Schallerbach: Schutzdamm sorgt für Sicherheit

Diakon Herbert Scharler segnete im Rahmen der Firstfeier die neue Geschiebesperre am Schallerbach.
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  • Diakon Herbert Scharler segnete im Rahmen der Firstfeier die neue Geschiebesperre am Schallerbach.
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SEE/KAPPL (otko). Nach der Murenkatastrophe in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 2015 bot sich in den Seer Ortsteilen Gries und Elis sowie im Kappler Weiler Schaller ein Bild der Verwüstung. Über mehrere Stunden ging eine kleinräumige Gewitterzelle mit 130 bis 140 Millimeter Niederschlag nieder. In das bestehende Geschiebebecken am Schallerbach mit 25.000 Kubikmeter Fassungsvermögen ging um 11 Uhr eine Mure. Um 4 Uhr früh kam die zweite Mure, die darüber ging und den Erddamm auf der Seer Seite zum Erodieren brachte.
Über 100.000 Kubikmeter Geröll wurden vom Schallerbach ins Tal befördert wobei rund die Hälfte im Ortsgebiet abgelagert wurde und für schwere Verwüstungen sorgte. Rund 70 Häuser wurden beschädigt. Davon betroffen waren 268 BewohnerInnen. Es mussten 65 Personen evakuiert werden. Fünf Häuser mussten nach der Katastrophe abgetragen werden und wurden in der Zwischenzeit neu errichtet.

Mammutprojekt

Parallel zu den Aufräumungsarbeiten begann die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) umgehend mit der Umsetzung von Sofortmaßnahmen. Zugleich wurde unter großem Zeitdruck ein neues Schutzprojekt für den Schallerbach ausgearbeitet.
Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde vergangenen Mittwoch die neue Geschiebesperre am Schallerbach offiziell eingeweiht. "Heute ist ein denkwürdiger Tag. Seit Juni – rechtzeitig zum Beginn der Gewittersaison – ist die neue Sperre funktionstüchtig", betonte WLV-Gebietsbauleiter Gebhard Walter. Diakon Herbert Scharler segnete im Beisein von LHStv. Josef Geisler, BH Markus Maaß, LT-Vizepräsident Anton Mattle, Florian Miklau (Vertreter des Ministeriums) sowie den beiden Bürgermeistern Anton Mallaun (See) und Helmut Ladner (Kappl) das Bauwerk.
Die technischen Daten sind jedenfalls beeindruckend: Die neue Mauer prägt das Ortsbild der Weiler Gries und Schaller – von der Fundamentunterkante bis zur Krone misst sie an der höchsten Stelle 24 Meter. An der Krone ist sie 1,9 Meter und am Fundament ist sie 3,10 Meter dick. Die Fundamente reichen 15 Meter in die Tiefe. Insgesamt wurden 8.000 Kubikmeter Beton und 780 Tonnen Stahl verbaut. Dazu kommen noch zehn Millimeter starke gepanzerte Stahlbleche als Schutz für die Abflusssektion. In der neuen Geschiebesperre haben bis zu 50.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm Platz.

Wichtiges Etappenziel

Die Arbeiten begannen im August 2015. Unterstützung erhielten die heimischen WLV-Arbeiter auch von einer Partie aus der Steiermark. "Wir haben ein anstrengendes Jahr hinter uns. Der Dank gilt allen für die gute Zusammenarbeit und erstmals hatten wir bei diesem Projekt auch eine Bürgerbeteiligung", bilanzierte Walter.
Auch der Tiroler WLV-Chef Siegfried Sauermoser lobte seine Mitarbeiter für die großartige Leistung: "Ein wichtiges Etappenziel ist geschafft und die Leute können nun wieder ruhig schlafen." Auch LHStv. Geisler verwies auf den Schutz der Anrainer: "Hier wurde nicht monatelang diskutiert, sondern zielgerichtet Hand angelegt."

Weitere Maßnahmen

"Inklusive der Sorfortmaßnahmen wurden am Schallerbach bisher 4 Mio. Euro verbaut. Bei der Hauptsperre wird heuer noch der Anschluss in das Gerinne errichtet", erläutert Walter. Bis 2025 werden insgesamt 12,5 Millionen Euro in die Verbauung am Schallerbach investiert. Unter anderem werden zehn Konsolidierungssperren am Mittellauf errichtet.

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