ÖVP-Funktionär
Christian Matt wechselt zur Landecker FPÖ

Der bisherige ÖVP-Funktionär Christian Matt (li.) wechselt mit sofortiger Wirkung zur FPÖ-Landeck. Bezirkskoordinator Claus Aniballi zeigte sich hocherfreut.
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LANDECK (otko). Eine Politbombe ließ FPÖ-Bezirkskoordinator Aniballi platzen. Christian Matt, bisheriger AAB-Bezirksgeschäftsführer und stellvertretender ÖVP-Bezirksparteiobmann, wechselt zu den Blauen. VP-Bezirksobmann Mattle zeigte sich persönlich enttäuscht.

Politisch erfahrener Netzwerker

Mit dem Titel "Ein, für den Bezirk Landeck wichtiger ÖVP-Funktionär nunmehr neues Mitglied der FPÖ" wurde am Donnerstag (25. Februar) zur Pressekonferenz nach Landeck geladen. Dort ließ FPÖ-Bezirkskoordinator Claus Aniballi dann die politische Bombe platzen.

"Christian Matt wechselt mit 1. März von der ÖVP zur FPÖ Landeck. Wir freuen uns künftig solch einen politisch erfahren Mann und Netzwerker in unseren Reihen zu haben. Erkennt unseren Bezirk in- und auswendig – für uns ist das ein wahres politisches Geschenk."

Bei einer Pressekonferenz ließ die Landecker FPÖ die Politbombe platzen.
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Christian Matt ist seit 25 Jahren politisch tätig und bekleidete zahlreiche Funktionen in der ÖVP. Unter anderen ist er seit 2010 AAB-Bezirksgeschäftsführer und seit 2015 stellvertretender ÖVP-Bezirksparteiobmann. Zuvor war er von 2005 bis 2016 Landesobmann-Stellvertreter der Jungen Volkspartei. Auch in der Arbeiterkammer Tirol ist Matt seit Jahren als Funktionär engagiert. Seit 2002 ist er Kammerrat und zudem auch Mitglied des Kontrollaussschusses der AK. Auch in der Kommunalpolitik als Gemeinderat in Grins war der 40-Jährige, der in Schönwies lebt, schon tätig.
Die ÖVP-Parteiämter dürfte Matt nach seinem angekündigten Wechsel zu den Blauen wohl umgehend verlieren.

Christian Matt: "Für mich ist die Bundesregierung und insbesondere die ÖVP nicht mehr glaubhaft."
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Matt: "Für mich ist die ÖVP nicht mehr glaubhaft"

Bis zur Pressekonferenz wurde dies aber geheimgehalten. "Neben dem Landesobmann Markus Abwerzger, mit dem es im Vorfeld ein gemeinsames Gespräch gab, wusste sonst niemand davon", so Aniballi.
Angesprochen auf seine Beweggründe für den Parteiwechsel verwies Matt auf das "komplette Missmanagement der Bundesregierung in der Corona-Krise". Für ihn sei die Regierung und insbesondere die ÖVP nicht mehr glaubhaft. Auch mussten zahlreiche Verordnungen wieder zurückgenommen werden und die hohe Arbeitslosigkeit sei politisch verschuldet. "Auch die Arbeitnehmer werden von Kanzler Kurz überall beschnitten. In der Österreichischen Gesundheitskasse, wo zuvor die Arbeitnehmer das sagen hatten, sitzen jetzt nur mehr hohe ÖVP-Funktionäre. Meiner Meinung nach ist die Regierung Kurz eher eine Diktatur anstatt eine moderne Demokratie. Alles geht nur nach dem Willen des Bundeskanzlers", sparte der Neo-FPÖler nicht mit harter Kritik an seinen ehemaligen Parteifreunden.
Das Fass zum Überlaufen hätten für Matt in letzter Zeit aber auch die "unqualifizierten Aussagen" von NR und Seilbahnverteter Franz Hörl oder die Causa Novomatic gebracht. "Ich war bis zur Krise durch und durch ÖVPler, aber mittlerweile ist mir der Wechsel nicht schwergefallen. Ich will nicht jahrelang irgendwo sitzen und darf nichts sagen. Das soll auch ein Ansporn für manchen schwarzen Politiker für einen Wechsel sein."

Der bisherige ÖVP-Funktionär Christian Matt (li.) wechselt mit sofortiger Wirkung zur FPÖ-Landeck. Bezirkskoordinator Claus Aniballi zeigte sich hocherfreut.
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Scherbenhaufen aufräumen

"Für mich ist die Zeit gekommen, mich politisch neu zu orientieren. Momentan ist alles sehr grenzwertig, was in der ÖVP passiert", unterstrich Matt und weiter, "ich will mithelfen, den Scherbenhaufen aufzuräumen, den die jetzige Regierung verursacht hat." Auch weiterhin will er sich für die Arbeitnehmer einsetzen und neue Ideen in die FPÖ Landeck einbringen.
Bezirkskoordinator Aniballi zeigte sich jedenfalls hocherfreut. "Gemeinsam machen wir seriöse Politik und werden wir dafür sorgen, dass die FPÖ auch in Landeck eine sehr gute Option für die Menschen ist." Seit Wochen würden auch die Mitgliederzahlen wieder nach oben gehen.

VP-Bezirksparteiobmann Anton Mattle zeigt sich persönlich und menschlich von seinem langjährigen Mitstreiter enttäuscht.
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VP-Bezirksobmann Mattle persönlich enttäuscht

ÖVP-Bezirksparteiobmann Anton Mattle zeigte sich auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER wenig erfreut: "Ich nehme es zur Kenntnis. Es ist für mich aber persönlich und menschlich sehr enttäuschend, dass ich darüber aus den Medien erfahren muss. Christian Matt, der über Jahre hinweg ein enger Mitstreiter in der Bezirksparteileitung war, hat im Vorfeld nicht einmal das Gespräch mit uns gesucht. Dies wäre ein Akt der Fairness gewesen. Wir konnten nicht einmal darüber miteinander reden und ich weiß nichts über seine Gründe."

ÖVP-Bezirksparteitag 2015 in Landeck: Bezirksparteiobmann Anton Mattle (2.v.l.) mit seinem Stellvertreter Christian Matt (re.).
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Natürlich gehe es nicht, dass jemand bei zwei Parteien Funktionen hat. Sollte Matt seine Mitgliedschaft aber nicht freiwillig zurücklegen, dann ist der Kraft Parteistatut nicht mehr Mitglied der Tiroler Volkspartei. "Man weiß nicht, warum jemand eine Gesinnungsgemeinschaft  verlässt und gelegentlich erschließen sich auch die Gründe nicht. Es hinterlässt einfach viele offene Fragen. Natürlich hinterfragt man auch das eigene Arbeiten", zeigte sich Mattle nachdenklich.
Für den VP-Bezirksparteiobmann bleibt aber die Hoffnung, dass dieses Beispiel nicht weiter Schule macht. Auch FPÖ-Bezirkskoordiantor Aniball war jahrelang Mitglied des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Nach seiner Kandidatur für die Freiheitliche Wirtschaft verlor er seine ÖVP-Mitgliedschaft.

Claus Aniballi verliert aufgrund seiner FW-Kandidatur ÖVP-Mitgliedschaft


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