Covid-19
Krankenhaus Zams erzielte "sensationelles Behandlungsergebnis"

Das Krankenhaus St. Vinzenz Zams legte kürzlich einen Bericht zur "Covid-19-Pandemie" vor.
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  • Das Krankenhaus St. Vinzenz Zams legte kürzlich einen Bericht zur "Covid-19-Pandemie" vor.
  • Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams/ Provisuals
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ZAMS (otko). Das Krankenhaus St. Vinzenz Zams hat nun einen lesenswerten Bericht über die Bewältigung der Covid-19-Pandemie vorgelegt. Neben einer Rückschau ist auch ein Ausblick auf die heurigen Investitionen enthalten.

Herausforderung und Neustrukturierung

Anstelle des gewohnten Geschäftsberichtes über das Jahr 2019 hat das Krankenhaus St. Vinzenz Zams kürzlich einen aktuellen 28-seitigen Bericht veröffentlicht, der Einblicke in die Bewältigung der außergewöhnlichen Ereignisse rund um die Covid-19-Pandemie am Ordensspital gibt.
"Der Ausbruch der Pandemie hat enorme Herausforderungen und Neustrukturierungen im Krankenhaus mit sich gebracht. Diese betrafen sämtliche Abläufe, aber vor allem unseren stationären und ambulanten Bereich. Dank motivierter Mitarbeiter ist dies gelungen. Der Bezirk Landeck war besonders von der Corona-Krise betroffen, dementsprechend umfassend waren die Aufgaben der letzten Monate für uns", erläutert Bernhard Guggenbichler, Geschäftsführer des Krankenhaus St. Vinzenz Zams.
Für Generaloberin Sr. Maria-Gerlinde Kätzler sind neben Auswirkungen des Virus auch viele Ängste und Sorgen der Menschen neu:

"Noch mehr als sonst waren und sind wir in unserer Empathie und im Miteinander gefordert, um diese Ausnahmesituation und ihre Nachwirkungen zu schaffen."

Das Krankenhaus St. Vinzenz Zams legte kürzlich einen Bericht zur "Covid-19-Pandemie" vor.
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"Sensationelles Behandlungsergebnis erzielt"

Nachdem es sich bereits im Februar eine sich rasch ausbreitende Pandemie abzeichnete, waren am Krankenhaus Zams die Vorbereitungen auf die möglichen Auswirkungen bereits voll im Gange. Der Bezirk Landeck entwickelte sich dann zu einem Hotspot der Pandemie in Österreich mit hoher Infektionsrate. Am 12. März 2020 wurde der erste Covid-19-Patiente am KH Zams behandelt, bis Juni stieg die Zahl der Behandlungsfälle auf 149 an. 90 Prozent dieser PatientInnen erhielten eine Versorgung auf der Normalstation – für 10 Prozent war eine umfassende intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Bis zu 16 PatientInnen belegten gleichzeitig  den Intensivbereich.
"Wir haben in Summe ein sensationelles Behandlungsergebnis erzielt. Der Großteil der PatientInnen konnte nach langwieriger intensivmedizinischer Therapie wieder auf die Normalstationen entlassen werden. Die Intensivmortalität für an Covid-19 erkrankte PatientInnen lag im St. Vinzenz Krankenhaus Zams bei 16,7 Prozent", blickt Primar Dr. Walter Hasibeder, Leiter der Anästhesie und Operative Intensivmedizin auf eine nie dagewesen Situation zurück. Mitte Mai befand sich erstmals kein akuter Covid-Patient auf der Intensivstation. "Die Pandemie mit dem neuen SARS-2-Virus zeigt, wie wichtig eine hochwertige intensivmedizinische Versorgung im Bezirk ist", so Hasibeder.

Primar Dr. Walter Hasibeder und sein Team hatten extrem schwere Krankheitsverläufe zu behandeln.
  • Primar Dr. Walter Hasibeder und sein Team hatten extrem schwere Krankheitsverläufe zu behandeln.
  • Foto: Romana Mai
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Schutz der Mitarbeiter und Telemedizin

Das hohe Ansteckungsrisiko des Coronavirus bedingte die Behandlungen der infizierten PatientInnen auf einer eigenen Isolierstation, die am 12. März in Betrieb genommen wurde.
Gleichzeitig wurde der Normalbetrieb auf dringende Fälle reduziert, um genügend Personal- und Bettenkapazitäten für eine mögliche Verschärfung der Situation sicherzustellen. Die enge Zusammenarbeit mit den HausärztInnen in den Bezirken Landeck und Imst wurde intensiviert und somit konnte in erheblicher Behandlungsaufwand durch die niedergelassenen Praktiker abgefangen werden.
Wichtig war auch der Schutz des medizinischen Personals vor einer Ansteckung. "Die Bestrebungen um die Unversehrtheit der wertvollen MitarbeiterInnen waren erfolgreiche. Die Ausfälle während Pandemie durch Corona-Infektionen, Quarantäne oder andere Krankenstände waren sehr gering", zeigt sich Geschäftsführer Guggenbichler erfreut. 

