Präventivmaßnahme gegen Raserei und Überholmanöver
Section Control im Arlbergtunnel – mit VIDEO

Mehr Sicherheit: Emil Hell (ASFINAG Services), Enrico Gabl, Rudolf Salzgeber, Bernhard Knapp (Land Tirol), GF Stefan Siegele (ASFINAG Alpenstraßen GmbH) und Brigitte Hutter (Land Vorarlberg).
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  • Mehr Sicherheit: Emil Hell (ASFINAG Services), Enrico Gabl, Rudolf Salzgeber, Bernhard Knapp (Land Tirol), GF Stefan Siegele (ASFINAG Alpenstraßen GmbH) und Brigitte Hutter (Land Vorarlberg).
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Die neue Section Control Anlage wird am 6. Dezember aktiviert. Damit soll ein präventiver Schritt gegen gefährliche Überholmanöver, die trotz Verbots immer wieder stattfinden, im längsten Straßentunnel Österreichs gesetzt werden. Die ASFINAG investierte 800.000 Euro.

Bis zu 20 Überholmanöver pro Tag

ST. ANTON/LANGEN (otko). Mit 6. Dezember 2018 gibt es im Arlbergtunnel (S16 Arlberg Schnellstraße) eine wesentliche Neuerung: Eine Section Control Anlage wird zukünftig die Einhaltung der Geschwindigkeit im längsten Straßentunnel Österreichs überwachen.
Mit dem Einbau modernster Sicherheitstechnologie hat die ASFINAG seit 2017 auch die Detektion und die Erfassung von Vorfällen im einröhrigen Arlbergtunnel deutlich verfeinert. "Pro Tag registrieren wir bis zu 40 Fälle, bei denen ein Fahrzeug über die doppelte Sperrline fährt und sich somit im Gegenverkehrsbereich befindet. Zudem haben wir festgestellt, dass es im Gegenverkehrstunnel bis zu 20 tatsächliche Überholmanöver gibt", erläutert Geschäftsführer Stefan Siegele, ASFINAG Alpenstraßen GmbH. Gerade in den Nachtstunden, wo wenig Verkehr herrscht, finden solche unerlaubten Überholmanöver statt.

Bewährte Technologie

Gemeinsam mit der Polizei und den Behörden hat die ASFINAG beraten, um eine geeignete Maßnahme dagegen zu finden. "Am einfachsten wäre es eine Barriere aufzustellen, was aber auch sicherheitstechnischen Gründen in einem 14 Kilometer langen Tunnel nicht möglich ist. Als bestmögliche Sicherheitslösung wurde dann aber die Anschaffung einer Section Control Anlage beschlossen", so Siegele.
Die ASFINAG setzt seit 15 Jahren auf diese Technologie. Derzeit gibt es in Österreich fünf stationäre Section Control Anlagen – jene im Arlbergtunnel ist die erste und einzige Anlage im Westen Österreichs. "Die Unfallzahlen gehen in diesen Bereichen zurück und die Verkehrsteilnehmer passen sich an. Mit dieser Maßnahmen haben wir den richitgen Schritt gesetzt.
Zwischen 2014 und 2017 investierte die ASFINAG bereits 155 Millionen Euro in mehr Sicherheit im Arlbergtunnel. Jetzt wurden nochmals 800.000 Euro in die Section Control investiert.

Hochrisikolenker bestrafen

Für Brigitte Hutter (Abt. Verkehrsrecht, Land Vorarlberg) ist ein Gegenverkehrstunnel sicherheitstechnisch eine große Herausforderung. "Viele Autofahrer haben offenbar keine Geduld und setzen zum Überholen von Lkws an. Dies kommt besonders in der Nacht vor. Als weiterer Schritt neben der Section Control wird daher auch das nächtliche Geschwindigkeitslimit im Arlbergtunnel für LKW von 60 auf 80 km/h angehoben", erklärt Hutter. Auch für Bernhard Knapp (Abt. Verkehrsrecht, Land Tirol) ist dies ein zusätzlicher Baustein für die Verkehrssicherheit: "Wir hatten heuer schon 35 Verkehrstote und Unfälle im Gegenverkehrsbereich enden meist schlimm. Es ist nur einem Zufall zu verdanken, dass hier bisher nichts passiert ist. Wenn wir solchen Lenkern habhaft werden, die im Arlbergtunnel überholen, dann drohen mindestens 6 Monate Führerscheinentzug und 500 Euro Strafe."
Auch von Seiten der Tiroler und Vorarlberger Polizei möchte man solche "Hochriskiolenker", die sich und andere gefährden, unbedingt aus dem Verkehr ziehen. "Wer überholt hat auch eine höhere Geschwindigkeit. Mit der Section Control können wir künftig dazu beitragen solche Überholmanöver zu unterbinden", so Enrico Gabl (LPD Tirol) und Rudolf Salzgeber (LPD Vorarlberg).

So funktioniert eine Section Control Anlage

Bei der Einfahrt in den Tunnel werden die Fahrzeuge samt Kennzeichen erfasst und mit einem Zeitstempel versehen. Bei der Ausfahrt werden die Fahrzeuge erneut inklusive Zeitstempel aufgezeichnet und die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Inklusive Messtoleranz hat ein Fahrzeuglenker ca. 11 Minuten Zeit den Tunnel zu durchqueren. Wer schneller fährt, muss mit einer Strafe rechen. Für die Überwachung der Geschwindigkeit ist die Polizei zuständig. Die Strafverfolgung der Delikte fällt in die Zuständigkeiten der BH Landeck bzw. Bludenz. Für mögliche Strafen gibt es dann die übliche Toleranz, die es auch bei herkömmlichen Radarkästen gibt.

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