Kaunerberger Direktor
Thomas Moritz: "LLA Imst ist keine Bauernschule mehr"

Thomas Moritz aus Kaunerberg ist seit 1. September 2020 Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Imst.
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  • Thomas Moritz aus Kaunerberg ist seit 1. September 2020 Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Imst.
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KAUNERBERG, IMST (otko). Thomas Moritz aus Kaunerberg ist seit 1. September 2020  Direktor der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt in Imst. Mit den BEZIRKSBLÄTTERN spricht er über seine Leidenschaft für die Landwirtschaft und seine Visionen.

In große Fußstapfen hineinwachsen

Der Kaunerberger Thomas Moritz, selbst früherer LLA-Schüler ist der Nachfolger von Josef Gstrein als Direktor der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt in Imst. Wenn man mit dem neuen Direktor über das Thema Landwirtschaft spricht, beginnen seine Augen zu glänzen. Der Sohn einer Bergbauernfamilie hat an der BOKU in Wien klassische Landwirtschaft sowie Tierzucht studiert. "Da wir selber eine Grauviehzucht zu Hause haben, hat mich das Thema Tierzucht immer schon interessiert. Den Hof in Kaunerberg hat aber mein Bruder übernommen", so Moritz.

LLA Imst Direktor Thomas Moritz:  "Einzigartig ist bei uns auch, dass Schüler ein bis drei Jahre Zeit haben, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und wofür sie sich begeistern können."
  • LLA Imst Direktor Thomas Moritz: "Einzigartig ist bei uns auch, dass Schüler ein bis drei Jahre Zeit haben, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und wofür sie sich begeistern können."
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Nach der Absolvierung einer pädagogischen Ausbildung und Anstellung in der Landwirtschaftskammer Imst wechselte im Jahr 2004 an der Landwirtschaftliche Lehranstalt Imst. Dort ging er selbst ein Jahr zur Schule. "Ich bin dann dort in die Milchverarbeitung gekommen, da mich die Produktverarbeitung immer schon interessiert hat. Schließlich war ich elf Sommer lang auf einer Alpe. Ich habe zudem Kurse Rotholz gemacht und versucht die SchülerInnen zu motivieren und zu begeistern", betont Moritz. 2009 übernahm er schließlich die Heimleitung des Internats.

"Wenn man mit jungen Menschen die ganze Woche verbringt, ist man mehr als nur ein Lehrer oder eine Aufsichtsperson. Das ist das Besondere für mich an unserer Schule. Einzigartig ist bei uns auch, dass Schüler ein bis drei Jahre Zeit haben, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und wofür sie sich begeistern können. Diese Entwicklung begleiten zu können, ist auch für Lehrer sehr wertvoll."

Mit 1. September 2020 folgte schließlich mit der Übernahme der Direktion ein weiterer Sprung auf der Karriereleiter. "Mein Vorgänger, Josef Gstrein, hat diesem Haus ein viertel Jahrhundert seinen Stempel aufgedrückt, die Schule lag ihm immer sehr am Herzen. Dementsprechend groß sind die Fußstapfen, in die ich jetzt erst hineinwachsen muss. Respekt war da, aber ich kann mich auf die rund 130 Mitarbeiter voll und ganz verlassen, sie machen ihre Arbeit im höchsten Maß selbstständig und professionell", streut er Rosen.

Praxis und Theorie werden an der LLA Imst groß geschrieben.
  • Praxis und Theorie werden an der LLA Imst groß geschrieben.
  • Foto: LLA Imst, Foto Sandra
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Nicht den Bezug zur Praxis verlieren

Privat interessieren ihn auch die schulischen Themen. Wichtig sei vor allem, sich zu den ökologischen Themen selber eine Meinung zu bilden und Dinge auszuprobieren. "Ich möchte als Direktor auch nicht den Bezug zur Praxis verlieren. Daher bin ich auch als Besamungstechniker tätig. Da habe ich habe den Kontakt zu den Bauern und kann auch mitreden. Zudem habe ich mir ein Stück Feld gepachtet, habe eigene Obstbäume und Hühner."

LLA Imst Direktor Thomas Moritz:  "Einzigartig ist bei uns auch, dass Schüler ein bis drei Jahre Zeit haben, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und wofür sie sich begeistern können."
  • LLA Imst Direktor Thomas Moritz: "Einzigartig ist bei uns auch, dass Schüler ein bis drei Jahre Zeit haben, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und wofür sie sich begeistern können."
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Auch für die LLA Imst hat er Zukunftspläne. Was das Angebot verschiedenster Praxisrichtungen und Allgemeinbildung angeht, ist die LLA eine unglaublich breit aufgestellte Schule, aber auch viele Spezialausbildungen der SchülerInnen finden dort ihren Anfang. Diese Botschaft möchte Direktor Moritz nach Außen tragen. "Ein weiteres Anliegen ist es Themen wie Ökologie weiter in Theorie und Praxis zu etablieren, aber auch die Erweiterung der Berufsbilder. Wir sind im Gespräch mit Wirtschaft und Politik und möchten auch die Berufsbilder, die eng mit der Landwirtschaft verknüpft sind, bedienen", so der Direktor. So wird auch mit der Ausbildung zum Seilbahnmaschinist ein neuer Schwerpunkt in Theorie und Praxis gesetzt – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten.
Die Ausbildung in der BHM (Betriebs-und Haushaltsmanagement) steht schon seit einigen Jahren auf mehreren Säulen. Dort sind Tourismus und Gesundheit & Soziales zwei der größten Zweige.

"Das Interesse der Schülerinnen ist ungebrochen und die Vielzahl der beruflichen Möglichkeiten nach der Ausbildung ist enorm. Auch hier werden wir uns weiterentwickeln, zum Beispiel ist die LLA auf dem Weg zur 'Genussschule'."

Die Ausbildung an der LLA Imst ist vielfältig.
  • Die Ausbildung an der LLA Imst ist vielfältig.
  • Foto: LLA Imst, Foto Sandra
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AbsolventInnen haben solide Grundausbildung

Längst ist die LLA aber keine "Bauernschule" mehr. Der demographische Wandel und der Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe im Tiroler Oberland ist aber zu spüren. Dennoch steigt das Interesse am landwirtschaftlichen Facharbeiter, also der Abschluss in beiden Fachrichtungen für Mädchen und Burschen.

"Das beweisen die unglaublichen Zahlen des Abendkurses für Erwachsene, jedes Jahr sind hier zwei Klassen voll. Nach meiner Einschätzung spiegelt dies auch den steigenden Stellenwert der Natur in unserer Gesellschaft wider. Unsere Absolventen haben eine solide Grundausbildung und können überall eingesetzt werden",

verweist der Direktor.

Auch das Thema Ökologie und Regionalität wird großgeschrieben.
  • Auch das Thema Ökologie und Regionalität wird großgeschrieben.
  • Foto: LLA Imst, Foto Sandra
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Die SchülerInnen kommen aus den Bezirken Imst, Landeck, Reutte und Innsbruck-Land. Jahrelang war aber der Bezirk Landeck der stärkste Bezirk, wobei sich das im Schuljahr 2020/21 erstmals verändert hat. Deshalb startet die LLA eine Informationsoffensive, denn auch in urbanen Regionen sind Ökologie, Tier- und Umweltkunde interessante Thematiken.

Ein genüssliches Plus an Ausbildung in der LLA Imst


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