus 2
Unter Generaloberin Sr. Dr. M. Dominika Moosbrugger wurden erstmals unter finanzieller Mithilfe von Gemeinden, Land und Bund die Sanierung des gesamten Altbaus und die Errichtung eines Neubaus in Auftrag gegeben. Architekt DI Friedrich Falch errichtete auf beengtem Areal in schwieriger geologischer Gesteinslage den vierten Bau des Krankenhauses.
2011: Haus 3
Seit 1994 wurde das Medizinische Leistungsangebot um die Fachschwerpunkte Urologie, HNO, Orthopädie und Augenheilkunde erweitert. Eine Pathologie wurde dem Krankenhaus angeschlossen, ein neuer OP gebaut, moderne Diagnosegeräte wie CT oder MRI in Betrieb genommen. Eine onkologische sowie eine chirurgische Tagesklinik wurden eröffnet. Der Hubschrauberlandeplatz wurde auf das Dach von Haus II verlegt. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule wurde als „Bildungszentrum St. Vinzenz“ mit Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für das gesamte Gesundheitspersonal neu errichtet.

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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