FPÖ legt stark zu, Grüne stürzen ab

Die Wahlbeteiligung bei der NR-Wahl im Bezirk Landeck ist angestiegen.
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  • Foto: Reichel
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BEZIRK LANDECK (otko). Die Nationalratswahl ist geschlagen. Auch die Ergebnisse im Bezirk Landeck (ohne Briefwahlkarten!) reihen sich großteils in den nationalen Trend ein. In 29 von 30 Gemeinden liegt die türkise ÖVP bei den Stimmen vorne. Lediglich in einer Gemeinde siegt die SPÖ.
Mit 47,07% (10.552 Stimmen) holt die ÖVP ein Plus von 3,33%. Die SPÖ liegt bei 19,11% (4.287 Stimmen) und fährt ein leichtes Minus von 0,20 Prozent ein. Die FPÖ feiert mit 21,51% (4.824 Stimmen) ein sattes Plus von 5,00%. Dagegen verlieren die Grünen mit 7,37% massiv und kommen nur noch auf 2,59% (582 Stimmen). Die NEOS hingegen legen um 3,00% zu und liegen nun bei 5,91% (1.325 Stimmen). Die Liste Pilz ist den Grünen mit 2,26% (506 Stimmen) knapp auf den Fersen.
Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 67,22% (2015: 66,90%). In zehn Gemeinden lag sie über 70 Prozent. Schlusslichter waren die Gemeinden Ladis (53,16%) und Tösens (56,89%).

Ausreißer in den Gemeinden

In neun Gemeinden wählten sogar über 60 Prozent die Kurz-ÖVP, Spitzenreiter ist das Kaunertal mit 67,25%, gefolgt von Fendels mit 66,23%. Das schwächste Ergebnis holt die ÖVP in Schönwies mit 32,98%, gefolgt von der Stadt Landeck mit 33,24%. In Zams, der Heimatgemeinde von LH Günther Platter, kam die ÖVP auf 39,49%.
Nur in Schönwies siegt die SPÖ als einzige Gemeinde im Bezirk Landeck mit 34,80%. Das schlechteste Ergebnis gab es für die Roten in Spiss mit 3,77%.
Deutliche Gewinne verbuchte die FPÖ in einigen Gemeinden. Als blaue Hochburg zeigte sich das kleine Bergdorf Spiss, hier machten 41,51% ihr Kreuz bei den Blauen. In insgesamt 19 Gemeinden holten die Freiheitlichen ein Ergebnis, das über der 20-Prozent-Marke lag. Im Kaunertal stimmten nur 7,25% für die FPÖ, wobei die Gemeinde die einzige im Bezirk ist, wo die FPÖ Anteile verliert (-0,39%).
Teils herbe Verluste mussten die Grünen einstecken. Als die Grüne Hochburg zeigte sich Prutz, dort wählten immerhin 5,67% die Ökopartei. Auch in der Stadt Landeck wählten 4,02% Grün. In Ischgl holten die Grünen dagegen nur 0,39%.
Die NEOS hingegen können sich über ihr Ergebnis in St. Anton am Arlberg freuen. 11,81 Prozent wählten dort die Pinken. Auch im Kaunertal gab es 8,99 für die NEOS. In Tobadill stimmten hingegen nur 2,52% Pink.
Die erstmals angetretene Liste Pilz holte in Ladis mit 4,19% das beste Ergebnis in einer Gemeinde des Bezirks. In Stanz wählten 3,83% den ehemals grünen Aufdecker. Die Liste GILT wählten in Fiss 2,30% und in Ried 2,18%. Die FLÖ kam in Ladis auf 1,40%. Die KPÖ holte in Flirsch 1,32% und die Weißen in Prutz 0,81%. In etlichen Gemeinden gingen aber die eben genannten vier Listen leer aus und bekamen keine Stimmen.

Freud und Leid

In Jubelstimmung war natürlich der ÖVP-Bezirksparteiobmann Anton Mattle: "Das Ergebnis ist beeindruckend und mit 47 Prozent ist Landeck der stärkste ÖVP-Bezirk in ganz Tirol. Dies ist ein Ausdruck, dass die Bevölkerung die Arbeit respektiert. Mit diesem Signal werden wir weiterarbeiten und dann sind die Leute auch zufrieden."
Hoch zufrieden mit dem Ausgang ist auch der FPÖ-Bezirksparteiobmann Mathias Venier. "Die Richtung stimmt und wir nähern uns vom Ergebnis her den anderen Bezirken an. Unser sehr sparsamer Wahlkampf wurde von der Bevölkerung goutiert und wir führen den Weg weiter."
Für den SPÖ-Bezirksvorsitzenden Benedikt Lentsch ist das Tirol-Ergebnis erfreulich. "Im Bezirk brauchen wir es aber nicht schön reden. Es gibt aber ein paar erfreuliche Gemeinden wie Landeck und Zams, wo wir dazu gewonnen haben. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und wir werden den eingeschlagenen Weg fortsetzen."
Froh über das gute Abschneiden der NEOS ist auch Bezirkskoordinator Johannes Tilg: "Als liberale Kraft haben wir dazugewonnen und auch im Bezirk Landeck viel Zuspruch gefunden. Erfreulich ist St. Anton am Arlberg, wo wir sogar zweistellig sind."
Der Grüne LA Ahmet Demir hofft noch auf einen Einzug seiner Partei in den Nationalrat. "Das Volk hat so entschieden und wir müssen nach vorne schauen, konstruktive Arbeit leisten und uns weiterhin für die grünen Themen auf Landes- und Gemeindeebene einsetzen."

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