Direktvermarktung
Landecker Bauernladen soll Wertschöpfung im Bezirk halten

Sommertour in Ladis: Bezirksstellenleiter Peter Frank, Betriebsführer Hans Pittl, Bezirksobmann Elmar Monz, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksbäuerin Gertrud Denoth und LK-Präsident Josef Hechenberger (v.l.).
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LADIS, LANDECK (otko). Die Landwirtschaftskammer will die Direktvermarktung bäuerlicher Produkte forcieren. Die gemeinsame Vermarktung der Produkte im Bezirk soll künftig über eine genossenschaftliche Verkaufsstelle erfolgen.

Trend zu Regionalität

Regionale Lebensmittel gewinnen seit einigen Jahren an Bedeutung. Die Corona-Krise hat das noch einmal verstärkt. Dieser Trend kommt der Landwirtschaft insgesamt, der Direktvermarktung jedoch im Besonderen zugute. Im Rahmen ihrer diesjährigen Bezirksrunde besuchten die Kammerspitze den Gasslerbauern in Ladis.

Regionale Produkte: Beim Gasslerbauern in Ladis kann an zwei Automaten rund um die Uhr an sieben Tagen eingekauft werden.
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"Wir haben heuer bewusst das Thema Direktvermarktung als Jahresschwerpunkt 2021 gewählt. Wir müssen hier Strategien entwickeln, um die Zukunft der landwirtschaftlichen Familien durch die Diversifizierung zu sichern. Es geht hier aber nicht um ein Standardprodukt, sondern um individuelle Lösungen für jeden Betrieb",

betonte LK-Präsident NR Josef Hechenberger. Eine positive Erkenntnis aus der Corona-Krise sei, dass im ersten Lockdown vielen KonsumentInnen das Thema Versorgungssicherheit wieder bewusst wurde. "Früher war dies eine Selbstverständlichkeit. Wir sollten nicht nur das beste Motoröl in unsere Autos leeren, sondern auch die besten Lebensmittel kaufen", so Hechenberger. Gerade die Direktvermarktung sei die sinnvollste Partnerschaft zwischen Produzent und Konsument. Viel Potential für eine weitere Vertiefung gebe es auch noch beim Ausbau der Kooperation zwischen der Landwirtschaft und dem Tourismus. Politisch brauche es aber noch mehr Druck für eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung.

Direktvermarktung ist der Jahresschwerpunkt 2021 der Landwirtschaftskammer Tirol.
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Botschafter für selbst produzierte Lebensmittel

Für LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid ist gerade die "Direktvermarktung der Produkte die Oberliga, da ich mich von Anfang bis zum Ende damit beschäftigen muss". Für alle Interessierten wurde daher das Beratungsangebot in den Bezirkskammern mit eigenen Ansprechpartnern ausgebaut. "Zuerst braucht es das Knowhow und dann müssen die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden."
Für Bezirksbäuerin Gertrud Denoth sind gerade die Bäuerinnen die besten Botschafterinnen für die produzierten Lebensmittel.

"Wir müssen das Interesse für die Landwirtschaft schon im Kindergarten und in der Volksschule wecken. Es braucht Bewusstseinsbildung und Aufklärung, was hinter einem fertigen Lebensmittel steht."

Sommertour in Ladis: Bezirksstellenleiter Peter Frank, Betriebsführer Hans Pittl, Bezirksobmann Elmar Monz, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksbäuerin Gertrud Denoth und LK-Präsident Josef Hechenberger (v.l.).
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Gemeinsame Vermarktung im Bezirk Landeck

Bezirksbsbauernobmann Elmar Monz ist es wichtig bei der Vermarktung Synergien zu nutzen. Gerade der Bezirk Landeck habe eine breite Palette von Produkten, die vom Gemüse, über Ost und Milch bis zu den Edelbränden reichen.

"Unser Ziel muss es sein, dass die Wertschöpfung ohne Handel und Zwischenhändler eins zu eins beim Bauern ankommt. Für die Direktvermarktung des Fleisches aus dem Bezirk steht künftig der ausgebaute Schlachthof Fließ zur Verfügung – das Projekt ist unter Dach und Fach",

erläutert Monz. Auch bei anderen Produkten soll der Kreislauf geschlossen werden. Die Landwirtschaftskammer Landeck arbeitet derzeit an einem Projekt für eine gemeinsame Vermarktung der bäuerlichen Produkte aus dem Bezirk. Dazu soll laut Monz mittels einer Genossenschaft eine neue Verkaufsstelle gegründet werden. Erfolgreiche Vorbilder für solche Bauernläden gibt es in Südtirol. Neben einer Art Bauernladen soll der Verkauf auch über eine Internetplattform sowie durch Kooperationen erfolgen. Derzeit sei dies noch ein Denkanstoß und das Projekt ist noch in einer frühen Phase, ergänzte LK-Bezirksstellenleiter Peter Frank.

Hans Pittl bei der Führung der Kammerspitze durch seinen landwirtschaftlichen Betrieb.
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Erfolgreiche Pionierarbeit

Beim Gasslerbauern wird sei Jahren erfolgreich auf die Direktvermarktung gesetzt. Landwirt Hans Pittl und seine Familie leisten dabei Pionierarbeit.

"Wir haben mit drei Liter Joghurt in der Woche angefangen. Es braucht viel Biss und Verbissenheit",

berichtete er über den schwierigen Anfang vor über 25 Jahren. Mittlerweile wird die Milch und selbst erzeugte Milchprodukte sowie Speck oder Marmeladen aus eigener Produktion direkt ab Hof verkauft. Dazu gibt es auch einen Verkaufsautomaten, der sieben Tage und 24 Stunden in Betrieb ist. Seit der Corona-Krise werden die Produkte auch über einen Onlineshop vermarktet. Das neuste Produkt ist eine Rittercreme, die den bekannten Fruchtzwergen nachempfunden wurde. Auch die Grauviehmilch für die Tiroler Edle von Chocolatier Hans-Jörg Haag stammt vom Gasslerbauern. Ein wichtiger Partner für die Familie Pittl ist auch der Tourismus. "Ehrlichkeit und Regionalität sind hier die beste Eintrittskarte", unterstreicht der Betriebsführer.

Soll ein Bauernladen in Landeck für die gemeinsame Vermarktung eingerichtet werden?


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