TINETZ
Ohne neue Stromleitung droht Engpass am Sonnenplateau

In der Gemeinde Ried im Oberinntal befürchtet man durch eine neue Freileitung eine nachteilige Beeinflussung des Ortsbildes.
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RIED/SERFAUS/FISS/LADIS (otko). Die TINETZ kündigt einen Anschlussstopp für größere Stromverbraucher am Sonnenplateau an. Gemeinde Ried und Bürgerinitiative wünschen sich gemeinsame Lösung.

Gegen neue Freileitung

Eine geplante 100-kV-Leitung der TINETZ vom Talboden in der Gemeinde Ried im Oberinntal auf das Sonnenplateau sorgte heuer bereits für erhitze Gemüter. Die Kritik richtet sich dabei gegen eine weitere Freileitung, die sichtbar wäre und das Ortsbild nachhaltig beeinflussen würde. Die Gemeinde Ried im Oberinntal hat den naturschutzrechltichen Genehmigungsbescheid beeinsprucht. Derzeit liegt der Fall zur Entscheidung beim Landesverwaltungsgericht in Innsbruck. Offen sind auch noch einige Einverständniserklärungen von Grundeigentümern – unter anderem hat die Gemeindegutsagrargemeinschaft bisher noch nicht zugestimmt. Auch eine Bürgerinitiative hat sich gebildet und 550 Unterschriften gesammelt.

Entwicklung werde eingeschränkt

Von Seiten der TINETZ flatterte kürzlich Post in die Gemeindeämter von Serfaus, Fiss, Ladis und Ried im Oberinntal. In dem Schreiben teilte der Netzbetreiber mit, dass ohne den Bau der neuen 110-kV-Leitung samt Umspannwerk am Sonnenplateau keine größeren Netzanschlüsse mehr möglich sind. "Neue Anschlüsse mit Leitungsanforderungen über 30 Kilowatt können wir nicht mehr bedienen. Einfamilienhäuser und Wohnungen können wir abdecken, bei Mehrfamilienhäuser wird es bereits kritisch. Davon betroffen sind Erweiterungen in Tourismusbetrieben oder neue Gewerbetriebe", erläutert TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder beim einem Pressegespräch am Mittwoch. Dies sei eine Einschränkung für die weitere Entwicklung am Sonnenplateau. Was jetzt gebaut werde, sei noch abgedeckt. Allerdings habe man bei zwei Erweiterungs-Projekten absagen müssen.
Die TINETZ wollte laut Plan Ende April mit dem Bau beginnen und die neue Freileitung samt Umspannwerk Ende des Jahres in Betrieb nehmen. Zwischen 10 und 12 Mio. Euro sollten investiert werden. Laut Rieder wurde inzwischen der Baustart abgesagt und alle Ausschreibungen gestoppt. "Wenn alles gut läuft und wir bis Ende 2019 alle Verfahren durch haben, dann könnten wir Anfang 2020 ausschreiben und im März 2020 mit dem Bau starten. Der Zeitplan ist aber sehr fordernd", so Rieder.
Bei einer Projektänderung mit einer anderen Trassenführung samt teilweiser Verkabelung, wie es sich die Bürgerinitiative wünsche, müssten laut Rieder alle Verfahren zurück an den Start. "Dies bedeutet eine Verzögerung von mindestens drei Jahren", so der TINETZ-Geschäftsführer.

Konstruktive Lösung suchen

Für Markus Raich, Sprecher der Bürgerinitiative, ist es wichtig, dass sich hier die TINETZ bewegt und auf Ried einen Schritt zugeht. "Wir sind nicht gegen die Leitung, sondern wir wollen eine andere Trassenführung. Hier gibt es sehr wohl Möglichkeiten für die Verlegung eines Erdkabels. Es braucht aus Sicht unserer Bürgerinitiative aber eine gemeinsame Lösung, die für die beiden Gemeinden Ried und für Ladis akzeptabel ist."
Ähnlich sieht es auch der Rieder Bgm. Elmar Handle: "Von der TINETZ hoffen wir, dass sie auf die Wünsche der Bevölkerung und der Grundbesitzer eingeht. Wir wollen eine günstige und konstruktive Lösung – daran wird gearbeitet." Der Dorfchef hofft aber, dass die TINETZ schlussendlich nicht über die Betroffen einfach "drüberfährt".

Optimierungsschritte

"Wir sind bemüht eine möglichst konsensuale und konstruktive Lösung zu finden, aber als Netzbetreiber haben wir auch einen gesetzlichen Versorgungsauftrag", verweist TINETZ-GF Rieder. In Sachen Verkabelung statt einer Freileitung verweist Rieder auf betriebliche Nachteile und einen größeren Natureingriff. Neben einer größeren Schneise werden dadurch auch Hänge destabilisiert und allfällige Reparaturen erschwert.
Phlipp Mattle, Leiter der Abteilung Projektierung und Konstruktion bei der TINETZ betont, dass es bereits viele Optimierungsschritte gegeben habe und die Leitung so gut wie möglich versteckt werde. Neben geschwärzten Seilen sollen auch die Masten grün angemalt werden. "Große Änderungen bedeuten aber einen großen Zeitverlust, kleine Änderungen einen kleinen. Wir haben jetzt zwei Jahre geplant und müssten dies dann in fünf Monaten schaffen, was zeitlich fordernd ist", so Mattle.

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In der Gemeinde Ried im Oberinntal befürchtet man durch eine neue Freileitung eine nachteilige Beeinflussung des Ortsbildes.
TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder befürchtet Einschränkungen am Sonnenplateau.
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