Quarantäne +++UPDATE+++
"Statt auf der Heimreise waren 5.000 Gäste aus Ischgl und St. Anton Skifahren"

Laut einem Liftmitarbeiter waren nach der Quarantäne-Verordnung noch am nächsten Tag 5.000 Gäste, die zuvor aus Ischgl und St. Anton am Arlberg abgereist waren, im Oberland Skigefahren (Symbolbild).
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BEZIRK LANDECK, ISCHGL, ST. ANTON (otko). Ein Liftmitarbeiter aus dem Bezirk Landeck schildert den BEZIRKSBLÄTTERN Landeck, dass nach der Quarantäne-Verordnung am nächsten Tag noch 5.000 Gäste, die zuvor aus Ischgl und St. Anton am Arlberg abgereist waren, im Oberland Skifahren waren.

+++UPDATE+++ LH Platter: "Es gab klare Vorgaben zur Ausreise"

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 31. März nahm LH Günther Platter zu der Frage Stellung, ob die Landesregierung Hinweise hat, dass Urlauber aus Ischgl und St. Anton am Arlberg die Anweisungen ignoriert haben, ohne Halt nach Hause zu fahren und ob Hinweise darauf gibt, dass manche stattdessen noch in anderen Skiorten Skifahren gewesen sind.
"Berichte sind uns bekannt und die Behörde geht natürlich diesen Informationen nach, auch Medienberichte hat es diesbezüglich gegeben. Bei der Ausreise haben alle Gäste ein Gästeausreiseblatt unterfertigt. Da gibt es zusätzlich ein Informationsblatt zur Heimreise, wo klar geregelt ist, dass die Heimreise ohne Zwischenstopp über die Bühne gehen muss und dass sie sich dann zu Hause bei den Gesundheitsbehörden melden sollen. Dies ist die Vorgabe gewesen und es ist davon auszugehen, dass sich die Menschen auch daran halten. Sollte sich tatsächlich jemand – trotz dieser Vorgabe und Unterfertigung dieses Gästeausreiseblattes – in einen anderen Ort zum Skifahren begeben haben, so ist dies völlig unverständlich und die Behörde wird dieser Sache nachgehen", betonte der Landeshauptmann.

Bei der im Internet übertragenen Landespressekonferenz von links Artur Wechselberger (Präsident Ärztekammer Tirol), LH Günther Platter und Günter Weiss (Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck).
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Quarantäne für Paznaun und St. Anton verordnet

Bundeskanzler Sebastian Kurz berichtete am 13. März um 14 Uhr in einer Pressekonferenz, dass über das Paznaun mit den Orten Ischgl, Kappl, Galtür und See sowie über St. Anton am Arlberg eine Quarantäne verhängt wird. Sämtliche ausländischen Gäste wurden zur Ausreise aufgefordert. Sie sollten umgehend diese Skiorte verlassen und sich zu Hause in häusliche Quarantäne begeben. Dass diese Anordnung nach dem anfänglichen Chaos offenbar nicht von allen umgesetzt wurde, ist mittlerweile hinlänglich bekannt – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten ausführlich.
Nach den Paznauner Skigebieten und jenem in St. Anton am Arlberg schlossen am 14. März auch alle anderen Skigebiete im Bezirk Landeck.

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Skifahren statt sofortiger Heimreise

In einer E-Mail, die am 24. März an die BEZIRKSBLÄTTER versendet wurde, berichtet ein Liftmitarbeiter aus dem Bezirk Landeck über weitere brisante Details. Da er Angst hat seinen Job zu verlieren, will er aber anonym bleiben.

"Am 13. März 2020 wurden alle Gäste im Paznauntal und St. Anton am Arlberg aufgefordert, sofort nach Hause zu fahren. Was leider nicht passierte! Am 14. März 2020 waren im ganzen Oberland, wie Venet, Fendels, Serfaus-Fiss-Ladis und am Kaunertaler Gletscher Leute aus Ischgl zum Skifahren. Wir haben das bei den Skikarten der Leute gesehen, wenn Sie durchs Drehkreuz gehen. Es waren im ganzen Bezirk sicher mehr als 5.000 Gäste aus dem Paznaun und St. Anton noch Skifahren und nicht auf der Heimreise!"

Alle Liftmitarbeiter seien entsetzt und fassungslos gewesen, dass "es wirklich so dumme und rücksichtslose Menschen gibt. Wir sind im ganzen Gebiet befreundet und fingen gleich an zu telefonieren. Da hieß es nur mehr 'Was bei euch auch'." Er könne garantieren, dass dies zu 90 Prozent alles deutsche Staatsbürger waren.

"Diese Leute ziehen Tirol nun in den Dreck"

"Einer von ihnen wollte mich etwas fragen und ich habe ihn aufmerksam drauf hingewiesen, dass er bitte einen Meter Abstand zu mir halten soll. Worauf er nur sagte: 'Ihr Tiroler seit doch nur noch dumm und naiv'. Meine Kollegen im Bezirk Landeck erzählten von ähnlichen Erfahrungen", betont der Liftmitarbeiter.
Seither beschäftigt ihn nur mehr eine Frage: "Warum können diese Leute oder Touristen tun was sie wollen, wenn sie eigentlich aufgefordert waren, nach Hause zu fahren? Und jetzt wollen diese Leute unser schönes Land Tirol in den Dreck ziehen", zeigt der Mann sein Unverständnis.

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Bei der im Internet übertragenen Landespressekonferenz von links Artur Wechselberger (Präsident Ärztekammer Tirol), LH Günther Platter und Günter Weiss (Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck).
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