ROTMILAN
Ein Schwarm von Rotmilane im Westallgäu

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  • Foto: © by Ing. Günter Kramarcsik
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Auf der Rückfahrt vom Eistobel (südlich von Isny gelegen) sahen wir mehr als 1 Dutzend Greifvögel in einer gemähten Wiese. An geeigneter Stelle hielt wir an und gingen leise und schleichend an jene Stelle zurück, wo wir die Vögel vom Auto aus gesehen hatten. Dazu siehe mehr zum Lebensraum der Rotmilane weiter unten.

Unser Anschleichen war wenig erfolgreich und leider hoben sie in viel zu großer Entfernung ab, so dass wir kaum eine Chance hatten, die Vögel zu identifizieren und zu fotografieren. Jeder von uns ging nun an unterschiedlichen Stellen auf die Lauer. Ich hatte vereinzelte Aufnahmen mit 1 bis 4 Vögel geschafft. Aber diese waren nicht wirklich zufrieden stellend und teilweise auch unscharf. Wie es auch oft für gute Schnappschüsse erforderlich ist, muss man sich in Geduld üben. Doch kurz bevor ich aufgeben wollte war mir dann das Glück doch noch hold.

Rund 1 Dutzende Rotmilane kreisten langsam aber sicher auf mich zu. Da waren mir diese 2 einzigen brauchbaren Schnappschüsss gelungen. Im 2. Foto kam ein Greifvogel mir so nahe, dass ich ihn auch als Rotmilan zu identifizieren glaubte. Später bekam ich auch die Bestätigung von Kollege David. 


Hier nun die wichtigsten Informationen zu diesem Vogel:


Der Rotmilan ist ein großer, eindrucksvoller Greifvogel. Sein rostrot gefärbtes Federkleid ist namensgebend und mit ca. 65 cm Körpergröße ist er größer als der Mäusebussard. Sein Kopf ist hellgrau und er besitzt schwarze und weiße Federn auf der Unterseite. Einzigartig ist aber der tief gegabelte Schwanz, der ihn von allen anderen Greifvögeln unterscheidet. Daher wird der Rotmilan auch Gabelweihe genannt.

Lebensraum
Zwischen Grünenbach und Harbatshofen ist eine an Strukturen reiche und offene Landschaft mit einem Wechsel aus
• Landwirtschaftsflächen mit Acker und Grünland
• Wäldern und Feldgehölzen und
• Siedlungsraum

Nahrung
Der Rotmilan ist ein Greifvogel, der seine Nahrung im Jagdflug erbeutet und Aas einsammelt. Als Nahrungsopportunist hat er ein breites Nahrungsspektrum und frisst das, was er kriegen kann. Wichtige Nahrungskomponenten sind:
• Kleinsäuger jeglicher Art (Mäuse, Maulwürfe, Feldhamster, Junghasen bes. als Mahdopfer)
• Aas und Abfälle (sogar Knochen)
• Kleinvögel
• andere Tiere wie Fische, Amphibien und Regenwürmer

Brut und Kinderstube
Rotmilane sind ihrem Partner in der Regel über Jahre treu. Auch wenn sie den Winter nicht gemeinsam verbracht haben, treffen sich Weibchen und Männchen am Ende des Winters im Revier wieder.

Die gleich danach beginnende Balz mit gemeinsamen Flügen, Futterübergaben vom Männchen ans Weibchen und schließlich dem Ausbau des Nestes stimmt die Partner auf die Brutphase ein.

Brutplatzwechsel sind sehr häufig, weswegen mehrere Nester angelegt und sogar im Wechsel mit anderen Arten genutzt werden. Meist brüten sie am Rand von Wäldern oder in Gehölzinseln.

Die ersten Rotmilane legen ab Ende März zwei bis drei Eier. Nach ca. 30 Tagen Bebrütung durch das Weibchen schlüpfen die Küken, die bei guter Versorgung rasant wachsen.

50 Tage nach dem Schlupf sind sie flügge und können das Nest verlassen.

Den Großteil der Fütterung von Weibchen und Küken übernimmt das Männchen. Erst später beteiligt sich auch das Weibchen an der Jagd. Daher steht und fällt der Bruterfolg von Rotmilanen mit der Nahrungsversorgung.

HORSTBAU
• Zur Brut benötigen die Paare Bäume mit ausreichender Höhe zum Horst- bzw. Nestbau.
• Eine Besonderheit des Rotmilans sind seine unordentlichen Nester, denn sie lieben es, ihr Nest mit allerlei Fundstücken auszustatten!

Vogelkundler fanden neben Plastiktüten, Unterwäsche, Arbeitshandschuhen und Tennisbällen sogar Plüschtiere, die ins Nest eingebaut wurden. Warum die Tiere dieses Verhalten zeigen, ist noch immer unbekannt.

ZUGVOGEL
Der Rotmilan ist ein Zugvogel. Ab Oktober bricht er in wärmere Länder auf. Für den Zug in die Winterquartiere benötigen die eleganten Thermiksegler rund zwei Wochen, in denen sie täglich Strecken von 50 km bis 200 km zurücklegen. Auf dem Zug kommen Rotmilane auch oft zu großen Schlafgemeinschaften zusammen.

Auffällig ist: Verbrachten früher noch sehr viele Rotmilane den Winter auf der Iberischen Halbinsel, so nimmt die Zahl der in Mitteleuropa und Südfrankreich überwinternden Vögel stetig zu. In Deutschland überwintern regelmäßig 1.000 bis 1.200 Tiere. Aber auch Großbritannien, wo die Art durch Wiederansiedlungsprojekte im Aufwind ist, die Schweiz, Tschechien, Schweden und Italien werden immer beliebter als Überwinterungsziel. Die heimischen Rotmilane kommen im März nach Deutschland zurück und besetzen hier ihre gewohnten Brutreviere.


Steckbrief - Rotmilan

Wissenschaftlicher Name: Milvus milvus
Familie: Habichtartige (Acciptridae)
Größe: 60 bis 70 cm
Gewicht: Männchen: 800 - 1200 g, Weibchen: 900 - 1400 g
Flügelspannweite: 150 –175 cm
Fortpflanzung/Paarungszeit: Februar – Mai
Brut: 1 Jahresbrut
Brutzeit: März bis Juni
Anzahl der Eier/Gelegegröße: 2-5
Brutdauer: 32 Tage
Nestlingsdauer: 52 Tage
Alter: Lebenserwartung 25 bis 34 Jahre
Zugvogel: Ja
Feinde: Wetter, Infektionskrankheiten, Parasiten, Habicht, Uhu, Kolkrabe, Marder und Mensch
Rote Liste: Ja, gefährdet und geschützt!

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