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Perjentunnelsanierung läuft auf Hochtouren

Die Bestandsröhre des Perjentunnels aus der S16 Arlberg Schnellsraße wird umfassend saniert und modernisiert.
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STANZ/LANDECK/ZAMS (otko). Die Bestandsröhre des Perjentunnels auf der Arlberg Schnellstraße wird derzeit für 26 Mio. Euro umfassend saniert und modernisiert. Verkehrsfreigabe ist für Frühjahr 2020 geplant.

Revitalisierung nach 40 Jahren

Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 17. Dezember 2018 die neue Röhre des Perjentunnels (S16 Arlberg Schnellstraße) unter Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen für den Verkehr frei gegeben. Seither rollt der gesamte Verkehr durch den neuen Tunnel, da die alte Bestandsröhre nach knapp 40 Jahren umfassend saniert und modernisiert wird.
Seit 7. Jänner 2019 laufen die Arbeiten auf der Baustelle jedenfalls auf Hochtouren. Die gesamte Tunnelzwischendecke wurde herausgerissen  – damit ist die Bestandsröhre nach oben hin gleich offen wie der Neubau. Im Jänner und Februar wurde der ganze Tunnel ausgehöhlt, wobei unter anderem auch die gesamte Elektrik und die Betonfahrbahn herausgerissen wurden. Anschließend wurde der Ausbruch für die Verlängerung der Pannenbuchten angegangen.
In der Nähe des Ostportals gab es im Jänner 2018 einen massiven Wassereintritt. "Wir haben die Ursache gefunden, da sich hier eine Störungszone befindet. Beim Ausbruch der Innenschale haben wir festgestellt, dass auch die Außenschale in Mitleidenschaft gezogen war. Bis auf eine Tiefe von fünf Meter hinein war der Fels richtig gehend zerlegt. Der Quarzphyllit ist einfach nur mehr herausgeronnen", erläutert ASFINAG-Projektleiter Richard Loidl. Insgesamt 200 Meter Tunnel mussten komplett neu gemacht werden, wobei 60 Meter auf den Bereich des Wassereintritts fallen. Der Rest verteilt sich auf die verbreiterten und verlängerten Pannenbuchten Richtung Arlberg. Die beiden nicht mehr benötigten Pannenbuchten Richtung Innsbruck werden mit einer Wand verschlossen.

Verkehrsfreigabe im Frühjahr 2020

"Zeitmäßig sind wir derzeit ein kleines bisschen hinter dem Plan. Die Fertigstellung ist für März 2020 geplant. Im Moment ist es aber schwer eine Prognose abzugeben, wobei es aber auf jeden Fall Frühjahr 2020 werden wird. Bei den Kosten liegen wir im Plan", informiert Loidl.
An die 100 Arbeiter sind auf der Tunnelbaustelle beschäftigt, wobei es aber noch einiges zu tun gibt. Derzeit werden die noch fehlenden Stummel zu den insgesamt zehn Querschlägen in die zweite Röhre hergestellt. Auch die Arbeiten an der Löschwasserleitung laufen und die neuen Randsteine und Schlitzrinnen werden verlegt. Bei der Innenschale wurden drei Zentimeter abgefräst und alles wird neu gespachtelt. Daneben laufen auch noch zahlreiche Nebenarbeitem, wie z. B. die Sanierungen an den Betriebsgebäuden. Im Landeck-West wird nach der Sanna-Brücke derzeit an einer Stützmauer für eine "Nachportalhaltebucht" für Notfälle gebaut. "Falls ein Fahrzeug eine Panne hat, muss es unmittelbar nach dem Portal halten können. Dies ist vom Gesetz her vorgeschrieben", klärt der ASFINAG-Projektleiter auf.
Bis zur Verkehrsfreigabe stehen aber noch einige Hauptarbeiten an. Neben dem Einbau der der Betonfahrbahn und dem Auftragen der Tunnelbeschichtung muss auch noch die gesamte Elektrik und Sicherheitstechnik eingebaut werden. Daneben laufen parallel viele weitere  kleinere Arbeiten. "Nach dem bautechnischen Abschluss folgt dann das Prozedere der Inbetriebnahme. Wie bei einem Neubau wird das Ministerium mit Sachverständigen alles begutachten und dann nach Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen die Betriebsbewilligung erteilen", so Loidl.

Vierstreifiger Ausbau

In den vierstreifigen Vollausbau der S16 zwischen den Anschlussstellen Landeck-West und Zams investiert die ASFINAG bis 2025 190 Millionen Euro. Davon entfallen allein auf den Perjentunnel 130 Millionen Euro – der Neubau der zweiten Röhre kostet 104 Millionen Euro und die Sanierung der Bestandsröhre schlägt sich mit 26 Millionen Euro zu Buche.
Nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2020 gibt es dann im Perjentunnel keinen Gegenverkehr mehr. Dann wird auch die Geschwindigkeit auf 100 km/h erhöht. Im Anschluss soll auch die Lötzgalerie vierspurig ausgebaut werden.

Mehr Tunnelsicherheit

Neben dem Perjentunnel wurden im Bezirk Landeck in den vergangenen von der ASFINAG auch der Arlberg, Strenger, Flirscher und der Pianner/Quadratscher Tunnel auf der S16 Arlbergschnellstraße sicherheitstechnisch aufgerüstet. Derzeit laufen die Arbeiten beim Milser Tunnel sowie bei den Galerien Senfentenberg und Fallender Bach (A12 Inntalautobahn). 26 Mio. Euro werden hier investiert. Die Fertigstellung ist für Dezember 2019 vorgesehen.

Weitere Themen

Neue Röhre des Perjentunnels wurde feierlich eröffnet – mit VIDEO

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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