Landesbund mit dem Herzen Jesu

Bild 01: Herz Jesu Feuer im Talkessel von Landeck in Richtung Westen © Günter Kramarcsik
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Im 16. bis hinein in das 18. Jahrhundert gab es nicht viele Möglichkeiten mit entfernten Landsleuten zu kommunizieren. Aus diesem Grund wurden an bestimmten Gipfeln Signalfeuer entzündet, um damit den Landsturm einzuberufen.

Darauf zurück zu führen sind in Verbindung mit nachfolgenden historischen Hintergrund die Herz Jesu Feuer in Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol bzw. Tirolo trentino.
  
Tirol blieb während der Jahre, als der Kaiser gegen die Franzosen in Belgien und Norditalien kämpfte von diesem Krieg unberührt! Die Tiroler verfügten über ein Privileg von Kaiser Maximilian I. aus dem 16. Jahrhundert.

Im „Landlibell“ wurde festgesetzt, dass Tirol weder an Kriegen außerhalb des Landes teilnehmen, noch diese Kriege finanziell unterstützen muss. Im Gegenzug musste Tirol aber die Verteidigung des eigenen Landes übernehmen. Landlibell ist eine Urkunde von Kaiser Maximilian I. vom 23. Juni 1511 und hatte bis 1918 seine Gültigkeit!

Diese Tatsache war der Regierung in Wien allerdings immer ein Dorn im Auge. Kaiser Joseph II. vernachlässigte deshalb nicht nur die jährlichen Übungen der Bevölkerung sondern auch die Volksbewaffnung!

Im Frühjahr 1796 traf der Krieg das Land Tirol vollkommen überraschend und somit auch unvorbereitet. Das Land Tirol wurde im April 1796 in Kriegsbereitschaft versetzt. Alle waffentauglichen Männer wurden militärisch geschult und schon 3 Wochen danach wurde ein 7.000 Mann starkes Heer an die südlichen Grenzen geschickt.

Vom 30. Mai bis 1. Juli desselben Jahres trat der kleinere, 24 Mitglieder umfassende, Ausschuss der Tiroler Landstände in Bozen zusammen, um über die Situation zu beraten. Es war die Idee des Pfarrers von Wildermieming, Anton Paufler, die der Stamser Abt Sebastian Stöckl aufgriff und dem Tiroler Landtag vorschlug, das Land dem "Heiligsten Herzen Jesu" anzuvertrauen und so göttlichen Beistand zu erhalten.

Dieser Vorschlag wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen. Man achtete besonders darauf, dass dieser feierliche Schwur das ganze Land betraf, um damit ein einigendes Band zu schaffen. Dies hatte zur Folge, dass der Landsturm einen bis dahin noch nie erlebten Zulauf an Freiwilligen erlebte.

Als daraufhin Tiroler Truppen die Franzosen überraschend besiegten, wurde der Herz-Jesu-Sonntag zum hohen Feiertag.

Diese Tradition wird heute noch gepflegt und der Landesbund mit dem Herzen Jesu wird jedes Jahr erneuert.
Der jährlich zu erneuernde Schwur lautet:
"Auf zum Schwur, Tiroler Land, heb zum Himmel, Herz und Hand!
Was die Väter einst gelobt, da der Kriegssturm sie umtobt,
das geloben wir aufs Neue: Jesu Herz, Dir ew'ge Treue!"

Die Herz-Jesu-Feuer werden jedes Jahr am 3. Sonntag nach Pfingsten entzündet. Die Feuer werden oft in Form von Herzen, Kreuzen oder den Zeichen Christi („INRI“ oder „IHS“) angeordnet. Entfacht werden sie entweder am Samstag oder Sonntag nach dem Herz-Jesu-Fest, da dieses Fest in Tirol am Sonntag nach dem eigentlichen Festtag gefeiert wird.

Die Bildbeiträge sind aus den letzten 10 Jahren und nur das letzte und 11. Bild ist aus dem Jahr 2018.

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