Krankenhaus St. Vinzenz Zams: "COVID-19-Pandemie. Berichte. Zahlen. Erkenntnisse"
  • Krankenhaus St. Vinzenz Zams: "COVID-19-Pandemie. Berichte. Zahlen. Erkenntnisse"
  • Foto: Othmar Kolp
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Intensiv genutzt wurden in dieser Zeit auch die neuen digitalen Möglichkeiten. Die Ärzte des Krankenhauses standen im ständigen Kontakt mit den niedergelassenen Kollegen in den beiden Bezirken, wofür auch eine eigene WhatsApp-Gruppe genutzt wurde. Für die physiotherapeutische und logopädische Nachbetreuung der PatientInnen wurden Skye, WhatsApp & Co genutzt. "Möglicherweise bildet diese Form der Telemedizin ein zukunftsträchtiges Modell", zieht Primar Dr. Anton Kathrein, Ärztlicher Leiter der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie eine positive Bilanz. Auch mittels dem innovativen Einsatz von Technologie konnte trotz des allgemeinen Besuchsverbots der Kontakt zwischen Erkrankten und Angehörigen aufrechterhalten werden.

Primar Dr. Ewald Wöll, ärztlicher Leiter des Krankenhaus Zams: " Mit vereinten Kräften ist uns die Bewältigung gelungen."
  • Primar Dr. Ewald Wöll, ärztlicher Leiter des Krankenhaus Zams: " Mit vereinten Kräften ist uns die Bewältigung gelungen."
  • Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams/ Mathias Brabetz
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Lehrreiche Erkenntnisse gewonnen

Ebenfalls ab 12. März war dann der Krisenstab rund um die Uhr im Einsatz, der über 580 Arbeitsaufträge vergab. Fast alle Abläufe im Ordensspital mussten neu organisiert werden. Nach 35 Tagen im Krisenstabsbetrieb konnte dann Ende April langsam wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt werden. Die Terminvergabe bei den Ambulanzen musste neu geregelt werden, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Aus der Bewältigung der Pandemie konnten auch lehrreiche Erkenntnisse für zukünftige Szenarien gewonnen werden. "Wir haben alles daran gesetzt, uns mit Sorgfalt und Kompetenz um die am Coronavirus erkrankten PatientInnen zu kümmern. Gleichzeitig war es unser Ziel, die Handlungsfähigkeit in allen Spitalsbereichen aufrechtzuerhalten. Mit vereinten Kräften ist uns das gelungen", betont Primar Dr. Ewald Wöll, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Zams.

Im Jahr 2020 werden 16,2 Millionen Euro in das Krankenhaus St. Vinzenz in Zams investiert.
  • Im Jahr 2020 werden 16,2 Millionen Euro in das Krankenhaus St. Vinzenz in Zams investiert.
  • Foto: Othmar Kolp
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16,2 Millionen Euro werden investiert

Für das Jahr 2020 ist eine Erweiterung des Spitals mit einem Bauvolumen von 15 Millionen Euro vorgesehen. Für weitere Investitionen sind 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Außenstände bei Leistungen für inländische PatientInnen belaufen sich 2019 auf 12,6 Millionen Euro, für ausländische PatientInnen sind es 11,2 Millionen Euro. In den letzten fünf Jahre erhöhten sich die unbereinigten Erträge um 13,6 Millionen Euro. Die unbereinigten Aufwendungen stiegen im Vergleichszeitraum um 20,9 Millionen Euro. Für 2020 werden Erträge von 85,5 Millionen Euro und Aufwendungen von 93,5 Millionen Euro budgetiert. Den Abgang tragen das Land Tirol, die 54 Gemeinden der Bezirke Imst und Landeck sowie die Kongregation der Barmherzigen Schwestern Zams.

Krankenhaus St. Vinzenz Zams steht wirtschaftlich auf gesunden Beinen

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 8.587 Operationen durchgeführt. Durchschnittlich fanden 23,5 Eingriffe pro Tag statt. Insgesamt 21.964 Fälle zählt die Statistik bei den stationären Aufnahmen im vergangen Jahr. Auch 785 neue Erdenbürger erblickten im Jahr 2019 das Licht der Welt.

Schutz der Patienten hat am KH Zams oberste Priorität

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