Tiroler EU-Abgeordnete
Thaler macht bei Wolfsproblematik Druck in Brüssel

Die Tiroler EU-Abgeordnete Barbara Thaler legte dar, wie sie sich auf EU-Ebene für eine Lösung in Sachen Problemwölfe einsetzen will.
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  • Die Tiroler EU-Abgeordnete Barbara Thaler legte dar, wie sie sich auf EU-Ebene für eine Lösung in Sachen Problemwölfe einsetzen will.
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LADIS, BEZIRK LANDECK (otko). Die Tiroler EU-Abgeordnete Barbara Thaler sieht in Sachen Entnahme von Problemwölfen in Brüssel eine Bewegung. Den BEZIRKSBLÄTTERN stand sie nach ihrem Bezirkstag in Ladis exklusiv Rede und Antwort.

Bezirkstag in Ladis

Die Tirolerin Barbara Thaler wurde 2019 mit 38.000 Vorzugsstimmen direkt ins EU-Parlament gewählt. Sie ist in der EVP die stellvertretende Verkehrssprecherin und sitzt im Verkehrs- und Binnenmarktausschuss. Vergangene Woche war Thaler im Rahmen eines Bezirkstages in Ladis, um sich die Sorgen und Nöte anzuhören. Natürlich waren bei einem Treffen mit den Gemeindevertretern des Sonnenplateaus auch der Wolf und die zahlreichen Schafsrisse im Oberen Gericht und in See/Paznaun ein Thema. Im Anschluss stand sie exklusiv den BEZIRKSBLÄTTERN Rede und Antwort.

Die Tiroler EU-Abgeordnete Barbara Thaler legte dar, wie sie sich auf EU-Ebene für eine Lösung in Sachen Problemwölfe einsetzen will.
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Transitproblem braucht Lösung

Seit einem Jahr ist die aus Thiersee stammende Thaler nun als Abegordnete des Europäischen Parlaments in Brüssel bzw. Straßburg tätig. "Es Aufgabe macht Spaß. Ich habe Europa im Kopf und Tirol im Herzen. Neben der Vertretung der Tiroler Interessen ist es auch wichtig Politik für 450 Millionen Europäer zu machen", zeigt sich die Abgeordnete erfreut. Das EU-Parlament befindet sich seit März im Homeoffice und die Abstimmungen werden per Mail durchgeführt.
Allen voran setzt sich Thaler in der für Tirol wichtigen Transitproblematik ein. "Die Belastung ist nach der Corona-Krise wieder schneller zurück, als es uns allen lieb ist. Das Thema Transit ist kein lokales Problem und es braucht eine europäische Lösung." Eine Chance bieten derzeit die Verhandlungen über eine neue Wegekostenrichtlinie. Mehreinnahmen sollen durch die Erhöhung der Aufschläge in sensiblen Alpenregionen auf die Grundmaut für Lkw-Fahrten erreicht werden. Laut Thalers Vorschlag sollen diese dann teilweise auch für die Lösung von regionalen Verkehrsprojekten verwendet werden können. Der Brennerbasistunnel und die Kritik an den fehlenden Zulaufstrecken in Deutschland bleiben weiterhin auf ihrer Agenda.

Barbara Thaler wurde vor einem Jahr für das Europäische Parlament angelobt und sie kämpft für Tirol gegen den Transitverkehr.
  • Barbara Thaler wurde vor einem Jahr für das Europäische Parlament angelobt und sie kämpft für Tirol gegen den Transitverkehr.
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Über 40 tote Schafe sind genug

"Kaum ein Bundesland wie Tirol ist so sehr von europäischen Themen betroffen wie Tirol", macht Thaler einen eleganten Schwenk hin zum viel und emotional diskutierten Thema "Rückkehr des Wolfs". "Derzeit lesen wir im Wochenrhythmus von Wolfrissen in Tirol und mehr als 40 tote Schafe sind genug. Eine Rudelbildung ist auch nicht mehr auszuschließen. Das Thema muss definitiv für die Bäuerinnen und Bauern sowie für den Tourismus gelöst werden", unterstreicht Thaler.

Sachliche Debatte anstoßen

Der hohe Schutzstatus des Wolfes habe aber gerade durch die geltende Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie eine starke europäische Komponente. Zusammen mit dem Südtiroler Abgeordneten Herbert Dorfmann hat Thaler eine parlamentarische Anfrage an den zuständigen Kommissar gestellt. "Das ist ein starkes Instrument. Wir haben es kurz und knackig formuliert und fordern Antworten, was es für eine wolfsfreie Zone im Alpenraum benötige, welche Schritte für den Schutz der traditionellen Almwirtschaft gesetzt werden und eine Definition des Begriffs des günstigen Erhaltungszustandes. Die Bauern brauchen hier Antworten. Wir versuchen das Thema Wolf auf Kommissionsebene wach zu rütteln und es muss eine sachliche Debatte möglich sein."

Herdenschutz so nicht möglich

Zudem soll der zuständige Kommissar zum Besuch auf typischen Almen in Tirol und Südtirol eingeladen werden, um zu verdeutlichen, dass laut Thaler der Herdenschutz so nicht möglich sei.
Damals sei es legitim gewesen den Wolf durch die FFH-Richtlinie besonders zu schützen, da er vom Aussterben bedroht war. "Nach 30 Jahren muss man das aber durchaus hinterfragen. Inzwischen gibt es 20.000 bis 30.000 Wölfe im Alpenraum. Eine Entnahme von Problemwölfen zum Schutz der Nutztiere muss möglich sein", fordert Thaler, die in dieser Sache zu 100 Prozent hinter den Bauern steht.

MEO Thaler: "In Sachen Wolf stehe ich zu 100 Prozent hinter den Tiroler Bauern."
  • MEO Thaler: "In Sachen Wolf stehe ich zu 100 Prozent hinter den Tiroler Bauern."
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Ausnahme könnte möglich sein

Inzwischen scheint aber Bewegung in die Sache hineinzukommen und die EU-Abgeordnete hat eine Antwort bekommen. "Ich sehe meiner persönlichen Meinung nach nun ein Licht am Ende des Tunnels. Laut dem Kommissar ist der Schutzstatus des Wolfes hoch und er bleibt hoch. Das Tier sei schützenswert. Die Kommission weigert sich zwar nach wie vor die 30 Jahre alte FFH-Richtlinie zu überarbeiten, allerdings arbeitet sie an Leitlinien für eine klarere Auslegung der bestehenden Bestimmungen, einschließlich der Anwendung von Ausnahmeregelungen." Die Entnahme vom Wölfen soll unter gewissen Bedingungen möglich sein, sofern es keine zufriedenstellende Alternative gibt und die Ausnahme der Erhaltung oder der Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands nicht abträglich ist. "Das liest sich in der Anfragebeantwortung sehr gut. Der Hinweis ist deutlich, dass es Ausnahmen gibt und es geht in die richtige Richtung. Jetzt gilt es aber der Kommission aufzuzeigen, dass wir in Tirol keine gelinderen Mittel mehr haben. Die öffentliche Sicherheit und die Vermeidung schwerer Schäden an Nutztieren sind stichhaltige Gründe, um ein Problemtier zu entnehmen. Wir müssen der Kommission klar machen, dass Herdenschutzmaßnahmen im Alpenraum nicht möglich sind", so Thaler abschließend.

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