Venet Bergbahnen AG
NEOS setzen auf Bürgerbeteilung für neue Strategie

NEOS-Bürgerforum zum Thema Venet: Bezirkssprecher Johannes Tilg (li.) und Landtagsabgeordneter Dominik Oberhofer.
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LANDECK (otko). Unter dem Titel "Was ist los am Venet?" luden die NEOS Tirol zum Bürgerforum. Eine Meinungsumfrage soll durchgeführt werden. Forderung nach einer neuen Strategie und Entpolitisierung des Aufsichtsrates.

Liquidität der Venet Bergbahnen AG sichern

Die finanzielle Schieflage bei den Venet Bergbahnen sorgte zuletzt für Diskussionen. Zur Sicherung der Liquidität, zur Abgangsdeckung und für Investitionen müssen die Gemeinden Landeck und Zams als Haupteigentümer sowie der TVB TirolWest insgesamt eine Million Euro in das Seilbahnunternehmen pumpen. Bei den Gemeinderatssitzungen in Landeck und Zams wurden die entsprechenden Beschlüsse für zwei Darlehen in der Gesamthöhe von 900.000 Euro gefasst. Die beiden Gemeinden übernehmen jeweils die Haftung und Tilgung.

Der Landecker und der Zammer Gemeinderat stimmten jeweils mehrheitlich für das Venet-Rettungspaket.
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Politik funktioniert so nicht weiter

NEOS Tirol forderte im Rahmen einer Pressekonferenz bereits Ende Juni mehr Transparenz und eine eine langfristige Strategie bei der Venet Bergbahnen AG. Am 1. September wurde nun unter dem Titel "Was ist los am Venet?" zu einem Bürgerforum ins Hotel Schrofenstein nach Landeck geladen.
"Bei der Diskussion geht es vor allem um die Kleinst- und Kleinskigebiete, die mit Steuergeld gefördert werden. In Tirol gibt es rund 30 Skigebiete, an denen die öffentliche Hand – Gemeinden, Tourismusverbände bzw. das Land Tirol – beteiligt ist. Allerdings wird die Politik der letzten 30 Jahre so nicht weiter funktionieren", leitete NEOS-Klubobmann LA Dominik Oberhofer ein. Die großen und wirtschaftlich erfolgreichen Skigebiete seien "wahre Cash-Cows" und würden weiter investieren. Dort wurde durch die massiven Investitionen in die Beschneiung die Saison in den November und bis nach Ostern hinein verlängert. "Darunter haben die Klein- und Kleinstskigebiete massiv gelitten und diese sind nicht mehr konkurrenzfähig. Dazu kommen noch Veränderungen bei den Nächtigungen, die fehlenden Touristen und die Kartenverbünde", analysierte Oberhofer.

NEOS-Bürgerforum zum Thema Venet: Bezirkssprecher Johannes Tilg (li.) und Landtagsabgeordneter Dominik Oberhofer.
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200 Millionen von öffentlicher Hand investiert

2003 bzw. 2011 hat die damalige schwarz-rote Landesregierung Förderprogramme (Investitionskosten) für dies Klein- und Kleinstskigebiete aufgelegt. "In alle Skigebiete, die im öffentlichen Besitz sind, wurden in den letzten sieben Jahren, seit die schwarz-grüne Landesregierung amtiert, jenseits der 200 Millionen Euro von der öffentlichen Hand investiert. Gerade bei den Gemeinden herrscht in Sachen Skigebiete immer viel Lokalpatriotismus. Dabei spielt sich immer das gleiche Drehbuch ab. Es braucht eine weitere Attraktvierung und es wird von den Gemeinden viel Geld in neuen Bahnen und Beschneiungsanlagen gepumpt, wobei diese Neuinvestitionen oft nicht einmal verdient werden können. Gerade diese Kleinstskigebiete liegen den Steuerzahlern dann auch der Tasche", so der Abgeordnete. Die NEOS wollen aber kein Skigebiet schließen, aber es brauche eine erfolgreiche Strategie damit die Gemeinden "nicht ewig hinein buttern und dafür zahlen."

Meinungsumfrage wird durchgeführt

NEOS-Bezirkssprecher Johannes Tilg verwies gerade am Beispiel der Venet Bergbahnen AG auf eine fehlende Transparenz. "Es gibt keine Strategie. Viele Entscheidungen wurden ohne Zahlen und Plan getroffen und es waren offenbar keine Profis am Werk. In der Diskussion geht es nun um eine Beteiligung der Bürger und um die Ausarbeitung einer Strategie." Die NEOS wollen daher in Landeck und Zams auf eigene Kosten eine Meinungsumfrage unter Einheimischen und Gästen durchführen und daraus Ideen erarbeiten. Gerade das Thema Radfahren und eine Mountainbike- bzw. Downhillstrecke sei noch immer verfolgenswert. 

Beim Bürgerforum in Landeck wurde diskutiert.
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Fokussierung auf den Sommerbetrieb

Aus dem Publikum merkte ein Teilnehmer kritisch an, dass am Venet durch die Regiocard der Winter gelaufen sei und die Leute in andere Skigebiet ausweichen. Potential gebe es nur mehr im Sommer. Für einen anderen Teilnehmer ist die einzig betriebswirtschaftliche Möglichkeit die Kosten im Winter zu senken und jene im Sommer zu erhöhen. Gerade der VenetBob sei aber eine Fehlinvestition. Kritik aus dem Publikum wurde auch an der Intransparenz bei den Zahlen gegenüber den Gemeinderäten und an der Überziehung des Werbebudgets geübt.
"Unser Vorschlag ist es, den Winterbetrieb in solchen Kleinstskigebieten so sparsam wie möglich zu machen. Im Sommer gilt es sich hundertprozentig auf eine Zielgruppe zu fokussieren", entgegnete Oberhofer. In Sachen Venet forderte er eine Entpolitisierung des Aufsichtsrates, wo künftig professionelle und bezahlte Aufsichtsräte sitzen sollen, die dann einen Vorstand bestellen. Dazu brauche es auch ein Verprofessionalisierung des Betriebs und ein reales und nachvollziehbares Szenario wie die Zuschüsse der Gemeinden fließen.
Für den Venet sieht Oberhofer nach Rücksprache mit Skigebietsbetreibern aber durchaus Potential und die Möglichkeit schwarze Zahlen zu schreiben. "Der operative Betrieb muss sich rentieren. Mit einem entsprechenden Konzept könnten vielleicht auch private Investoren mitgehen, wie zum Beispiel bei einem Bau eines Jugendhotel am Venet-Parkplatz. Dadurch könnte mehr Frequenz generiert werden."

Lentsch sieht am Venet große Einsparungspotenziale

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