Kaunertal
TVB Tiroler Oberland sieht neue Falginjochbahn als wichtigen Impuls

Auf einer Spannseillänge von 2.000 Metern kommt die moderne Bahn mit nur zwei Stützen aus.
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  • Auf einer Spannseillänge von 2.000 Metern kommt die moderne Bahn mit nur zwei Stützen aus.
  • Foto: Kaunertaler Gletscherbahnen
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KAUNERTAL. Eine österreichweit einzigartige Gondelbahn geht Anfang Dezember 2019 am Kaunertaler Gletscher in Betrieb. In 3,9 Minuten befördert die moderne Kabine bis zu 100 Personen auf 3.113 Meter Seehöhe. Das Funifor-Bahnsystem kommt auf der gesamten Strecke mit nur zwei Stützen aus und ist äußerst windstabil. Der Kaunertal Tourismus sieht die 10,3 Millionen Euro Investition als Gewinn für die gesamte Region. Speziell Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erleben durch den neuen Monobob-Zugang grenzenlose Bergmomente in der Naturpark- und Gletscherregion.

Positiv für das Kaunertal

Der Obmann des Tourismusverbandes Tiroler Oberland, Dr. Armin Falkner, freut sich über das neue Projekt der Kaunertaler Gletscherbahnen: „Die Investition wird sich positiv auf das gesamte Tal auswirken. Es gibt wieder einen Aufschwung, am Berg tut sich was und wir haben ein neues Angebot für unsere Gäste.” Schnell, komfortabel und geschützt vor Wind und Wetter schweben die Gäste künftig im 10-Minuten-Takt über das imposante Gletschergebiet. Vor allem im Frühjahr und Herbst profitiert das Kaunertal vom Neubau. „Während in vielen anderen Gebieten bei starkem Wind eingeschränkter oder gar kein Betrieb herrscht, hält das Funifor-System auch heftigen Windböen stand“, erzählt Franz Wackernell, technischer Leiter und zweiter Geschäftsführer der Kaunertaler Gletscherbahnen. Seit knapp einem Jahr arbeiten die Verantwortlichen an dem Projekt. Im Dezember werden die ersten Gäste an der neuen Talstation, direkt neben dem Parkplatz des Gletscherrestaurants (2.750 m), auf die erlebnisreiche Gondelfahrt warten.

Stärkung für touristische Positionierung

Die minimalistische Bauweise und der Wegfall der Schlepplift-Stützen geben größere Flächen für Pisten frei. Drei neue, top präparierte Abfahrten können Wintersportler nach Eröffnung der Falginjochbahn nutzen. Die hellblaue – also leicht zu fahrende – Piste ist speziell für Kinder, Anfänger und Monoskifahrer geeignet. Fortgeschrittenen stehen zusätzlich eine rote und eine schwarze Abfahrt zur Verfügung. „Somit bieten wir unseren Gästen und Einheimischen ab sofort noch attraktivere Sportmöglichkeiten. Das hilft uns im internationalen Wettbewerb und verschafft uns mehr Aufmerksamkeit am Markt”, erklärt Falkner. AnfängerInnen und Kindern bleibt das Übungsgelände mit Förderband im Bereich der Talstation erhalten. Derzeit laufen Gespräche über einen künftigen Ausbau des Anfänger-Areals mit zusätzlichem Schlepplift.

Erste 100er-Funifor-Bahn

Das Doppelseilsystem, das den Bahnbetrieb auch bei starkem Wind ermöglicht, ist national beispiellos. Bis zu 100 Menschen pro Fahrt transportiert die Kabine in nur 3,9 Minuten. Damit erregt die ganzjährig geöffnete Gletscherbahn nicht nur am österreichischen Markt Aufmerksamkeit. Bei der Planung und Errichtung wurde darauf geachtet, möglichst wenige Eingriffe in die Natur vorzunehmen. Lediglich zwei Stützen fixieren das 2.000 Meter lange Spannseil zwischen Tal- und Bergstation. „Durch das freie Spannfeld von 1.500 Metern hat man bei der Fahrt das Gefühl über das Gletschergebiet zu schweben“, erklärt Wackernell.

Nachhaltiges Projekt als Mehrwert

Neben der Barrierefreiheit legt die Naturpark- und Gletscherregion seit Jahren ihren Fokus auf Nachhaltigkeit. Auch bei diesem neuen Projekt. Die Strom- und Glasfaserverbindung für die Stationen verlaufen in den Tragseilen, wodurch keine Grabungsarbeiten entlang der Trasse nötig waren. Außerdem fließt die Bremsenergie, die bei der Abfahrt entsteht, direkt wieder in das Stromnetz zurück. Optisch passt die neue Bahn zum eindrucksvollen Naturgebiet: Die Stützen sind nicht eingefärbt, sondern verzinkt und die beiden Stationsgebäude nehmen nur eine minimale Fläche ein. TVB- Geschäftsführerin Michaela Gasser-Mark sieht in der Investition einen Mehrwert für das gesamte Tal: „Die moderne Seilbahn ist für uns als mittelgroßes Gletscherskigebiet eine große Bereicherung. Jede Investition in das Kaunertal stärkt den Tourismus und sichert somit auch wertvolle Arbeitsplätze im Tal. “

Uneingeschränkte Bergfreiheit

Das Kaunertal ist als Destination für barrierefreie Aktivurlaube bekannt. Die dortigen Hotels, Restaurants, Parkplätze, Wanderwege und Pisten erfüllen großteils den Wunsch nach grenzenlosen Bergerlebnissen. Dank der neuen Monobob-Lane (eigener Zugang zur Falginjochbahn) erleben nun alle Gäste ohne Hindernis das Gefühl von alpiner Freiheit auf über 3.000 Metern Höhe. Über den speziellen Rutschbelag gleiten Rollstuhl- bzw. Monoskifahrer selbständig in die Kabine. „Es ist unser Ziel, das Tal von oben bis unten barrierefrei zu gestalten. Wir haben bereits gute Angebote in der Hotellerie und die Gletscherstraße ebnet den Weg für Menschen, die weniger mobil sind“, betont Dr. Armin Falkner, Obmann des TVB Tiroler Oberland und ergänzt: „Die neue Bahn ist eine schlüssige Ergänzung für unser bestehendes Konzept.“

Kabine für neue „100er-Funifor“-Bahn im Kaunertal eingetroffen

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Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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