Landecker Straße: Felsstürze gab es immer wieder

Am 24. Februar 1951 war die Reschenstraße bei Landeck unpassierbar.
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  • Am 24. Februar 1951 war die Reschenstraße bei Landeck unpassierbar.
  • Foto: Archiv Georg Zobl
  • hochgeladen von Othmar Kolp

LANDECK. Der ehemalige Stadtchronist und Standesbeamte Georg Zobl hat aufgrund der aktuellen Felsstürze auf die L 76 Landecker Straße einen Blick zurück in die Geschichte der ehemaligen Reschenstraße geworfen. Auch in der Vergangenheit standen solche Naturereignisse an der Tagesordnung.
"Nach einem Hochwasser im Jahre 1772 das die Straße zum Reschenpass im Gramlach hinweggespült hatte, verlegte man die Straße an die andere Flussseite. Diese Arbeiten dauerten vier Jahre. In dieser Zeit diente die alte „Via Claudia Augusta“ hoch über dem Tal, die heute nur mehr als Wanderweg benutzt wird, als einzige fahrbare Verbindung. Das ist eine für heutige Verhältnisse kaum mehr vorstellbare Lösung.
Die ersten 500 Meter des neuen Straßenstückes mit engen Kurvenradien und unter abgesprengten Felsvorsprüngen waren immer von Steinschlägen bedroht. Der oberhalb, mitten durch diese Felsen führende Rummlwaal, der durch das Anschneiden des Gesteins an vielen Stellen undicht geworden war, sorgte ebenfalls für Abbrüche. Zudem warfen Waalräumer in jedem Frühjahr das Geschiebe auf die darunter liegende Straße. Das sorgte immer wieder für Streitigkeiten.
Im Zuge eines Arbeitsbeschaffungsprogramms begradigte man im Jahre 1929 die Straße an einigen Engstellen und sicherte besonders gefährdete Abschnitte.
In den 1960er Jahren wurden immer wieder Felsteile beim „Überhängenden Schrofen abgesprengt."

Felsstürze waren an der Tagesordnung

Georg Zobl berichtet weiter: "Während heute jedes Jahr an neuralgischen Stellen die Straßen von losem Gestein geräumt und mit vielen Metern Schutzgitter versehen werden, waren in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg besonders an der Reschenstraße Felsstürze an der Tagesordnung. Tagelange Straßen-sperren war keine Seltenheit.
Die beiden Aufnahmen stammen vom 24. Feber 1951. Beim unteren Foto sieht man die Fahrgäste eines Postautos, das bis zur Abbruchstelle gefahren war. Die Gäste mußten mit ihrem Gepäck zu Fuß die Geröllhalde überqueren und am anderen Ende in ein anderes Postauto umsteigen.
In der Mittagsstunde des 4. Oktober 1981 brach unterhalb der Burg Landeck ein Felsen aus und zerstörte das darunter liegende Schlachthaus der Metzgerei Gandler. Auch eine Garage mit einem abgestellten Pkw und das angrenzende Haus wurden beschädigt. Der Eigentümer war gegen Elementarschäden nicht versichert. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden, doch mussten sicherheitshalber drei Familien evakuiert werden. Das Abbruchmaterial, rund 20 Kubikmeter, verlegte auch die Bundesstraße. Dadurch kam es zu einem gewaltigen Verkehrsstau, obwohl durch das Gramlach ein Notverkehr eingerichtet wurde. Die Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten wurden von der Feuerwehr, der Bundesstraßen-verwaltung, der Bergrettung und der Gendarmerie durchgeführt und dauerten bis 17 Uhr."
Der Landecker Bgm. Dr. Wolfgang Jörg dankt Georg Zobl für den interessanten Bericht und meint dazu: "Das zeigt einmal mehr, dass da nie Ruhe war und nie Ruhe sein wird. Der Handlungsbedarf lässt sich sogar dokumentieren, es gab immer wieder Felsstürze, es ist einfach unsicher. Beim Durchfahren schaut man immer rauf, das sagt alles."

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