Naturpark Kaunergrat
Neue Schutzgebietsfläche im Ausmaß von 17.000 Fußballfeldern - mit VIDEO

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Naturpark Kaunergrat, Ernst Partl und dem Obmann des Naturparkvereins, Hans-Peter Bock freut sich Naturschutzlandesrätin LHStvin Ingrid Felipe über die Vergrößerung des Naturparks.
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BEZIRK LANDECK/KAUNERGRAT (sica). Das neue Schutzgebiet am Kaunergrat bereichert den Naturpark: 13.000 Hektar neue Schutzgebietsfläche wurden ausgewiesen und dienen für das Miteinander von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus - Eine Vorzeigeregion für "Schützen und Nützen".

Erweiterung  um 13.000 Hektar

Das Ziel von Schutzgebieten besteht in der Erhaltung und Verbesserung der besonderen biologischen Vielfalt oder einer herausragenden landschaftlichen Schönheit. Der Gebirgskamm Kaunergrat zwischen dem Pitztal und dem Kaunertal beeindruckt durch einen außerordentlich hohen Anteil an ursprünglicher Kulturlandschaft und einem intakten Naturraum.

Naturschutzlandesrätin LHStvin Ingrid Felipe: "Unsere Schutzgebiete sind ganz besondere Orte, die wir für die nachfolgenden Generationen schützen und erhalten müssen."
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„Heute ist ein Festtag für den Naturschutz in Tirol. Um insgesamt 13.000 Hektar, das entspricht der Fläche von 17.000 Fußballfeldern, wird das Tiroler Schutzgebietsnetzwerk vergrößert. Es ist zugleich die größte Fläche, die in den vergangenen 30 Jahren in Tirol neu ausgewiesen und unter Schutz gestellt wurde. Unsere Schutzgebiete sind ganz besondere Orte, die wir für die nachfolgenden Generationen schützen und erhalten müssen. Aus diesem Grund werden alle 90 Schutzgebiete professionell vor Ort betreut, um deren Erhalt auch sicherstellen zu können. Dabei steht immer das Miteinander von Mensch und Natur im Vordergrund“

freut sich Naturschutzlandesrätin LHStvin Ingrid Felipe. Mit dem in der Landesregierung gefassten Beschluss wird der Kaunergrat zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und zugleich in den Naturpark integriert.

Elmar Haid, Bürgermeister St. Leonhard im Pitztal, Josef Raich, Bürgermeister Kaunertal, Hans-Peter Bock, Obmann Naturparkverein, Naturschutzlandesrätin LHStvin Ingrid Felipe, Kurt Kapeller, Leiter Umweltschutzabteilung Land Tirol und Ernst Partl, Geschäftsführer Naturpark Kaunergrat (v.li.)
  • Elmar Haid, Bürgermeister St. Leonhard im Pitztal, Josef Raich, Bürgermeister Kaunertal, Hans-Peter Bock, Obmann Naturparkverein, Naturschutzlandesrätin LHStvin Ingrid Felipe, Kurt Kapeller, Leiter Umweltschutzabteilung Land Tirol und Ernst Partl, Geschäftsführer Naturpark Kaunergrat (v.li.)
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Naturpark Kaunergrat – Vision erfolgreich umgesetzt

Im Jahr 1998 wurde von den neun Mitgliedsgemeinden aus dem Pitztal, Kaunertal und Fließ die „Initiative Naturpark Kaunergrat“ ins Leben gerufen. Schon damals lag diesem Bestreben die Vision zugrunde, die eindrucksvolle Landschaft rund um den Kaunergrat zum Herzstück des Naturparks zu machen.

Naturparkobmann Hans-Peter Bock: „Mit dem heutigen Tag ist diese Vision endlich Wirklichkeit geworden. 22 Jahre nach dem Start ist es gelungen, den Namensgeber "Kaunergrat" unter Schutz zu stellen."
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„Mit dem heutigen Tag ist diese Vision endlich Wirklichkeit geworden. 22 Jahre nach dem Start ist es gelungen, den Namensgeber 'Kaunergrat' unter Schutz zu stellen. Dabei macht mich besonders stolz, dass die Schutzgebiete mit großer Zustimmung der lokalen Bevölkerung ausgewiesen wurden. Man sieht, dass es mit konsequenter Arbeit möglich ist, auch zunächst kritisch eingestellte Grundeigentümer ins Boot zu holen. An dieser Stelle gilt mein Dank den langjährigen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Region und der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol“, sagt Naturparkobmann Hans-Peter Bock.

Ein Schutzgebiet wird zur erlebbaren Modellregion

Das neu ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet Kaunergrat soll langfristig zu einer Modellregion für ein positives Zusammenwirken von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus werden. Um das zu erreichen wird in den kommenden Jahren im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt.

Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl: „Die Unterschutzstellung des Kaunergrats verstärkt die Wertigkeit seiner beeindruckenden Natur- und Kulturlandschaft nach innen und nach außen. Sie bringt aber auch zusätzliche Möglichkeiten für die Beratung und Unterstützung der Almwirtschaft im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung."
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Es umfasst die Bereiche Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus, wie der Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl erläutert:

„Die Unterschutzstellung des Kaunergrats verstärkt die Wertigkeit seiner beeindruckenden Natur- und Kulturlandschaft nach innen und nach außen. Sie bringt aber auch zusätzliche Möglichkeiten für die Beratung und Unterstützung der Almwirtschaft im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung. Die Förderung einer natur- und landschaftsverträglichen Almwirtschaft ist mir dabei ein besonderes Anliegen. Ich freue mich schon sehr auf die Umsetzung mit den Almbewirtschaftern, die ihrerseits bereits großes Interesse bekundet haben.“

Vorzeigeregion für Schützen und Nützen

„Das ist ein guter Tag für den Naturschutz und ein Meilenstein für den Naturpark Kaunergrat! Nach jahrelanger Vorarbeit hat die Tiroler Landesregierung den 28 km langen Gebirgszug Kaunergrat zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und dies heute der Öffentlichkeit präsentiert. Gebiete dieser Schutzkategorie zeichnen sich durch ihren besonderen Charakter, großen ästhetischen Wert sowie einen hohen Erholungsfaktor der Landschaft aus. Das Landschaftsschutzgebiet Kaunergrat war ein Kernziel des Naturparks seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren. Mit der Unterschutzstellung wird zudem die kleinstrukturierte, naturnahe Almbewirtschaftung gestärkt – ein Schlüsselfaktor für die nachhaltige regionale Wertschöpfung sowie zur Förderung der Biodiversität“, freut sich Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. Der Naturpark Kaunergrat ist einer von 47 heimischen Naturparken, die unter dem Dach des Verbandes der Naturparke Österreichs (VNÖ) wirken. Der VNÖ wiederum zählt zu den 36 Mitgliedsorganisationen des Umweltdachverbandes.

Der Kaunergrat ist besonders – besonders schützenswert

Die neu hinzugekommene 13.032 Hektar große Schutzgebietsfläche umfasst die gesamte Gebirgsregion zwischen der Aifner Spitze im Norden und dem Löcherkogel im Süden. Es schließt damit nahtlos an das südlich angrenzende Natura 2000-Gebiet „Ruhegebiet Ötztaler Alpen“ an.

Kaunergrat

Die fachliche Begründung liegt einerseits in der einzigartigen und vielfach noch unveränderten Naturlandschaft der alpinen und teilweise subalpinen Zone und andererseits in der landschaftsästhetisch wertvollen und nachhaltig bewirtschafteten Kulturlandschaft der Talschlüsse. Besonders ist die Landschaft auch deshalb, weil kein anderes Nord-Südgebirge auf derart kurzer Strecke in Tirol in solcher Wildheit – mit schroffen Gipfelregionen, steilen Gletscherbereichen, felsigen Karen und solcher Unberührtheit – in Form von alpinen Rasen, Feuchtgebieten oder zahlreichen Bergseen vorliegt wie am Kaunergrat.

Mittelberglessee

Die vorkommenden Wälder sind größtenteils Standort- und Objektschutzwälder und nur bedingt für die forstliche Nutzung geeignet. Es handelt sich dabei um natürliche Zirbenwälder und Mischformen mit Fichten und Lärchen. Derartige Waldtypen sind überdies wertvolle Lebensräume für Auer- und Birkwild und zahlreiche weitere waldgebundene Brutvogelarten wie den Schwarzspecht, Buntspecht oder Eulenvögel. „Gerade unberührte Naturlandschaften und naturnah bewirtschaftete Kulturlandschaften werden von immer mehr Menschen als landschaftliche Besonderheit wahrgenommen, geschätzt und zur Erholung genutzt. Es ist daher sehr wichtig, diese einzigartigen Landschaften zu schützen, ihre Besonderheiten zu erhalten und auch für die Bevölkerung erlebbar zu machen“, sagt LHStvin Felipe.

Watzespitze

Factbox

Folgende landschaftliche Gefüge werden durch das Landschaftsschutzgebiet geschützt:

  • Gletscher, Blockgletscher, Moränen und zahlreiche Karseen
  • Alpine Rasen (beispielsweise Nacktriedrasen auf Amphibolitbändern, bodensaure Magerrasen)
  • Unberührte Talschlüsse (inkl. Wasserfälle) und Almen
  • Feuchtgebiete (beispielsweise Moore, Klein- und Großseggenrieder)
  • Zirbenwaldgesellschaften (mit Lärche und Fichte)

Schutzgebiete in Tirol: 90
Fläche Tiroler Schutzgebiete gesamt: 341.644 Hektar
Anteil Schutzgebiete an der Landesfläche: 27 Prozent
Fläche Naturparkregion Kaunergrat: 58.935 Hektar
Fläche Naturpark Kaunergrat (Schutzgebiete): 24.009 Hektar
Fläche Landschaftsschutzgebiet Kaunergrat - neu: 13.032,20 Hektar
Die Naturparkfläche verteilt sich auf neun Gemeinden: Fließ, Faggen, Arzl im Pitztal, Jerzens, Kaunerberg, Kaunertal, Kauns, St. Leonhard im Pitztal, Wenns

Breite Zustimmung zum geplanten Landschaftsschutzgebiet Kaunergrat

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