Lawinenunglück
St. Anton: 16-Jähriger bei Lawinenabgang getötet

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Eine vierköpfige Familie geriet in unwegsames Gelände. Dort setzten sie einen Notruf ab. Während sie auf die Einsatzkräfte warteten, löste sich eine Schneebrettlawine. Der 16-Jährige wurde mitgerissen und konnte nur noch tot geborgen werden. Die Mutter konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt.

+++UPDATE+++: Die Eltern erhoben indes in australischen Medien schwere Vorwürfe: Ein Retter habe die Lawine ausgelöst. Von Seiten der Polizei wird ermittelt, wobei es sich bei dem Ersthelfer nicht um einen Bergretter handle.

In steiles Gelände geraten

ST. ANTON. Am 09. Jänner 2019 war eine vierköpfige Familie aus Australien (Vater 58 Jahre/Deutscher, Mutter 55 Jahre und die beiden Söhne 16 und 14 Jahre – alle Australier) im Skigebiet in St Anton aA beim Skifahren. Über den Tag verteilt unternahm die Familie mehrere Variantenabfahrten. Am späten Nachmittag etwa gegen 16:40 Uhr fuhr die Familie vom Gampen außerhalb des organisierten Skiraumes ab und geriet dabei in unwegsames, unverspurtes und sehr steiles Gelände. Aufgrund des Geländes und der großen Schneehöhe war ein Weiterkommen nicht mehr möglich, weshalb die Familie einen Notruf absetzte. Die Gruppe befand sich zu dieser Zeit im Bereich vom Steissbach in einem steilen und engen V-Tal. Nach der Alarmierung begannen die Pistenrettung und die Lawinenkommission mit der Suche nach den Personen.

Mutter und Sohn von Schneebrettlawine erfasst

Aus bisher noch unbekannter Ursache löste sich im extrem steilen Gelände eine Schneebrettlawine. Diese erfasste die Mutter und auch den 16-jährigen Sohn. Die Frau (55) konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien und blieb unverletzt. Die Lawine kam am Talboden zum Stillstand und hatte dort eine Mächtigkeit von bis zu 4 Metern. Der 16-jährige Sohn wurde von den Schneemassen total verschüttet und konnte von den eintreffenden Helfern mittels einer Sondierkette geortet und nach etwa 20 bis 30 Minuten aus der Lawine in einer Tiefe von etwa 2 Meter nur noch tot geborgen werden. Das Opfer hatte keine Notfallausrüstung (Lawinenverschüttetensuchgerät etc) dabei. Da die Schneemassen den Steissbach im Bereich des Lawinenkegels leicht anstauten, lag das Opfer zusätzlich auch noch im Wasser.

Obduktion angeordnet

Die Bergung des Leichnams und der drei weiteren unverletzten Familienmitglieder wurde von den Bergrettungen St Anton aA und Pettneu aA durchgeführt. Von der Staatsanwaltschaft wurde zur Klärung der genauen Todesursache die Obduktion des Verstorbenen angeordnet. (Quelle: Polizei)

Ermittlungen laufen

Die Eltern erhoben in australischen Medien schwere Vorwürfe: Ein Retter habe die Lawine ausgelöst. Von Seiten der Polizei wird ermittelt, wobei es sich bei dem Ersthelfer nicht um einen Bergretter handle. Die genauen Umstände zum Lawinenabgang sind noch Gegenstand laufender Ermittlungen. Ein Sachverständiger wurde mit einem Gutachten beauftragt.

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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