Wolfs-Petition
Paznauner Gemeinden fordern wolfsfreie Zone

Paznauner Wolf-Petition überreicht: TVB-Obmann Stv. Arnold Tschiderer (Ischgl), LT-Vizepräsident Bgm. Anton Mattle (Galtür), TVB-Vorstand Christoph Mallaun (See), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Bgm. Helmut Ladner (Kappl) und Alp-Obmann Bernhard Pircher (v.l.).
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  • Paznauner Wolf-Petition überreicht: TVB-Obmann Stv. Arnold Tschiderer (Ischgl), LT-Vizepräsident Bgm. Anton Mattle (Galtür), TVB-Vorstand Christoph Mallaun (See), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Bgm. Helmut Ladner (Kappl) und Alp-Obmann Bernhard Pircher (v.l.).
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PAZNAUN (otko). Vertreter der vier Paznauner Talgemeinden und des Tourismusverbandes überreichten Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann eine Petition zum „Schutz der Bevölkerung, der Land- und Almwirtschaft, des Tourismus und des ländlichen Raumes vor großen Beutegreifern“.

Große Verunsicherung

Das Vieh ist inzwischen von den Almen zurückgekehrt. Trotzdem sorgt das Thema Wolf aufgrund von über 40 Schafsrissen im Bezirk Landeck nach wie vor für Aufregung und Emotionen. Im heurigen Sommer wurden auch die Alpen Versing und Medrigen (Gemeinden Kappl und See) schlagartig mit dem Thema Beutegreifer konfrontiert. "Am 12. Juli 2020 wurden fünf getötete Schafe und ein Jungochs im hochalpinen Gelände gefunden. Bis zum 19. Juli waren es bereits zehn tote und fünf vermisste Schafe Schafe. Das entspricht zehn Prozent der bisher aufgetrieben Schafe. Aufgrund der vorgefundenen Tötungsmerkmale war von einem Wolf auszugehen. Entsprechende DNA-Untersuchungen wurden zwischenzeitlich amtlich bestätigt", berichtet Bernhard Pircher, Obmann der Agrargemeinschaft Alpe Versing. Am Tag des Wolfsangriffes wurden die Schafe vorsorglich von der Versing Alm abgetrieben. Die Forderung der Bauern über eine Entnahme der Beutegreifer oder zumindest eine Absiedlung der Tiere wird nach wie vor vehement artikuliert.
"Bei einer Begehung von Fachleuten im Almgebiet Versing wurde festgestellt, dass im hochalpinen Bereich in dem sich die Schafweiden befinden, Herrenschutzmaßnahmen nur sehr schwer oder nicht möglich sind", beschreibt Pircher die Situation. Durch die Risse des Beutegreifers sei aber nicht nur die Land- und Almwirtschaft oder Jagd betroffen, sondern es herrsche auch bei der Bevölkerung und bei den Touristikern eine große Verunsicherung.

Bis zum 19. Juli waren es bereits zehn tote und fünf vermisste Schafe im Bereich der Alpen Versing und Medrigen im Gemeindegebiet von See und Kappl gefunden.
  • Bis zum 19. Juli waren es bereits zehn tote und fünf vermisste Schafe im Bereich der Alpen Versing und Medrigen im Gemeindegebiet von See und Kappl gefunden.
  • Foto: Michael Pircher
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Gemeinsame Vorgehensweise

Inzwischen haben sich die vier Paznauner Talgemeinden See, Kappl, Ischgl und Galtür sowie der TVB Paznaun-Ischgl über eine gemeinsame Vorgehensweise verständigt. Analog zu den ebenfalls von Wolfsrissen betroffenen Tourismusgemeinden Fiss und Serfaus wurde die Petition zum "Schutz der Bevölkerung, der Land- und Almwirtschaft, des Tourismus und des ländlichen Raums vor gefährlichen Beutegreifern" beschlossen. "Für uns alle war klar, dass die vorbereitete Petition der Gemeinde Serfaus auch im Paznaun flächendeckend mitgetragen werden muss. Mit den Bürgermeistern konnten gleich breite Unterstützer gefunden werden. Zudem wurde die Petition in allen vier Gemeinden von verschiedenen Verantwortungsträgern aus Tourismus, Landwirtschaft und Vereinen mitgetragen", unterstreicht Pircher.

Paznauner Wolf-Petition überreicht: TVB-Obmann Stv. Arnold Tschiderer (Ischgl), LT-Vizepräsident Bgm. Anton Mattle (Galtür), TVB-Vorstand Christoph Mallaun (See), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Bgm. Helmut Ladner (Kappl) und Alp-Obmann Bernhard Pircher (v.l.).
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Petition in Innsbruck überreicht

Am 14. September wurde in Innsbruck die Wolfs-Petition von Vertretern der Gemeinden und des TVBs – LT-Vizepräsident Bgm. Anton Mattle (Galtür), Bgm. Helmut Ladner (Kappl), TVB-Obmann Stv. Arnold Tschiderer (Ischgl), TVB-Vorstand Christoph Mallaun (See) und Alm-Obmann Bernhard Pircher – an Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann überreicht.
Oberste Priorität habe der Schutz der Bevölkerung, der Land- und Almwirtschaft, des Tourismus und des ländlichen Raumes vor gefährlichen Beutegreifern. Es wird auf allen Ebenen mit Nachdruck die Änderung des gesetzlichen Schutzstatus, die Entnahme von Problemwölfen und die Schaffung einer wolfsfreien Zone im Alpenraum gefordert. Es braucht auch eine starke Bewusstseinsbildung für die große Gefahr der Abwanderung aus dem ländlichen Raum, verursacht durch die Rückkehr der großen Beutegreifer.
Nur so sei der Erhalt der flächendeckenden Bewirtschaftung der Kulturlandschaft im Paznaun zu bewerkstelligen. Dies trage auch zum Schutz vor Erosionen und Naturgefahren bei. Derzeit gibt es im Tal 264 Bauern mit 1.275 Großvieheinheiten. Die hochgelgegenen Almen werden mit 475 Schafen, 242 Pferden, 551 Melkkühen und 177 Mutterkühen mit Kälbern bestoßen. Der gesamte Siedlungs- und Lebensraum werde im Paznaun intensiv genutzt. Neben den rund 6.247 Einwohnern kommen dazu noch zahlreiche Touristen, die jährlich für rund 2,7 Millionen Nächtigungen sorgen.

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