Philosophicum Lech
Roberto Simanowski erhält den Tractatus 2020

Kultur- und Medienwissenschaftler Roberto Simanowski (Bild) nahm den Tractatus 2020 im sport.park.lech vor kleinem Publikum entgegen.
6Bilder
  • Kultur- und Medienwissenschaftler Roberto Simanowski (Bild) nahm den Tractatus 2020 im sport.park.lech vor kleinem Publikum entgegen.
  • Foto: si!kommunikation
  • hochgeladen von Othmar Kolp

LECH. Preisträger des Tractatus 2020 ist der Kultur- und Medienwissenschaftler Roberto Simanowski. Ausgezeichnet mit dem renommierten Essaypreis des Philosophicum Lech wird sein Buch „Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz“.

25.000 Euro dotierter Essay-Preis

Mit dem Ziel, einen wertvollen Beitrag zur Standortbestimmung in philosophisch und gesellschaftlich relevanten Diskursen zu leisten, würdigt der Tractatus herausragende Publikationen auf dem Gebiet der philosophischen Essayistik. Der mit 25.000 Euro dotierte Essay-Preis des Philosophicum Lech wird heuer dem Kultur- und Medienwissenschaftler Roberto Simanowski verliehen. Prämiert wird exemplarisch sein Buch „Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz“, erschienen im Wiener Passagen Verlag, mit dem er zur philosophischen Spekulation über eine allumfassende Digitalisierung lädt und ein kühnes Zukunftsszenario zeichnet. „Eine intellektuelle Provokation im besten Sinne“, wie es in der Begründung der Tractatus-Jury lautet. Da das Philosophicum Lech coronabedingt auf kommendes Jahr verschoben wurde, erfolgte die feierliche Preisverleihung am Freitag, 25. September 2020 in kleinem Rahmen im sport.park.lech. Ein redaktioneller Filmbeitrag wird Medien frei verwendbar zur Verfügung gestellt, zudem ist ein Mitschnitt der Verleihung auf der Webseite abrufbar: www.philosophicum.com

Bürgermeister Ludwig Muxel überreichte in seiner Funktion als stellvertretender Obmann des Vereins Philosophicum Lech den Tractatus 2020 an Roberto Simanowski (v.r.).
  • Bürgermeister Ludwig Muxel überreichte in seiner Funktion als stellvertretender Obmann des Vereins Philosophicum Lech den Tractatus 2020 an Roberto Simanowski (v.r.).
  • Foto: si!kommunikation
  • hochgeladen von Othmar Kolp

Namhafteste Auszeichnung

Auf Anregung des Schriftstellers Michael Köhlmeier vom Verein Philosophicum Lech 2009 ins Leben gerufen, gibt der Tractatus alljährlich verlässlich Auskunft über herausragende Publikationen auf dem breiten Feld der philosophisch-kulturwissenschaftlichen Essayistik. Zu den Kriterien zählen insbesondere die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und die Relevanz des Themas, wobei es sich insgesamt um einen bedeutenden Beitrag zu einer nicht nur fachspezifischen, niveauvollen Debatte von öffentlichem Interesse handeln soll. Damit will der Tractatus zur Standortbestimmung in philosophisch sowie gesellschaftlich relevanten Diskursen beitragen und den prämierten Werken durch die gebührende Würdigung auch verstärkte Publizität verschaffen. Der dank privater Sponsoren mit 25.000 Euro hoch dotierte Essay-Preis des Philosophicum Lech zählt zu den namhaftesten Auszeichnungen auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Einen Eindruck von der Vielfältigkeit exzellenter philosophischer Essayistik gibt die Liste der bisherigen Tractatus-Preisträger wie auch die jährliche Shortlist der preiswürdigen Werke, die bereits als Auszeichnung und auch als Leseempfehlung zu verstehen ist: www.philosophicum.com/tractatus/shortlist/shortlist-2020

Die Laudatio von Jurymitglied Thomas Vašek wurde aus Pandemie-Gründen per Video eingespielt.
  • Die Laudatio von Jurymitglied Thomas Vašek wurde aus Pandemie-Gründen per Video eingespielt.
  • Foto: si!kommunikation
  • hochgeladen von Othmar Kolp

„Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz“

Für die Nominierung wie auch die Zuerkennung des Tractatus zeichnet eine dreiköpfige Jury unter Vorsitz von Konrad Paul Liessmann (nicht stimmberechtigt), wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech, verantwortlich. Diese setzt sich aus der Philosophin Barbara Bleisch (CH), dem Schriftsteller und ehemaligen Verleger Michael Krüger (D) sowie dem Autor und Journalisten Thomas Vašek (A) zusammen.
Dieses Jahr fiel deren Wahl auf das aktuelle Buch von Roberto Simanowski: „Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz“. Der im Frühjahr im Wiener Passagen Verlag erschienene Essay lädt zu einer philosophischen Spekulation über unsere Zukunft ein und diskutiert die Aporien und Paradoxien der künstlichen Intelligenz. Darin gibt der profilierte Kultur- und Medienwissenschaftler vielfältige Denkanstöße, indem er so erhellend wie präzise die ethischen Implikationen und Dimensionen künstlicher Intelligenz erörtert, wobei seine luziden Ausführungen sich unter anderem auf die Frage zuspitzen: „Wird die künstliche Intelligenz dem Menschen den freien Willen nehmen, ihn vor sich selbst schützen und zurück ins Paradies der Entscheidungslosigkeit befördern?“

Das exemplarisch ausgezeichnete Werk "Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz.", erschienen im Wiener Passagen Verlag.
  • Das exemplarisch ausgezeichnete Werk "Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz.", erschienen im Wiener Passagen Verlag.
  • Foto: Passagen Verlag
  • hochgeladen von Othmar Kolp

Folgen der digitalen Revolution

Roberto Simanowski befasst sich als Wissenschaftler mit der historischen, soziologischen und philosophischen Kontextualisierung der neuen Medien und sozialen Netzwerke. Einen besonderen Fokus legt er auf die symptomatische Tiefenanalyse von Alltagsphänomenen und die gesellschaftlichen Folgen der digitalen Revolution. 1999 gründete er das Online-Journal „dichtung-digital.org“ zu Kunst und Kultur digitaler Medien, das er bis 2014 herausgab. Nach Professuren an der Brown University in Providence (USA), der Universität Basel und der City University Hong Kong lebt Simanowski seit 2018 als freier Autor und Publizist in Berlin und Rio de Janeiro. Derzeit ist er Distinguished Fellow of Global Literary Studies am Exzellenzcluster Temporal Communities der Freien Universität Berlin.

Mit seinem neuesten Buch legt er die Grundlage für eine tiefgreifende Diskussion über die Zusammenhänge von Zukunftstechnik und Moral und überzeugt mit stringenter Argumentation wie auch überraschenden Thesen. Ein höchst anregender, brillanter Essay, prämiert mit dem Tractatus 2020. Dazu Thomas Vašek in der Jury-Begründung: „Können hyperintelligente Maschinen die Welt retten? Oder werden sie uns eines Tages vernichten, weil sie uns nicht mehr brauchen? In seinem Essay ‚Todesalgorithmus‘ bringt Roberto Simanowski das Dilemma der künstlichen Intelligenz auf einen kraftvollen, einprägsamen Begriff. ‚Todesalgorithmus‘ regt zum spekulativen Nachdenken über die drohende Selbstentmächtigung des Menschen an, ohne dabei in kritiklose Technikeuphorie oder in apokalyptischen Zukunftspessimismus zu verfallen. Eine intellektuelle Provokation im besten Sinne – getrieben von einer unbändigen Lust an Ambivalenzen und Paradoxien, die vermutlich jede künstliche Intelligenz überfordern würden.“

Bürgermeister Ludwig Muxel überreichte in seiner Funktion als stellvertretender Obmann des Vereins Philosophicum Lech den Tractatus 2020 an Roberto Simanowski (v.r.).
  • Bürgermeister Ludwig Muxel überreichte in seiner Funktion als stellvertretender Obmann des Vereins Philosophicum Lech den Tractatus 2020 an Roberto Simanowski (v.r.).
  • Foto: si!kommunikation
  • hochgeladen von Othmar Kolp
24. Philosophicum Lech auf 2021 verschoben


Mehr News aus dem Bezirk Landeck: Nachrichten Bezirk Landeck

Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Die Bezirksblätter immer mit dabei! Mit der praktischen ePaper-App.


Gleich downloaden!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen