Gewalt gegen Frauen
"Wir brauchen einfach ein Frauenhaus!"

BR Peter Raggl, NR Elisabeth Pfurtscheller, Staatssekräterin Mag. Karoline Edtstadler und Bezirksobmann von "Forum Land" Thomas Pohl (v.l.).
  • BR Peter Raggl, NR Elisabeth Pfurtscheller, Staatssekräterin Mag. Karoline Edtstadler und Bezirksobmann von "Forum Land" Thomas Pohl (v.l.).
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STANZ (das). Kürzlich fand im Dorfwirt in Stanz ein Informations- und Diskussionsabend zum Thema "Gewalt gegen Frauen statt". Als Veranstalter zeichnete sich "Forum Land" verantwortlich. "Die Hemmschwelle sich am Land zu melden ist oftmals höher, als in der Stadt. Deswegen wollten wir dieses Thema mit Forum Land ansprechen", erklärte Forum Land Bezirksobmann und Polizist Thomas Pohl.
Bereits im Vorfeld der Podiumsdiskussion gaben Staatssekräterin Mag. Karoline Edtstadler, NR Elisabeth Pfurtscheller und BR Peter Raggl (alle ÖVP) einen kleinen Einblick in die geplanten Maßnahmen zu diesem sensiblen Thema.

Maßnahmenkatolog auf drei Beinen

So präsentierte die Staatssekräterin und ehemalige Richterin, Karoline Edtstadler, den Aktionsplan der Bundesregierung. Die 57 Maßnahmen, welche in einer sogenannten "Task Force" ausgearbeitet wurden, beinhalten neben einer Strafverschärfung auch eine verpflichtende Täterarbeit, sowie eine "Bannmeile" als Beitrag zum Operschutz. Diese "drei Beine" sollen sich dabei wie ein roter Faden durch den Maßnahmenkatalog ziehen. "Wir wollen hier eine Null- Toleranz- Linie bei Sexualverbrechen erreichen, derzeit haben wir in dieser Hinsicht vergleichsweise eher milde Strafen. Das wollen wir ändern, die Opfer sollen nicht denken, eine Anzeige bringt eh nichts!" so Staatssekräterin Edtstadler. Dabei müssen aber auch jene Berufsgruppen mehr sensibilisiert werden, welche beruflich des Öfteren mit Gewalt zu tun haben. Damit sollen Anzeichen von Gewalt schneller erkannt werden. Auch wird eine neue dreistellige Notrufnummer etabliert, sowie auf erweiterte Präventivmaßnahmen (Cybermobbing usw.) gesetzt werden.

Frauenhaus als großer Wunsch

Auch Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller stimmt den Maßnahmen der "Task Force" zu. Das Thema "Gewalt gegen Frauen" müsse unbedingt mehr in den Vordergrund gerückt werden. Bei diesem Thema sei aber auch ein hohes Maß an Sensiblität gefordert, vor allem da betroffene Frauen eher keine angebotenen Informationsveranstaltungen besuchen. "Ich freue mich, dass sich eine Fachfrau wie Karoline Edstadler diesem Thema angenommen hat." 
Das Oberland bezeichnete sie als "blinden Fleck" was Wegweisungen und Schutzmaßnahmen für Frauen anbelangt. Hier gilt es anzusetzten, wie Pfurtscheller betont. Auch gibt es westlich ab Telfs keinerlei Einrichtungen die Schutz bieten. "Es gibt in den Bezirken Imst, Reutte und Landeck keine offiziellen Wohnungen, in denen betroffene Frauen unterkommen können!" so die Parlamentarierin. Dabei ist der Bedarf an solchen Einrichtungen gegeben, vieles spiele sich hinter verschlossenen Türen ab, auch Kinder müssen den nötigen Schutz erfahren und merken, dass sie nicht alleine sind. Dies falle allerdings in die Landeszuständigkeit und in die Zuständigkeit der schwarz- grünen Landesregierung. "Ich gebe die Hoffnung aber sicher nicht so schnell auf, wir brauchen einfach ein Frauenhaus im Tiroler Oberland!" so Pfurtscheller abschließend.

Aufklärungsarbeit wichtig

Dies bestätigt auch "Forum Land" Bezirksobmann Thomas Pohl, welcher als Polizist arbeitet: "Ich habe viel mit Thema beruflich zu tun. Auffallend ist, dass der Opferschutz zwar gut ausgebaut ist, die Opfer aber oft nicht wissen, wo sie sich hinwenden können! Auch ist die Hemmschwelle sich am Land zu melden oftmals höher, als in der Stadt. Hier gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten!" Aus diesem Grund wurde dies auch als Thema für "Forum Land" ausgewählt und um es ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

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