"Optimismus ist wieder zu spüren"

Unermüdliches Aufräumen: Bgm. Anton Mallaun verspürt bei den Betroffenen Optimismus.
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SEE. Herr Bürgermeister, seit der Murenkatastrophe sind nun über 14 Tage vergangen. Wie geht es den Betroffenen?
MALLAUN: Einige sind noch nicht ganz über dem Berg und andere wiederum versuchen es so gut es geht wegzustecken.
Wie verlaufen die Aufräumarbeiten?
Die Aufräumarbeiten außerhalb der Häuser sind im groben so gut wie vollständig - dadurch ist bei den Leuten wieder Optimismus zu spüren. Allerdings werden fünf Häuser abgerissen, wovon drei Betroffene ihre Gebäude freiwillig abtragen, da eine Sanierung teurer als ein Neubau kommen würde. Bei den Flurschäden hilft den Bauern die Landwirtschaftskammer und auch bei den Verkehrswegen gibt es noch einiges zu reparieren.
Wie geht es mit der Schallerbach-Verbauung weiter?
Inzwischen wurde der Damm beim Schallerbach provisorisch saniert und die Räumung des Auffangbeckens wird in kürze abgeschlossen. Am Freitag stellt die Wildbach- und Lawinenverbauung die Pläne für das neue Schutzprojekt vor, das unverzüglich gestartet wird.
Können die Betroffenen mit weiterer Hilfe von Freiwilligen rechnen?
Der Einsatz der Feuerwehren und des Bundesheeres ist beendet und auch jener der Freiwilligen geht langsam zu Ende. Nun müssen die Baufirmen von den Betroffenen beauftragt werden, da sie auch Reichungen für die Katastrophenhilfe brauchen. Die Schäden an den Gebäuden wurden von den Experten des Landes bereits vergangene Woche erhoben. Außer in finanziellen Belangen wird die Gemeinde nicht mehr an vorderster Front tätig sein.
Was bleibt von der Katastrophe nach der Beseitigung der Schäden?
Durch die Katastrophe sind viele wieder zusammen gewachsen, die vorher gegenüber den Nachbarn nicht so wohlgesonnen waren. Die Hilfsbereitschaft von Verwandten und Bekannten wird auch weiterhin stattfinden.
Wie geht man als Bürgermeister mit dem Dauerstress um?
Am letzten Sonntag habe ich einen kompletten Ruhetag eingelegt. Trotz aller Sitzungen und Telefonate muss man sich so weit als möglich Zeit lassen und alles halbwegs gut durchdenken. Zudem habe ich viele engagierte Helfer und nicht alles lastet auf meinen Schultern. Nach dem Felssturz von 1992, der Lawine von 1999 und dem Hochwasser 2005 ist dies bereits die vierte Katastrophe in meiner Bürgermeister-Ära. Die Gesundheit passt und ich kann mir vorstellen, dass ich bei den Gemeinderatswahlen 2016 wieder mein Nachfolger werde.
Wie sieht es mit den Spendengeldern aus?
Es läuft gut und ich hoffe, dass die Betroffenen gut bedient werden können und nicht zu viel Schaden übrig bleibt.
Was passiert mit den Härtefällen?
Wir warten mit der Auszahlung vorerst ab. Inzwischen helfen die Banken über die Runde. Mit ein wenig Abstand ist die Treffsicherheit bei der Verteilung der Spendengelder dann besser, da auch eventuelle Zahlungen von Versicherungen, Privatspenden etc. berücksichtigt werden.
Muss man sich künftig vor weiteren solchen extremen Ereignissen fürchten?
Es ist immer wieder mit Witterungsereignissen rechnen, die es noch nie gab und mit denen man nicht kalkuliert hat. Zudem ist das Wetter nicht mehr so, wie es früher war. Wir hoffen, dass solche extremen Ereignisse künftig nicht immer bei uns eintreffen, da es in der Gemeinde noch einige gefährliche Stellen gibt.

Interview: Othmar Kolp

Spendenkonten
Die Gemeinde See hat für Geschädigte bei der Raiffeisenbank Paznaun ein Spendenkonto eingerichtet:
IBAN: AT89 3624 8000 0042 5090

Spendenkonto Land Tirol bei der Hypo Tirol Bank, Kennwort: Land Tirol - Unwetterkatastrophe
Kontonummer 200.000
IBAN: AT18 5700 0000 0020 0000
BIC: HYPTAT22

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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