Versorgungslücken drohen
Kupfernetz-Abschaltung sorgt für Diskussion in Schönwies

In der Gemeinde Schönwies soll das bestehende Kupfernetz von A1 mit 31. Dezember 2021 abgeschaltet werden.
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  • In der Gemeinde Schönwies soll das bestehende Kupfernetz von A1 mit 31. Dezember 2021 abgeschaltet werden.
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SCHÖNWIES (otko). In Schönwies wird die bestehende Kupferinfrastruktur mit Ende 2021 abgeschaltet. A1-Kunden sollen dann das gemeindeeigene Glasfasernetz nutzen, wobei aber Versorgungslücken drohen. Die Gemeinde Schönwies hält aber trotzdem am bisherigen Netzausbauplan fest.

Keine Doppelgleisigkeiten und Parallelbetrieb

Wie in anderen Gemeinden schreitet auch in Schönwies der Ausbau des LWL-Netzes weiter voran. Im Jahr 2020 wurden im Ortsteil Saurs 39.000 Euro in das gemeindeeigene Glasfasernetz investiert.  Auch heuer wird der Ausbau weiter forciert – dafür sind 60.000 Euro budgetiert.

Laut Budget sollen heuer 60.000 Euro in den LWL-Ausbau im Schönwieser Ortsteil Saurs investiert werden.
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Vom weiter fortschreitenden Netzausbau möchte künftig auch A1 Telekom Austria profitieren. Der teilstaatliche Telekommunikationskonzern plant in Schönwies mit 31. Dezember 2021 die bestehende Kupfertechnologie von A1 abschalten und das Glasfasernetz der Gemeinde mitzunutzen.

"Als Partner der Tiroler Landesregierung im Ausbau von Glasfasernetzen in Tirol hat sich A1 nach intensiven Vorgesprächen im Vorjahr mit dem Land Tirol, der Breitband Service Agentur (BBSA) und dem Bürgermeister von Schönwies dazu entschlossen, das bereits sehr gut ausgebaute Glasfasernetz der Gemeinde in Zukunft zu nutzen und sich im Netz einzumieten. Dies entspricht der Strategie des Landes Tirol und soll dazu beitragen die lokale Wertschöpfung gemeinsam zu steigern und allen Tirolerinnen und Tirolern schnelles Breitband zur Verfügung zu stellen",

erläutert Unternehmenssprecherin Livia Dandrea-Böhm, Leitung A1 External Communications, auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER. Damit sollen künftig Doppelgleisigkeiten vermieden werden. Mittelfristig sei ein Parallelbetrieb von Kupfer- und Glasfaserinfrastruktur in dieser Kooperationsform nicht vorgesehen.

In der Gemeinde Schönwies soll das bestehende Kupfernetz von A1 mit 31. Dezember 2021 abgeschaltet werden.
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Informationstage für A1-Kunden

Daher wurden bereits im Februar alle A1 Festnetzkunden in Schönwies per Brief darüber informiert, dass sie bis 30. Juni 2021 auf das neue Netz der Gemeinde wechseln sollten. "Festnetznummer, Benutzerdaten und E-Mail-Adresse werden dann auf das neue A1 OAN Produkt übertragen. Es gibt allerdings keinen automatischen Wechsel, sondern die Kunden müssen sich aktiv dazu melden", so Dandrea-Böhm. Um alle Fragen der BürgerInnen zu klären, wurden in der Gemeinde seitens A1 bisher fünf Informationstage abgehalten. Ebenso steht der A1 Shop in Imst für Auskünfte zur Verfügung. Laut der Unternehmenssprecherin sollen noch weitere Beratungstage folgen.

Gemeinderatssitzung am 23. April in Schönwies.
  • Gemeinderatssitzung am 23. April in Schönwies.
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Gemeinde hält am bisherigen Netzausbau fest

Bei der Gemeinderatssitzung am 23. April wurde das Thema Netzausbau und die Vorgehensweise des teilstaatlichen Telekommunikationskonzerns ebenfalls diskutiert.

"A1 hat die Gemeinde als Pilotprojekt im Bezirk Landeck hergenommen. Wir hören das gerne, wenn es finanzierbar ist. Ein sofortiger Netzausbau, wo die gesamte Gemeinde erschlossen wird, würde an die 800.000 Euro kosten. Auch wenn wir die Ortsteile Obsaurs und Grieshaus weglassen, würde es immer noch 400.000 Euro ausmachen. Im heurigen Budget ist aber nur der Ausbau in Saurs geplant",

betone SPÖ-Bgm. Willi Fink. Die ganze Diskussion sei jedenfalls nicht einfach. "Das Problem wäre aber nicht gegeben, wenn es genug Geld gebe. Die Situation ist jedenfalls derzeit sehr ungut und A1 betreibt Kundenakquirierung." Vizebgm. Reinhard Raggl ("Für Schönwies") bat den Dorfchef mit A1 in Kontakt zu treten, da dies seiner Meinung nach "eine erpresserische und unprofessionelle Aktion" sei. "Ohne Zustimmung der Gemeine kann A1 das Netz aber nicht abschalten, da ein Versorgungsauftrag besteht", entgegnete Fink.

Der Schönwieser Gemeinderat beschloss einstimmig, dass am bisherigen Netzausbau festgehalten wird.
  • Der Schönwieser Gemeinderat beschloss einstimmig, dass am bisherigen Netzausbau festgehalten wird.
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Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass am bisherigen Netzausbau festgehalten wird.
Zudem werden die Leerverrohrungen trotz der derzeitigen Landesförderung für Private auch wie bisher vonseiten der Gemeinde nur bis zur Grundgrenze verlegt.

Seitens A1 soll aber allen Kunden Ersatzlösungen über das Gemeinde- und/oder das A1-Mobilfunknetz angeboten werden.
  • Seitens A1 soll aber allen Kunden Ersatzlösungen über das Gemeinde- und/oder das A1-Mobilfunknetz angeboten werden.
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Ersatzlösungen nach der Kupferablöse

Bei A1 zeigt man sich aber ein wenig verwundert. "Uns ist bewusst, welche Herausforderungen die Übernahme der Verantwortung der flächigen Festnetzversorgung durch die Gemeinde mit sich bringt und haben der Gemeinde Anfang des Jahres die noch notwendigen Leitungsherstellungen transparent gemacht. Nach anfänglich positiver Reaktion seitens der Gemeinde scheint sich nun herauszukristallisieren, dass möglicherweise nicht alle Versorgungslücken im neuen Glasfasernetz der Gemeinde noch heuer geschlossen werden können", verweist Unternehmenssprecherin Dandrea-Böhm. Seitens A1 soll aber allen Kunden Ersatzlösungen über das Gemeinde- und/oder das A1-Mobilfunknetz angeboten werden.

"Kein Haushalt soll wegen noch ausstehender Ausbaustufen im Gemeindenetz ohne A1-Services ausgestattet sein."

Soll das LWL-Netz der Gemeinde noch schneller ausgebaut werden?
Schönwieser Bgm. Fink erklärte Rücktritt vom Rücktritt – mit VIDEO


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