Wolfsrisse in See
Landwirtschaftskammer fordert legale Entnahmemöglichkeit für Problemwolf

Tote Schafe auf der Versing Alm in See: Mit einem Biss in die Kehle getötet, gefressen hat der Beutegreifer das Tier allerdings nicht.
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  • Tote Schafe auf der Versing Alm in See: Mit einem Biss in die Kehle getötet, gefressen hat der Beutegreifer das Tier allerdings nicht.
  • Foto: Michael Pircher
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SEE. Bereits drei Almen im Bezirk Landeck werden nach Wolfsrissen nicht mehr bestoßen. Landwirtschaftskammer fordert Ausnahmeregelungen für legale Entnahme zum Schutz der Alm- und Weidetiere in Tirol.

Bauern treiben Schafe von der Versing Alm in See ab

Nachdem am Wochenende vermutlich ein Wolf sieben Schafe auf der Versing Alm in See im Paznaun gerissen hat, zogen die Bauern die Reißleine und trieben ihre Tiere ab. Oberste Priorität muss jetzt eine legale Entnahmemöglichkeit für diesen Problemwolf haben, auf dessen Konto vermutlich auch die Risse in Serfaus und im Urgtal gehen.

Vorzeitiger Schafabtrieb von der Versing Alpe

Bereits drei Almen werden heuer aufgrund von Wolfsrissen nicht mehr bestoßen: Die Serfauser Komperdell Alm, der Lader Urg und jetzt auch noch die Versing Alm. „Die Zukunft der Kulturlandschaft Alm steht auf dem Spiel. Viele Bauern im Bezirk bangen um ihre Tiere. Wir sind dem Wolf hilflos ausgesetzt“, bringt LK-Bezirksobmann Elmar Monz die Situation auf den Punkt. „33 gerissene, einige abgestürzte und 15 vermisste Tiere im Bezirk Landeck: Das ist die tragische Bilanz des bisherigen Sommers, die auf die Rechnung des Wolfes, für uns ganz klar ein Problemwolf, geht. Deshalb fordern wir eine Entnahme!“, spricht Monz für die Landecker Bauern.

LK-Bezirksobmann Landeck Elmar Monz
  • LK-Bezirksobmann Landeck Elmar Monz
  • Foto: LK Tirol
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Wolfs-Problem wird von Jahr zu Jahr größer

Nicht nur in Landeck, auch in Schwaz, Kufstein, Lienz und vermutlich auch Kitzbühel haben im Almsommer 2020 Wölfe Weidevieh gerissen. „Die Vorfälle von heuer sind nur ein Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Jahre erwartet, wenn wir jetzt nichts unternehmen“, sieht LK-Präsident Josef Hechenberger den Tatsachen ins Auge. Die jährliche Vermehrungsrate von Wölfen liegt bei 30 Prozent. „Dementsprechend wird sich das Problem von Jahr zu Jahr potenzieren. Wir Bauern werden unsere Tiere bestimmt nicht als ‚Wolfsfutter‘ auf die Alm treiben. Damit gibt es nur zwei Wege: legale Entnahme oder das schleichende Ende der Kulturlandschaft Alm.“

LK-Präsident Josef Hechenberger
  • LK-Präsident Josef Hechenberger
  • Foto: Die Fotografen
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Maßnahmen für regionale Ausnahmeregelungen

Nach dem einstimmigen Landtagsbeschluss zum Schutz und Erhalt der Almen vor großen Beutegreifern ist für den LK-Präsidenten klar: „Es müssen jetzt alle Möglichkeiten, die es auf Tiroler-Ebene für eine legale Entnahme von Wölfen gibt, ausgeschöpft werden. Wir wissen bereits, dass Herdenschutz in Tirol flächendeckend unmöglich ist. Wenn die Experten ehrlich sind, geben sie endlich zu, dass ein zielführender Herdenschutz bei unserer Almenstruktur nicht machbar ist. Der Wolf ist nicht mehr in seinem Erhaltungszustand gefährdet, weshalb Entnahmen von Problemwölfen legal möglich sein müssen. Für eine regionale Ausnahmeregelung braucht es einen klaren Maßnahmenplan.“
Den Zielen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie folgend sind neben der Förderung der biologischen Vielfalt auch „wirtschaftliche, soziale, kulturelle und regionale Anforderungen zu berücksichtigen“. Diese gilt es künftig stärker in den Fokus zu rücken. „Denn das Problem Wolf betrifft nicht nur die Bäuerinnen und Bauern, sondern auch Tourismus- und Freizeitwirtschaft und damit das ganze Land“, schließt Hechenberger.

Bissspuren legen Wolfsverdacht nahe

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