Interreg-Projekt
"Via Claudia Augusta" wird virtuell wiederbelebt

Zogen eine erfolgreiche Bilanz: Obmann Walter Stefan mit Klaus Wankmiller, Christoph Tschaikner, Ronald Petrini und Eva Lunger (v.l.).
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  • Zogen eine erfolgreiche Bilanz: Obmann Walter Stefan mit Klaus Wankmiller, Christoph Tschaikner, Ronald Petrini und Eva Lunger (v.l.).
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FLIEß/BEZIRK (otko). Das Interreg-Projekt "HEREDITAS" soll die alte Römerstraße weiter attraktiveren. Neben einer neuen Homepage gibt es künftig auch eine App.

Bevölkerung begeistern

Auf ein ereignisreiches Jahr konnte vergangenen Mittwoch Obmann Dr. Walter Stefan bei der Vollversammlung des Vereins "Via Claudia Augusta Tirol" im Dokumentationszentrum in Fließ zurückblicken. Besondere Höhepunkte waren die Eröffnung der neuen Radbrücke auf dem Via Claudia Radweg in Pfunds, die archäologischen Grabungen in Tarrenz und das Internationale Symposium auf Ehrenberg. Trotz der guten Erforschung gab es neue Erkenntnisse. Ende 2019 soll ein dreisprachiger Symposiumsband erscheinen.
"Der Meilenstein der 1998 auf der Fließer Platte enthüllt wurde, steht jetzt nach 21 Jahren im Dorf. Damals gab es ein großes Fest und danach ist die Idee gekommen in jeden Land ein Dokumentationszentrum zu machen. Heute brauchen wir auch wieder solche Feste, um die Bevölkerung zu begeistern und zu gewinnen", betonte Obmann Walter Stefan.

Grabungen und VCA-Schulkoffer

Klaus Wankmiller, Sprecher der Arbeitsgruppe Archäologie und Geschichte, konnte von zwei Grabungen entlang der Via Claudia Augusta berichten. "In Weißenbach am Lech wurden sensationelle Funde gemacht, darunter Gewandnadeln aus dem 13./11. Jahrhundert v. Chr sowie eine Kleeblattkanne. Bei dieser handelt es sich um das erst zweite Fund-Exemplar in Österreich. Bei der Grabung in Tarrenz beim Dollinger Lager gab es tolle Keramikfunde. Zudem wurde eine Aryballos, eine römische Glasflasche, sowie zehn Münzen aus der Römerzeit gefunden", so Wankmiller.
Bei den historischen Karten durch die Jahrtausende konnte der Tiroler Teil, der insgesamt 29 geplanten Karten zur Via Claudia Augusta, abgedeckt werden.
Der Arbeitskreis Kultur und Bildung mit Sprecherin Eva Lunger legte den Schwerpunkt auf die Schule. Zusammen mit elf Lehramtsstudenten wurde an der Volksschule Grins ein Projektkoffer erarbeitet. "Wir wollen die Kinder begeistern und ihr Interesse wecken. Wenn die Schulen schon nicht in die Museen kommen können, dann kommt die Via Claudia Augusta zu ihnen", erläuterte Lunger.

Europäische Kulturstraße

"Entlang der Via Claudia Augusta fahren jährlich 40.000 Radfahrer und diese gilt es zusammen mit den 10.000 Wanderern für die Region zu begeistern. Derzeit erfolgt die finale Ausarbeitung eines Radreiseführers und es soll ein Leitfaden für Wanderer entstehen. Auch die Neubeschilderung steht an", berichtete der Reuttener TVB-GF Ronald Petrini als Sprecher des Arbeitsgruppe Tourismus. In Reutte wird zudem vor dem TVB-Gebäude ein Via Claudia Augusta-Platz inszeniert.
Künftig sollen die Arbeitsgruppen auch transnational aufgebaut werden. Dazu würde sich das Euregio-Projekt "fit 4 co" (Fit für Kooperation) anbieten.
"Es ist in Sachen touristischer Attraktivierung bereits viel passiert. Jetzt brauchen wir die neuen Medien und die weitere Einbindung der Betriebe. Wir müssen auch die Reisenden entlang der alten Römerstraße mit neuen Werbe- und Hinweistafeln auf die kulturellen Highlights aufmerksam machen", verwies Obmann Walter Stefan. Dazu gibt es auch Bemühungen die Via Claudia Augusta als europäische Kulturstraße zu zertifizieren.

"HEREDITAS" als Meilenstein

Geschäftsführer Christoph Tschaikner von der EWIV (Europäische Wirtschafts- und Interessens-Vereinigung), die die transnationale Koordination zur Aufgabe hat, gab einen Ausblick auf das grenzüberschreitende Interreg-Projekt "HEREDITAS virtual Via Claudia Augusta". Ziel des Projekts ist einerseits die Schaffung eines wissenschaftlich nutzbaren Tools, andererseits soll HEREDITAS die Erlebnisqualität für Interessierte auf der Via Claudia Augusta steigern. "Das Highlight ist sicherlich die virtuelle und dreidimensionale Rekonstruktion von interessanten Punkten an der alten Römerstraße. Neben Mitteln für Kommunikation und Werbung werden auch die digitalen Medien erneuert. Dazu wird eine neue und responsive Homepage, deren Darstellung sich der jeweils benutzten Endgeräte anpasst, und eine App für Android und iOS erstellt", informierte Tschaikner. Insgesamt 1,5 Millionen fließen  in das EU-geförderte Projekt, das Ende 2019 abgeschlossen werden soll. Der Anteil vom Verein VCA Tirol beträgt 286.000 Euro
"In dem Interreg-Projekt liegt viel Potential. Dadurch macht die Via Claudia Augusta einen großen Schritt hin zur Wiederbelebung", zeigte sich Obmann Walter Stefan begeistert.

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Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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