Puppenvolk muss aus Schlossturm

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LANDECK (Me.). Es sind 38 Puppen mit einem Wert von 20.000 Euro. Das sogenannte „blaue Volk“ – Puppen und Sagengestalten der Haller Sagenerzählerin Barbara Weber – sorgten letztlich für viele Schlagzeilen. Was ist passiert?

Vertrag per „Handschlag“

Die ehemalige Schauspielerin Barbara Weber begann im Jahre 1996 Sagengestalten zu bauen und ist nun seit zehn Jahren auf der Suche nach einem Standort für ihre Schätze.
Im Herbst 2010 bekundete der ehemalige Vorstand des Bezirksmuseumsvereines (BMV) Interesse an einem Sagenmuseum. Weber: „Im Dezember 2010 bekam ich kurz vor Weihnachten eine Zusage per E-Mail.“ Daraufhin wurden im Mai 2011 mit einem Kleinlaster aus Landeck die Puppen von Hall geholt und ins Schloss transportiert – die Kosten habe, so Weber, der Schlossvorstand bezahlt. Zu diesem Zeitpunkt habe Weber, wie schon viele Male davor, nach einem Vertrag über die Installierung des Sagenmuseums gefragt, es gab nur einen „Handschlag“, erinnert sich Weber.
Durch die Vorkommnisse 2011 rund um die geplante Bilder-Auktion im Schloss allerdings, wie die ehemalige BMV-GF Eva Lunger verweist, „rückte die Möglichkeit, etwas Neues zu beginnen, in den Hintergrund.

„Keine neuen Belastungen!“

Weber wurde draufhin mitgeteilt, dass 2011 das Projekt nicht umsetzbar sei, so Lunger. Weber überzeugt: „Frau Lunger ist seit 2011 innerlich vom Projekt zurückgetreten. Wenn ich weiß, dass ich nicht erwünscht bin, wär‘ ich gleich gegangen. Lunger kontert: „Im Herbst 2011 konnte der BMV keine neuen finanziellen Belastungen auf sich nehmen und daher konnten wir auch keine vertragliche Zusicherung machen.“

Trotzdem stelle Weber Ende Juli 2011 einen Antrag auf Subvention an das Land und erhielt im November 2011 1.000 Euro für Puppenmaterialien und Aufwändungen. Dass Weber zu diesem Zeitpunkt – trotz der Mitteilung um den finanziell angeschlagenen Verein, um eine Subvention ansuchte, entzog sich den Kenntnissen des Museumsvereines, wie Lunger den BEZIRKSBLÄTTERN bestätigt.
Lunger erteilte im Sommer 2012 der Hallerin eine Absage: „Am 20. Juni 2012 war dann endgültig klar, dass wir uns nicht darüber hinaus sehen, dieses Projekt zu verwirklichen. Ich teilte unsere Problematik Frau Weber mit“, verteidigt sich die ehemalige Schlossherrin.

Ende November 2012 nimmt Weber Kontakt mit dem neuen Vereinsobm. Christian Rudig auf, der der Hallerin mitteilte, „die im Schloss Landeck befindlichen Materialien bis Ende des Jahres abzuholen.“ Weber entsetzt: „Ich wurde zwei Jahre hingehalten und wurde jetzt in die Pfanne gehauen“. Rudig erklärt: „Der alte Vorstand hat vor Monaten das Projekt abgelehnt. Wenn der alte Vorstand jahrelang aktiv war und das Projekt ablehnt, warum sollen dann wir Neulinge das Projekt doch auf die Beine stellen?“

Rudig versicherte Weber sie dürfe bis April 2013 ihre Puppen im Schlossturm lassen. Was den Rücktransport nach Hall angeht, werde man eine „einvernehmliche Lösung“ finden, damit Weber keine Kosten bleiben, versichert Rudig.

Autor:

Marion Prieler aus Landeck

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